Alpensinfonie

Kürzlich gab es bei ARTE einen wunderbaren Beitrag über Herbert von Karajan. Wir haben in uns über die Mediathek zweimal angeschaut, danach eine CD-Box mit 82 CDs bestellt (wer möchte: Link) und als erstes haben wir uns die Alpensinfonie von Richard Strauss angehört.

Ich mag Richard Strauss auch jenseits von Zarathustra, sehr empfehlenswert sind da zum Beispiel auch die „Vier letzten Lieder“ mit Jessye Norman. Die Alpensinfonie habe ich schon immer geliebt (übrigens haben die mit der Sissi-Filmmusik da eindeutig geklaut) und Karajan macht es einfach  noch einen Zacken besser.

Bei der Alpensinfonie muss ich immer an einen unvergesslichen Abend in der Provence denken, Sommer 1998. Wir hatten ein Ferienhaus in einem kleinen Dorf gemietet und der Besitzer hatte uns schon vorgewarnt, dass der Besitzer der anderen Haushälfte (man denke aber an altes Riesenhaus/Weingut) nicht sehr zugänglich wäre. Wir kamen an, ich ging nach oben, mein Mann kam und kam nicht nach. Ich schaute aus dem Fenster, er quatschte seelneruhig mit dem englischen Nachbarn und man begutachtete das mitgebrachte Fahrrad. Der Nachbar fuhr auch Rennrad.

Es wurde ein herrlicher Urlaub und einen Abend saßen wir zu dritt unterm klaren Sternenhimmel, es roch nach Provence, wir haben gekocht und viel Rosé getrunken. Irgendwann sprachen wir über Musik, die Boxen wurden ans Fenster gerückt und das halbe Dorf beschallt. Genau, mit der Alpensinfonie. Das sind die Erlebnisse, die immer präsent bleiben. Und jedesmal, wenn ich sie höre, denke ich an diesen Abend, es riecht ein bisschen nach Provence und das Leben ist schön.

Aber abgesehen davon ist Karajan und Strauss eine umwerfende Kombination.

7 Kommentare

  • Ohhh, die Chance auf einen Erstkommentar lasse ich mir jetzt nicht entgehen 😉
    Ich halte Richard Strass für einen aktuell sehr unterschätzten Komponisten. Es muss nicht immer Beethoven etc. sein. Solche einprägsamen Erinnerungen wie die an deinen Urlaub mit Nachbar und Sinfonie bleiben für immer, nicht wahr? Und es ist gut, dass man diese schönen Momente immer wieder mit einem kleinen Anstoß abbrufen kann.

  • Solche Erinnerungen habe ich viele – ich hatte irgendwann mal über das olfaktorische Gedächnis geschrieben, ein musikalisches gibt es auch. ICh finde es immer spannend, was das Gehirn manchmal hervorkramt… wovon man nichts mehr gewusst hat oder praktisch jahrzehntelang nicht mehr daran gedacht hat

  • Hallo, ACH – STRAUSS!…und meine Persönliche Erinnerungen…
    Vor vielen Jahren, da war ich 11, hat mich meine-inzwischen verstorbene-Mutter, zum ersten Mal ins Theater mitgenommen: Strauss Operetten-Herrlich! von da an war ich (inzwischen in beiden Strauß) verliebt. Dieses Jahr, warme August Abend im Zell am See, meine Familie (Mann und 3 Teenager)bei Spaziergang entdeckten wir eine Orchester die im Dorfplatz Strauss Werke spielten. Das war das erste Mal, seit meine Mutter vor fast 3 Jahren starb, das ich Strauß wieder hören konnte…, meine Kinder sind seit dem Abend auf Strauss gut zu sprechen.
    Liebe Grüße! Lucy

  • Liebe Irit, die Lieder von Richard Strauss haben mich immer sehr berührt. Die CD mit Jessye Norman habe ich mir 1995 gekauft. Als einer meiner liebsten Freunde verstarb hatten wir: „Du sollst nicht weinen..“ zum Begräbnis. Die Musik ist so berührend, dass man nicht deutsch können muss, um die Schönheit und Ergriffenheit zu fühlen. Wunderbar traurig und schön und kraftvoll zugleich. Das Genie von Karajan in dem Arte-Beitrag hat mich umgehauen. Ein Gedächtnis und ein Verstand! Wunderbar. Danke für diesen Beitrag.

  • ..Das Lied heißt natürlich „Befreit“. Habe gerade noch einmal nachgeschaut. Es berührt mich aber immer noch so sehr, dass ich es mir nicht einfach mal so anhören kann…

  • Sorry! bin bei anderen Strauss… 🙁

  • @Lucy: darauf kommt es doch nicht an – es geht ja eigentlich um die Erinnerungen, die man mit einer bestimmten Musik verbindet

    @Nice: das hast du ganz wunderbar geschrieben – danke für deinen Kommentar

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