Was bedeutet das denn nun genau, netter zu sich selbst zu sein, oder

schöner Gedanke, alleine, es fehlt die konkrete Umsetzung. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass wir das tun sollten. Nett zu uns zu sein. Aber wenn ich dann mal nachfrage, was diejenige denn genau dazu tut, ist oft Schweigen.

Wir wissen ganz genau, wie wir nett zu anderen sein können. Da fällt uns viel ein, wer mal wieder entlastet werden müsse, wem wir mal wieder Zeit/Aufmerksamkeit/ein Geschenk zuwenden sollten. Aber uns selbst? Das müsste doch eigentlich am einfachsten sein, denn schließlich kennen wir uns doch am besten, sollte frau meinen. Aber es scheint da eine tiefergehende Hemmung zu geben, darüber überhaupt nachzudenken. Geht ja alles immer noch irgendwie. Und halt, sich etwas kaufen, das habe ich nicht primär gemeint. Das kann auch sehr nett sein, wenn wir uns dann wirklich darüber freuen, aber ich meinte mehr diese seelische Unterstützung.

Mal hinzuspüren, was will ich gerne machen, nicht machen, erleben, loslassen. Mir tut es zum Beispiel nach wie vor unglaublich gut, dass ich die Dinge, die mir nicht wichtig sind, einfach nicht mehr mache. Ich setze mich jetzt lieber mal mit dem Strickzeug aufs Sofa als schon wieder durch die Stadt zu jagen, um tollen neuen Adventsschmuck aufzutreiben. Der vom letzten Jahr tut es wunderbar, und es ist auch niemand daran gestorben, dass ich zum ersten Mal seit vielen vielen Jahren einen fertigen Adventskranz gekauft habe. Und soll ich euch noch was verraten? Meine Familie übernimmt durchaus Aufgaben, wenn ich sie freundlich darum bitte. Hätte ich ja gar nicht geglaubt. Probieren geht über Vorurteile haben, sage ich nur. Das Wichtigste ist, cool zu bleiben. Hey, du darfst das! Schau dich um, alle anderen tun es auch, und du bist doch auch noch nie auf die Idee gekommen, das jemandem vorzuhalten, oder?

Ich wünsche euch allen, dass ihr darin 2014 immer besser werdet!

2 Kommentare

  • Es ist ganz wichtig zwischendurch an uns selbst zu denken, gerade in der heutigen hektischen und stressigen Zeit. Ich lehne mich ab und an ganz bewusst zurück. Lasse mich auch nicht vom Fernseher stressen, weil ich der Meinung bin, diesen einen Film unbedingt schauen zu müssen, wenn ich ihn nicht sehe, geht die Welt auch nicht unter. Auch der Haushalt läuft nicht weg, der liegt nachher noch genauso da. Aber mal eine Auszeit in der Wanne oder in meiner Lieblingsecke mit einem Buch, Magazin oder auch Strickzeug ist mir sehr wichtig. Einfach nur für mich da zu sein, das ist schön. Aus diesen Momenten kann ich unheimlich viel Kraft schöpfen und beim nächsten Besuch der Kinder bin ich viel fröhlicher und kann mit meinem Enkel umhertoben, ohne danach völlig ausgepowert zu sein. Aber ich musste das erst lernen: loszulassen, Nein zu sagen und über manche Sachen einfach hinwegzusehen oder sie einfach hinnehmen, wie sie sind. Wichtig ist, dass man es bewusst macht, dann klappt es auch.

    In diesem Sinne einen schönen dritten Advent.

  • Neben den bereits genannten Aspekten finde ich auch den liebevollen Blick auf sich selbst wichtig. Keine Freundin gucken wir so kritisch an wie uns selbst. Ich liebe meine Freundinnen ungeschminkt, mit fusseligen Haaren, mit kleinem oder größerem Bauch, müde und abgespannt – und gerade bei uns selbst sind wir oft so überkritisch. Allen anderen verzeihen wir zeitweilige Unaufmerksamkeit und an uns selbst stellen wir die höchsten Ansprüche.

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