Wozu gibt es Testberichte, wenn sie nichts taugen, oder

findet ihr das normal, dass man herumliest, sich informiert, recherchiert, ein Produkt kauft und dann feststellt, dass relevante Kriterien doch nicht berücksichtigt worden sind?

Das fiel mir neulich an der Kamera meiner Tochter auf. Vor ein paar Jahren suchte ich eine Kamera, die angesichts der sagen wir mal robusten Art meiner Tochter, mit ihren Sachen umzugehen, ein wenig widerstandsfähiger sein sollte als die Durchschnittsdigitalkamera. In einem der Tests wurde eine Sony-Kamera wärmstens empfohlen, sie halte viel aus und sei sogar wasserdicht. Das letztere habe ich natürlich nicht geglaubt (wer ist nicht schon mal mit einer „wasserdichten“ Uhr in den Putzeimer geraten, um dann Kondenswasser von innen an dem Uhrglas zu finden?), aber ansonsten waren wir zunächst sehr zufrieden. Die Kamera hielt die Behandlung meiner Tochter so gut aus, dass wir sie tatsächlich auch mit in den Urlaub nehmen konnten. Und als sich da herausstellte, dass sie tatsächlich und buchstäblich wasserdicht war, und zwar so, dass wir stundenlang lustige Unterwasserfotos machen konnten, war ich begeistert von dem Teil. Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass sie mit etwas über 200 Euro deutlich teurer war als die „normale“ Digitalkamera.

Soweit, so gut. Nun wollten wir wieder nach Zypern, und natürlich sollte die Wunderkamera  mit, schließlich hatten wir alle sehr viel Spaß damit gehabt und dachten das zu wiederholen. Dass das Ladegerät unauffindbar war, irritierte mich nicht so sehr, schließlich kann man sowas nachkaufen. Dachte ich. Weit gefehlt, es war ja eine Sony, wie mir der freundliche Verkäufer im Mediamarkt mit deutlich heruntergezogenen Mundwinkeln mitteilte. Die bräuchten spezielle Ladekabel, die es nur bei Sony gäbe und auf keinen Fall hier und heute. Er zauberte dann zwar noch eine Lösung aus dem Hut, aber die kostete 49 Euro. Dafür hatte ich einen zweiten Akku für die Kamera (den die Welt nicht braucht, denn nachts aufladen reicht immer) und ein Ersatzladegerät.

Ich finde ja, dass bei einem solchen Test von doch nicht ganz billigen Geräten auch berücksichtigt werden sollte, ob Ersatzteile und/oder Reparaturservice zu vertretbaren Preisen und menschenwürdigen Konditionen angeboten wird. Und das wollte ich mal gesagt haben!!

3 Kommentare

  • Das ist richtig, diese Info wäre vorab nett gewesen, viele kommen aber vermutlich nicht auf die Idee, solange ihnen nicht dasselbe passiert.
    ABER: es ist Sony, da ist es IMMER so, dass man drecksteure, einzigartige Sachen benötigt und nie etwas universales funktioniert. Daher habe ich noch nie was von Sony gekauft…

  • Na da kommt doch Freude auf. Und immer ist der Endverbraucher der Leidtragende. beautyjungle hat Recht, bei Sony ist das eine Krankheit. Notebooks, Kameras und Co. sind nicht die Kernkompetenz von Sony, daher gehen sie bei solchen Nebenzweigen auch mal schnell in die Knie. Ein etwas ähnliches Phänomen bei Druckgeräten. Da dachten sich einige Firmen wieder „och jaaaaaa, machen wir das auch mal mit“. Und dann schießt der Kunde ein verhältnismäßig günstiges Gerät, ärgert sich dann aber über überzogene Tonerpreise, falls er die Toner dann überhaupt normal im Handel bekommt…

  • Dasselbe Problem hatten wir einmal mit einem Fernseher, der kaum ein paar Jahre alt war. Traurig aber wahr, es war auch ein Gerät von Sony… Da hilft es nur konsequent die Marke zu verweigern.

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