Lasst uns die Welt so sehen, wie sie ist, oder

was ich meine, ist. Lasst uns gut überlegen, wie wir an unser Leben herangehen, worüber wir uns freuen und vor allem, worüber wir uns ärgern. Es ist nämlich nicht nur so, dass unsere Gedanken unsere Befindlichkeit steuern.

Was ich damit meine? Nun, wo eure Gedanken sind, da seid auch ihr, also passt auf, worauf ihr euch fokussiert. Wenn ich mich ständig aufrege und ärgere, dann habe ich den ganzen Tag, und zwar unabhängig davon, ob ich mich zu Recht oder nur zu sehr/zu lange aufrege, schlechte Laune. Ist das sinnvoll? Eher nicht, würde wohl jede/r sagen. Nichtsdestotrotz regen sich Menschen gerne andauernd über Unfug auf, und zwar nachhaltig und ausdauernd. Könnten wir es schaffen, uns genauso nachhaltig und ausdauernd zu freuen, hätten wir am gleichen Tag ein ganz anderes Lebensgefühl.

Um konkret zu werden: Ich bin heute morgen wie immer, wenn das Wetter es erlaubt, mit meinen eBike fast 20 km ins Büro gefahren. Einerseits schien die Sonne, es war ein herrlich kühler Morgen, das Licht war wunderbar und ich liebe es, den Tag mit Bewegung zu beginnen. Andererseits standen schon wieder gefühlte hundert Autos auf den Radstreifen herum, ich wurde von gedankenlosen Autofahrern abgedrängt, die Ampeln wollten nicht immer so, wie ich gerne wollte und mein Lieblingsparkplatz, an dem ich mein Rad problemlos nahe der Eingangstür anschließen kann, war besetzt. Wenn ich mich jetzt über all die guten Dinge freue und die anderen einfach als das nehme, was sie sind, nämlich kleine Unbequemlichkeiten, die nicht gegen mich gerichtet sind, sondern einfach zum Leben dazu gehören, dann habe ich eine wunderbare Fahrt ins Büro und schon mal einen tollen Start in  den Arbeitstag. Wenn ich mich auf die zweite Hälfte der Umstände konzentriere – ihr könnt es euch selbst ausmalen. Deswegen möchte ich heute dafür plädieren, dass wir uns mehr freuen. Erstens gibt es genug Gründe, und wenn es das nette Lächeln der Brötchenverkäuferin ist, und zweitens gibt es Lebensumstände, die wirklich schwierig und schlimm sind, und schon deswegen sollten wir dankbar sein, dass es uns so gut geht.

11 Kommentare

  • Hallo Janne,

    ich finde, das ist ein sehr schöner Gedanke zum Morgen. Ich gehöre auch zu den Schnellaufregern *ichgegendieWelt* aber arbeite auch daran und versuche jedem Aufreger seine Gewichtung zu nehmen und muss dann oft über mich selbst lachen *neeklardieStraßensperrehabensiegeradeextrafürDichdaaufgebaut*

    Viele Grüße
    Hopi

  • Genau dieses denke ich auch ganz oft, liebe Janne.Es geht uns so gut und wir verschleißen uns an Nichtigkeiten. Es hilft tatsächlich, es sich immer wieder, so wie Du es beschreibst, bewußt zu machen. Dadurch verschiebt sich m.E.tatsächlich die Wahrnehmung zum Positiven. Wenn auch langsam. Einen schönen Tag, trotz Regen (der Garten freut sich)!!!

  • Wie recht du hast! Übrigens merke ich, dass ich mit dem Älterwerden dankbarer werde, das Gute nicht mehr so selbstverständlich nehme.
    Und ich freue mich immer mal wieder über diesen Blog, den Austausch mit euch, den freundlichen Umgangston!

  • Wenn mir die Meckerfritzen begegnen, sind die immer so erstaunt, warum ich schon morgens um 8 bestens gelaunt bin. Ich finde, das Leben ist schön. Natürlich gibt es Dinge, die nicht schön oder ärgerlich oder richtig Scheiße sind. Aber das ändert nichts am Grundzustand.

    @Lissy: Janne und ich freuen uns jeden Tag über den Austausch mit unseren netten Leserinnen, wir sind immer wieder erstaunt, dass wir so gut wie keine Stänkerliesen hier haben. Das macht einfach Spaß.

  • So wahr!

  • Und so möge es bleiben!

  • Dafür sorgen wir dann schon – und Ihr erfreulicherweise ja auch. Ich glaube, die Damen sind immer erstaunt, dass hier keiner bei den Stänkereien mitmacht, sondern im Gegenteil gerne mal zur Ordnung gerufen wird. Da sind wir echt eine Ausnahme – die Weisheit des Alters kombiniert mit jugendlichem Aussehen 😀

  • So wahr, Irit und Ihr alle, wir freuen uns sehr über euch, und vor allem freue ich mich, wenn euch meine Gedanken ein bisschen Spaß machen…

  • Na ja, wenn man mit aufregen etwas ändern könnte, dann würde ich es auch mal tun! Aber da muss es bei mir echt dicke kommen, ich bin eher so der Typ, der andere aufregt, weil er sich nicht aufregt. Ds können manche gar nicht gut ertragen.

  • Das waren wirklich schöne Gedanken, Janne, mit denen du mich gestern am Morgen begrüßt und dann durch den Tag begleitet hast. Ich musste immer wieder daran denken, aber gestern war es bei strahlendem Sonnenschein auch nicht schwierig, alles in hellem Licht zu sehen. Es gibt Momente oder manchmal auch Tage, an denen mir das schwerer fällt. Doch dann … lächelt dich plötzlich jemand beim Einkaufen an – und alles rückt wieder gerade. Das ist das Wunderbare, das mich immer wieder erstaunt. Und ein Blick, der mich IMMER aufbaut, ist der auf eure Seite! Danke an euch und alle, die sie durch viele nette Kommentare mittragen!

  • Das sind wirklich nachdenkenswerte Gedanken, Janne. Theoretisch bin ich genau so wie du es empfiehlst orientiert, wenn – ja wenn ich mich praktisch nicht zu häufig noch von Unannehmlichkeiten aus der Facon bringen ließe. Manchmal verstehe ich hinterher nicht mal selbst, warum ich mich über eine Nichtigkeit so aufregen konnte. Deshalb ist es wichtig, ab und zu daran erinnert zu werden, wie es besser geht und was einem auch selbst besser bekommt. Also danke dafür. Ich arbeite daran und die Weisheit des Alters tut ein Übriges 😉

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