Ein Altmeister der Spannung hat wieder zugeschlagen: Forsyth oder

wie er das immer wieder schafft, die spannendsten, hintergründigsten Politthriller zu verfassen, beeindruckt mich schon sehr, der Mann ist mittlerweile auch nicht mehr jung. Sein neues Werk „Die Todesliste“ habe ich wie alle seine anderen Thriller verschlungen.

Die Todesliste führt das weiße Haus in Washington, und sie enthält die Namen der Feinde der Vereinigten Staaten, die ohne weiteres zu eliminieren sind, also ohne solche kleinkarierten Kinkerlitzchen wie Verhaftung, Gerichtsverfahren, Verurteilung oder gar Beteiligung von Verteidigern und Menschenrechtsvertretern. Ich finde dieses tatsächliche Vorgehen der Vereinigten Staaten ja weit weniger begeisternd als unsere Kanzlerin, die sich über die in jeder Hinsicht völkerrechtswidrige Ermordung von Osama bin Laden „glücklich“ zeigte, aber beim Lesen von Forsyth kommt es auf political correctness weniger an. Die Leserin zeigt sich vielmehr beeindruckt von seinem Insiderwissen und dem Füllhorn an Informationen, die der Autor ausschüttet. Ob diese nun tatsächlich zutreffen, kann ich hier natürlich ebenso wenig beurteilen wie bei den Informationen, die ich aus der Politik erhalte, aber es fühlt sich jedenfalls gut an. Ein islamistischer Hassprediger hetzt Muslime im Westen auf und überzeugt sie, willkürliche Morde zu begehen. Da er dies via Internet tut, sind diese Taten nicht vorhersehbar und der Prediger bleibt im Dunklen. Bis sich ihm der Spürhund, ein Spezialist im Ermitteln von Personen auf der Todesliste, mithilfe eines autistischen Computerspezialisten an die Fersen heftet.

Es ist verdammt spannend, und wer auf diese Art Thriller steht, ist mit diesem handwerklich sauberen Werk gut bedient.

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