Hasskäppchen oder das Familienmausi

Ich habe heute Vormittag schon wieder Bluthochdruck. Hat sich sonst noch jemand über die unglaublichen Aussagen unserer künftigen Ex-Familienministerin aufgeregt?

Nachzulesen ist das Ganze hier.

Dieses Familienmausi bringt zuerst das Betreuungsgeld durch, torpediert jede Quotenregelung und jetzt ermuntert sie Frauen, doch mal zurück zu stecken und zu Hause zu bleiben.

Ich habe BRECHREIZ.

Welche Form von Vorbild ist denn das? Natürlich kann jede die Kinderbetreuung so organisieren wie sie möchte. Aber das mache ich als Privatperson und nicht als Ministerin. Das ist dermaßen weit entfernt von jeder beruflichen Professionalität, dass man nur froh sein kann, wenn diese Frau von der politischen Bühne möglichst dauerhaft verschwindet.

Wenn man noch ein Negativbeispiel dafür braucht, dass Frauen nicht in der Lage sind, Familie und Karriere zu wuppen: hier ist es. Ministerin geworden über irgendeine Länderquote und zufällig brauchte man auch noch eine Frau, völlig unfähig, sich auch nur einmal im Vergleich zu Frau von der Leyen günstig ins Licht zu setzen und dann das als Schlusspunkt.

Ich gebe zu: DAS  ist ein Argument gegen eine Frauenquote. Die anderen männlichen Dumpfbacken im Kabinett sind ja wenigstens nicht so blöd, ihre persönlichen Ansichten mit dem Job zu vermischen.

Ich finde es einfach nur widerlich.

11 Kommentare

  • Ich war auch mehr als irritiert. Aber hier zeigt sich wohl zum hoffentlich letzten Mal, dass mit Frau Schröder auch der Bock zum Gärtner gemacht wurde.
    Zu keinen Zeitpunkt ihrer Amtszeit scheint ihr wirklich bewusst gewesen zu sein, was ihre Aufgabe als Frauen- und Familienministerin beeinhaltet. Gerecht geworden ist sie ihrer Position jedenfalls nie.
    Gelegentlich kam sie mir gar wie ein Sprachrohr von Phippsi Rösler vor.Ich bin gespannt, wer zukünftig ihr Amt übernehmen wird. Ich kann nur hoffen, dass es jemand sein wird, der sein Amt mit der notwendigen Professionalität und Objektivität ausfüllt.

  • Diese kompetenzfreie Person, ich hoffe auch sehr, dass sie nicht mehr oft zu sehen ist. Wie reaktionär und frauenfeindlich kann man denn sein? Immerhin war sie doch schon Ministerin, als sie Mutter wurde, sie muss doch gewusst haben, was das für ein Job ist. Meine Güte. Hör auf zu jammern, das ist ja peinlich.

  • Vorweg: Ich bin wahrlich kein Fan von der Dame!! Gar nicht! Aber hier muss ich ihr recht geben: „Es sei falsch, Mütter zu kritisieren, die sich dafür entschieden, sich im Beruf weniger zu engagieren. „Offensichtlich tragen Frauen, die beruflich auch nur etwas kürzertreten, in Deutschland gleich den Heimchen-am-Herd-Stempel auf der Stirn“, kritisierte die CDU-Politikerin.“

    Das ist, was mich an der ganzen Familien-/Frauenpolitik in D stört: Keine Frau macht es „richtig“. Alle sind entweder karrieregeile Rabenmütter oder unempanzipierte Heimchen. Oder kinderlos und damit sowieso asozial. Es soll doch einfach jede nach ihren Vorstellungen glücklich werden dürfen?! Das wäre mein Wunsch für die nächste Müttergeneration.

  • Susi, du hast ja völlig recht. Mir persönlich ist völlig egal, was wer wie mit ihren Kindern macht – solange sie mir nicht auf der Tasche liegt.

    Aber ihr Statement als Noch-Familienministerin ist ein absolutes No-Go – das stört mich extrem. Damit stempelt sie nämlich z.B. mich als jemand ab, der nicht genug Zeit mit der Familie verbringt. Und dieses Geschwurbel über Präferenzen nach Geschlechtern ist auch so dated, dass ich kaum glauben kann, so etwas zu lesen.
    Und für mich der krönende Höhepunkt: das Scheidungsrecht wurde geändert unter Beteiligung der CDU, d.h. wer kürzer tritt ist im Zweifelsfall der (finanzielle) Depp. Und das passt überhaupt nicht zu ihren Aussagen.

    Es ist einfach dummes Geschwätz – wenn du mich fragst. Sie hatte doch eh keine Zukunft mehr im Kabinett und kommt jetzt mit der Familienleier.

  • Erstmal danke an Irit, die mir immer wieder mit solchen Links einen kurzweiligen Nachmittag beschert. Aber abseits des Spaßes – ich weiß eigentlich nicht, was am schlimmsten ist:
    Frau Schröder instrumentalisiert eine rein persönliche Entscheidung (die als solche völlig legitim ist) zum politischen Statement und setzt so falsche Zeichen.
    Frau Schröder ist (finanziell) privilegiert und sich anscheinend nicht mal dessen bewußt, sondern verallgemeinert ihren Status.
    Frau Schröder gießt Öl ins Feuer der Debatte „mit welcher Entscheidung hat Frau ein noch schlechteres Gewissen – als karrieregeile Rabenmutter oder als unmündiges Herdheimchen ?“ und erweist damit allen Frauen einen (letzten?) Bärendienst.

    Nebenbei – sie gibt nur ihr Ministeramt auf, nicht ihr Bundestagsmandat. Ich habe dieses immer als einen Beruf verstanden. Anscheinend ist es aber eine „Tätigkeit“, die daraus besteht, den Tag zuhause beim Kleinkind zu verbringen, denn Frau Schröder will ja genau das in Zukunft tun. Das ist die Krönung des Ganzen!

    Ich möchte, dass alle Frauen ihren Lebensweg frei wählen können und dabei die Gleichwertigkeit von Kinderbetreuung und Beruf herausgestellt wird. Für mich wird momentan viel zu sehr mit der Mutter-Kind-Bindung argumentiert. Wer sagt denn, dass nur die Mutter in der Lage ist, ein Kind gut, liebevoll und sozial stabil ins Leben zu geleiten? Außerdem benötigen nicht alle Kinder ständige „Mutterbegluckung“, im Gegenteil. Für die Sozialkompetenz und Selbstständigkeit ist (altersgerechtes) Loslassen auch wichtig.

  • @April: da hast du völlig recht – anscheinend lässt ein Bundestagsmandat sehr viel Freizeit zwecks Kinderbetreuung. Es ist einfach unglaublich.

  • Hier wurde alles gesagt – danke an Irit und den KommentatorInnen; Ihr sprecht mir aus dem Herzen

  • Charlotte

    Eins noch…sicherlich haben sich einige Menschen dafür eingesetzt, das eine junge, zweifelsohne ehrgeizige Frau mit Familienwunsch in eine „sichtbare“ Position gebracht wird, und jetzt werden sie abgewatscht!
    Vor 20 Jahren hieß es, bloß nicht befördern, kriegt ja eh Kinder und dann ist sie weg, und nun wird es öffentlich vorgelebt und bestätigt.
    Habe mich schon vor Tagen über diese Nachricht wahnsinnig aufgeregt und es wird nicht besser…

  • Charlotte, das ist ein Aspekt, den ich so noch nicht gesehen hatte. Aber du hast völlig recht.Bei solchen Vorbildern wird künftig noch mehr hinterfragt werden, ob Frauen im gebärfähigen Alter auf eine Führungsposition gehören – und mit den Wechseljahren ist man dann zu alt dafür…

    Diese Frau ist ein echter Alptraum

  • Und damit der Beitrag, dem ich (obwohl kinderlos) voll und ganz zustimme, jetzt auch noch eine kleine fiese Note bekommt und weils zum Thema Beauty passt: sie trägt immer fürchterlich zu viel und falsch aufgetragenes Rouge…JAWOLL!!!

  • ich lach mich weg.. und schlecht gemachte Augenbrauen.Und eine grauenhafte Frisur.

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