Lasst uns alle etwas liebevoller zu uns sein, oder

warum sind wir eigentlich immer so hart und streng mit uns selbst? Ich las in letzter Zeit mehrere Artikel in den gängigen Zeitschriften, zuletzt in der Brigitte woman, dazu.

Das Phänomen, dass Frauen sich selbst oft grundlos abwerten, ist ja bekannt und allenthalten zu beobachten. Da kommt auf ein ernstgemeintes Kompliment die Aussage, ach nee, sie sei so dick geworden, habe sowenig Sport gemacht oder Ähnliches. Da treiben Frauen, die ohnehin schon drei Jobs gleichzeitig machen, sich selbst erbarmungslos an, noch mehr zu leisten. Das kann ja nicht nur daran liegen, dass wir uns optisch mit Prominenten messen, die erstens den ganzen Tag Zeit haben, sich um ihr Aussehen zu kümmern, und zweitens dafür mehr Geld ausgeben als wir im Leben fürs Wohnen.

Ich glaube, dass wir die Bewertungen und Äußerungen unserer Eltern übernommen haben und problemlos abspulen können. Nun wollen wir nicht auf unseren Eltern herumhacken, sie meinten es gut und wussten es nicht besser. Nur wissen wir heute eigentlich ganz gut, dass ständige Abwertung keine glücklichen, selbstbewussten, tüchtigen Menschen hervorbringt. Und wir würden mit unseren Kindern auch nie so sprechen. Wie? Na, so, wie wir innerlich mit uns selbst sprechen, wenn wir mal ehrlich sind.

Und deswegen plädiere ich dafür, das zu lassen. Seien wir doch mit uns so liebevoll und tolerant wie mit unseren Freundinnen, loben wir uns doch mal so oft, wie wir unsere Partner und Kinder loben, und nehmen wir uns notfalls selbst in den Arm, wenn gerade niemand da ist, der das übernehmen könnte. Ich verspreche, dass das Leben schöner und leichter wird. Und dass wir mehr leisten. Aber auf jeden Fall werden wir glücklicher, zufriedener und ausgeglichener sein. Und den Komplimenten, die wir bekommen, auch wirklich zuhören können. Wie soll das denn auch gehen, wenn gleichzeitig die innere Stimme zetert, was noch alles zu tun ist?

4 Kommentare

  • Liebe Janne,

    wie Recht du hast – du sprichst mir aus dem Herzen.
    Deine aufmunternden Worte tun der Seele einfach gut.
    Das schöne daran ist, man kann sie jederzeit wieder lesen,
    damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

    Liebe Grüße
    Monika

  • Liebe Janne,
    Du hast vollkommen recht. Ich bin mit allem einverstanden – bis auf einen Satz: „Und dass wir mehr leisten.“
    Wir sollten liebevoll und nachsichtig mit uns sein, weil wir es verdienen. Ohne den Hintergedanken, damit unsere Leistungsfähigkeit zu steigern.
    Liebe Grüße
    Lissy

  • Ich meinte damit, dass es uns viel leichter fallen wird, das zu tun, was anliegt, wenn wir dabei nett zu uns sind. Das hätte ich noch deutlicher schreiben sollen, danke für den Hinweis!

  • Hallo Janne,
    was für eine schöne Seite. Habe sie erst heute durch Zufall endeckt. Dein Artikel über uns Frauen hat mir sehr gut gefallen. Ich versuche seit einem Monat mehr liebevoll und umsichtig mit mir zu sein. Es funktioniert, mir geht es viel besser und ich bin zufriedene.

    Liebe Grüße
    Claudia

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