Vollmond, oder warum spinnen wieder alle?

Ich bin immer wieder verblüfft darüber, wie einerseits Regeln sich bestätigen und andererseits deren Bestand unter Hinweis auf Wissenschaft pp geleugnet wird.

Schön zu sehen am Beispiel des Vollmondes. Zu Vollmond verändert sich das Leben (wie zu Neumond auch, aber da ist es nach außen hin weniger auffälllig!). Denn Vollmond steigert den Energielevel und die Erregbarkeit der Menschen. Alle, die viel mit Menschen arbeiten wissen das. In der Gastronomie zum Beispiel braucht man keinen Mondkalender. Vollmond ist, wenn alle Gäste (und das Personal) überreizt sind, schlechte Laune haben, sich  beschweren, das Lieblingsessen nicht schmeckt, der Lieblingswein Kork hat und überhaupt alles doof ist. Im Straßenverkehr merkt man es fast noch deutlicher. Jeder Spurwechsel wird mit Hupen quittiert, man wird rechts überholt, es werden unfreundliche Handzeichen und Worte ausgetauscht. Auch Kindergärtnerinnen erleben den Vollmond an ihren Schützlingen unmittelbar, ebenso wie Eltern von Kleinkindern schnell lernen, sich an den Abenden um Vollmond lieber nichts Wichtiges vorzunehmen, in der Regel ist an ungestörte Zeit nicht zu denken.

Aber ich treffe immerfort Menschen, die mir erklären, das sei doch alles Quatsch mit dem Mond und diesen Mondkalendern und den Regelen, also er/sie sei da vollkommen unempfindlich. Ja  doch, er/sei habe gestern sehr schlecht geschlafen, aber das komme doch immer mal wieder alle paar Wochen vor. Könnte es präzise alle vier Wochen sein, wenn der Mond mal wieder voll ist??

21 Kommentare

  • zumindest der einfluß des Mondes auf die Gezeiten und den weiblichen Zyklus dürfte mittlerweile als gesichert gelten…..
    deine Beobachtung kann ich nur voll und ganz bestätigen. auch den jeweiligen Zeiten zwischen den Mondphasen werden bestimmte Wirkungen nachgesagt, an die ich ebenfalls „glaube“.
    auch wenn ich nicht nach dem mondkalender lebe würde ich planbare operative eingriffe immer auf die zeit des abnehmenden Mondes legen!

  • Ich kenne das auch nur zu gut. Weniger von mir, aber von meinem Sohn. Die nächtlichen Besuche häufen sich in regelmäßigen Abständen und werden danach zuverlässig wieder weniger.

  • Ich schlafe bei Vollmond auch sehr schlecht, geistere in der Wohnung herum und wenn ich dann ins Wohnzimmer komme und alles in ein bleiches Licht getaucht ist, wird mir klar, warum.
    Vor einigen Jahren habe ich meinen Mann geweckt, weil der Vollmond so zauberhaft schön auf den verschneiten Garten schien, dass ich ihm diesen Anblick nicht vorenthalten wollte. „Die ganze Nacht liege ich wach und gerade bin ich ein bisschen weggedöst“ Und dann stand auch er frostelnd am Fenster und war gar nicht mehr grummelig.

  • da gab es noch einen netten film mit cher – alle vollkommen durchgeknallt wegen des Vollmondes……

  • Exilberlinerin

    Und ich kann Euch sagen, meine Katze, bzw. Kater, der wird auch ganz kirre wenn Vollmond ist. Manchmal merke ich es allein am Verhalten des Katers: Ach, ist heute wieder Vollmond? Gucke raus, und tatsächlich…
    Und @ Birgit, genau wie wie Du sagst, dass der Mond starke Energien auf die Erde auswirkt sieht man ja schon allein an den Gezeiten !
    Moonstruck hies der Film ! Ich mochte ihn auch.

  • Liebe Mondsüchtigen,
    die Gravitation der Erde ist 300.000 mal höher als die des Mondes. Schuld ist demnach die Erde, nicht der Mond.

  • ach Ingo, manchmal sind es halt auch die unwahrscheinlichen Dinge des Lebens…

    Den Film mit Cher kenne ich auch, da gab es eine wunderbare Szene mit Blick auf den gigantischen Vollmond und den Worten „clama la bella luna“. Das haben wir dann auch immer zu den (noch ganz kleinen) Kindern gesagt, wenn man den Vollmond sehen konnte. Eines Tages waren wir in Urlaub in Antibes, die Kleine war anderthalb, saß im Buggy, zeigte aufgeregt nach oben und brabbelte „bella luna da“. Wir haben es zuerst nicht verstanden, bis die Große es verstanden hat. Eine oft zitierte Kindergeschichte 🙂

    Und dann lese ich gerade noch Limit von Frank Schätzing.

  • Ich hab auch sofort an den Film gedacht. Der Großvater mit den Hunden: non tirare, andiamo. Wunderbar! Und weihnachtlich oder winterlich, wenn ich mich recht erinnere 🙂 Der Mond beeinflusst die Gezeiten und vieles mehr. Meine Eltern pflanzen im Garten einiges nach Mondkalender und schwören auf bessere Erträge.

  • Zu emphehlen ist auch die Trilogie von Murakami (1Q84).Der Himmel(Mond) ist nicht ein Ort; er ist ein inneres Bewusstsein, ein inneres Wissen der Wirklichkeit.

  • wow !
    liebe janne – hättest du heute morgen vermutet, soviel tiefsinniges anzustoßen? schön, so eine mond-philosophiererei….

  • Oh ja, und dann wird auch noch mein Lieblingsbuch erwähnt… toll!!

  • Ich hatte gestern ein Vorstellungsgespräch 600 km entfernt – und kam wohl so fertig zurück, dass ich gar nichts gemerkt habe vom Vollmond. Geschlafen habe ich wie ein Murmeltier.

  • Ist da bei der Vollmondtheorie vielleicht ein Gutteil self-fulfilling prophecy dabei?

  • äh, es ist doch gar kein Vollmond

  • Die Volltrottelin meldet sich nochmals: Nächster Vollmond ist am 17. Dezember. Da habe ich wohl irgendwas falsch verstanden. Hey, ich werde diesmal besonders aufpassen!

  • @janne: ich merke den Vollmond immer- einmal an mir selber und am Verhalten meiner Unwelt!
    Beim letzten Absatz musste ich lachen und an meinen Mann denken, fuer den es auch “ Reiner Zufall ist „, dass unsere Kunden alle 4 Wochen zickig sind, die Mitarbeiter ueberfordert sind and so on…..

  • Liebe Janne!
    Welches der genannten Bücher ist denn dein Lieblingsbuch?! Meine Neugierde treibt mich zum allerersten Kommentar auf eurer Seite – obwohl ich schon sehr lange stille Leserin bin…

  • @Ju:Ich meinte die Bücher von Murakami, ich liebe sie!!

  • Ich lese gerade „Hard boiled wonderland“ – sehr zu empfehlen!

  • Ingo Noczynski

    Wer die japanische Literatur über alles liebt, sollte auch unbedingt einmal den Kultroman „Kitchen“ von Banana Yoshimoto (was für ein schöner Name!)lesen. Herzergreifend, traurig – einfach schön.

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