Jahreszeitbedingte Freuden, diesmal nicht Garten, sondern Handarbeit, oder

es leuchtet ein, dass Stricken nicht so richtig in den Sommer passt, oder? Wer möchte da schon ein dickes warmes Strickzeug auf dem Schoß haben, wenn sie draußen im Garten sitzt und prosecco mit Holunderblütensirup trinkt.

Im Herbst und Winter hingegen sieht das alles schon wieder ganz anders aus. Mich traf es, als die Brigitte mit Strick aufmachte. Sofort musste ich Mützen, Schals und Pullover stricken, kramte meine Nadeln aus dem Keller, bestellte Wolle und los gings. Und was soll ich sagen? Es macht noch genausoviel Spaß wie vor einpaarunddreißig Jahren, als ich angefangen habe zu stricken. Im Gegensatz zu vielen anderen früher Strickbegeisterten habe ich nie ganz damit aufgehört, auch nicht in den Zeiten, als selbstgestricktes grob uncool war. Denn damals hatte ich Kinder, und für die gibt es nichts Besseres als handgestrickte Bodies, Wollhosen für den kalten Boden, Overalls, Mützen und Handschuhe. Ich habe alle meine Kinder bestrickt und sie liebten es. Heute stricke ich manchmal noch angenehme Flauschjäckchen für Neugeborene von netten Menschen, aber eigentlich lieber wieder für mich.

Mein Highlight dieses Jahr ist eine Rippenstrickmütze aus buntmelierter Wolle aus der Brigitte, die habe ich schon neun Mal verschenkt und weitere fünf Knäuel liegen bereit, denn es warten noch die Nachhilfelehrerinnen meiner kleinen Tochter und den Rest werde ich auch noch los, ich schwörrre…

11 Kommentare

  • Zeig mal 😉

    Kurios, ich habe nach jahrelanger echter Abstinenz ebenfalls in diesem Herbst wieder angefangen zu stricken. Während des Studiums und danach hatte ich viele Pullis u.a Teile produziert, es gab ja in der DDR auch nicht so viel Modisches zu kaufen, jedenfalls nicht überm Ladentisch für erschwingliches Geld. Später und mit dem Angebot der großen weiten Welt in Reichweite hatte ich überhaupt keine Lust mehr auf selbstgemachte Kleidung.
    Vor ein paar Wochen hat es mich nun einfach überfallen, beim Stöbern im Laden dachte ich – nö, das kannst du auch, sogar schöner und vor allem als Unikat! Inzwischen ist mein Jäckchen (kurz, ala Chanelstil) fast fertig und ich kann es kaum erwarten, es anzuziehen.
    Ich überlege schon, was ich als nächstes stricken werde 😉 Das tolle Gefühl, etwas schönes Selbstgemachtes zu haben, vergeht nämlich nie.

  • steffani freund

    ………..nun muß ich aber auch mal schreiben, dass die Dinge, die Du gestrickt hast, immer süß ausgesehen haben. Ich erinnere mich an kuschelige Pulli´s für 2- jährige Mädchen !!!!

  • Ich habe jetzt erst mit dem Stricken angefangen und bin völlig begeistert. Mein erster Loop und Stulpen sind auch schon fertig. Stricken hat mich nie wirklich begeistert, es sah immer so kompliziert und mühselig aus – aber das ist es gar nicht 🙂 Ich erfreue mich auch an dem Selbstgemachten, das kein anderer so hat.

  • Ich stricke das ganze Jahr Socken- auch im Sommer- dann halt aus leichter Baumwolle mit Lochmuster.
    Abnehmer habe ich genug und ich schlafe beim Fernsehen nicht ein.;)

  • @April, ganz genauso geht es mir! Die Strickmaschine meiner Freundin und meine Nähmaschine waren im Dauereinsatz in der DDR! Und ich muss schon sagen, schnell noch vor dem Diskobesuch eine schmale Satinhose aus Bettinlet-Stoff oder alten Pyjamahosen genäht, dazu ärmelloser Pullover (ging am schnellsten) von der Strickmaschine + Stretchgürtel + alter Persianer Pelzmantel von Oma, Haare ganz oben zum Pferdeschwanz, schwarzer Kajal und wir sahen super schick (hihi) aus. Das Selbermachen hatten wir dann in den 90ern so richtig satt. Jetzt bin ich froh, dass ich es noch kann.

  • finde ich ganz toll. ich habe auch einen angefangenen pullover (für meinen Sohn, damals 10… jetzt 19 Jahre)rausgeholt. Er meint, ich solle den mal fertig machen und er schenkt ihn – als Eigenwerk – seiner Freundin.

  • So viele Strickerinnen – ich auch 🙂

    Habe gerade einen weiten Mantel aus Lana Grossa Molle mit Nadeln 20 gestrickt und grübele jetzt, was ich als nächstes mache.

  • Wie wäre es mit Mützen? Und sag mal, Irit, kann ich im Kommentar ein Foto hochladen??

  • äh, keine Ahnung

  • @Nice: genauso ! Dann kennst du sicher auch noch die Mullwindeln, die selbstgefärbt zum Schal/ Halstuch wurden. Wir waren schon ganz schön kreativ 🙂

  • @April: Muahaha, klar kenne ich die. Gern auch in rosa als Witwe-Bolte artiges Haarband zum Pagenschnitt. Bisschen individueller finde ich eigentlich heute immer noch ganz schön – so wie bis vor ein paar Jahren in Berlin. Hatte das Thema mit meiner Schwester, die seit Mitte der 80er dort wohnt, als noch die Frauen mit Lockenwicklern und Berliner Schnauze und Lebenskünstler das Straßenbild im Prenzlauer Berg bestimmten. Hast Du die Biografie von Abini Zöllner (Ex-Frau von Dirk Zöllner) gelesen? Hat mich an vieles erinnert 🙂

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