Erinnerungen an eine Ehe, das solltet ihr lesen, oder

das neue Buch von Louis Begley. Es hat viel Vorschusslorbeeren in den diversen Zeitschriften bekommen, und zwar absolut verdient.

Der Ich-Erzähler, ein nach einer glücklichen Ehe verwitweter Schriftsteller, trifft zufällig eine Jugendfreundin wieder, eine reiche Erbin, vom Glück und der Natur begünstigt, früher lebenslustig, mondän und aufmüpfig, nun eine gehässige alte Dame, die kein gutes Wort für ihren Sohn, ihren Exmann, ihre Freunde und Verwandten findet.

Philip hört ihr wochenlang zu, wie sie ihr Leben erzählt, und gerät in den Bann dieser eigentlich beliebigen Geschichte, die jedoch für ihn, da er fast alle Protagonisten seit Jahrzehnten kennt, von tiefem Interesse ist. Er geht der Geschichte um die unglückliche Ehe von Lucy und Thomas Snow nach, forscht bei Freunden und Verwandten. Herausgekommen ist ein dichtes Sittengemälde, ein Porträt einer ganzen Gesellschaftschicht, und das so spannend erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Wer sich für Menschliches interessiert, sollte das Buch unbedingt lesen.

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