Mein Kindle und ich

Die moderne Technik – ich mag den versammelten Computerkram. Ich mache gerne IT-Projekte, habe schon als 7-Jährige Computer aus Lego gebaut (zumindest sahen sie so aus) und die Möglichkeit des Bloggens begeistert mich immer wieder aufs Neue. Bei uns ist die Technik nun auch im Bücherregal angekommen….

Zu Weihnachten habe ich meinem Mann in Kindle geschenkt, eine der Tablet-Versionen mit Touchscreen und so weiter. Nachdem es einige Zeit unbeachtet umherlag, wird es mittlerweile sehr viel benutzt. Ich habe mir dann rechtzeitig vor dem Urlaub auch eins gekauft, zum Testen zunächst mal die günstigste Variante für derzeit 69 Euro.

Was mir daran richtig gut gefällt: ich kann Bücher sofort haben. Sprich: ich sitze in Frankreich gemütlich auf der Terrasse des Ferienhauses, lese in einer Zeitschrift eine Buchempfehlung (oder finde beim Durchblättern meines Notizbuchs die Erinnerung an ein Buch, das ich unbedingt noch lesen wollte) und dank W-LAN ist es in kürzester Zeit da. Ich finde das toll. Und auch wieder nicht.

Es ist kein Ersatz fürs Stöbern im Buchladen und ich mag das auch nicht für alle Bücher. Im Buchladen umherstreifen (ich gehe am liebsten in die Mayersche in Dortmund), in Bücher reinlesen, vor dem Urlaub einen Stapel rausschleppen und in den Koffer packen – das ist Urlaub. Nein, das war Urlaub. Ich erinnere mich an unsere Fahrten zu zweit nach Südfrankreich (wahlweise Cap d’Antibes oder Provence), eine Extrabüchertasche war immer mit dabei und normalerweise hatte ich für drei Wochen Urlaub (damals konnten wir noch drei Wochen Urlaub machen) mind. 15 Bücher dabei. Man konnte ja keinen Nachschub kaufen.

Ein Plätzchen im Ferienhaus frei räumen und die Bücher aufstapeln – das Urlaubs-Anfangs-Ritual.

Diesmal habe ich drei Bücher für zwei Wochen dabei. Ich lese weniger als früher, blogge lieber zwischendurch ein wenig oder lese im Internet auf anderen Blogs, wofür ich sonst nur wenig Zeit habe. Und es gibt ja jederzeit Nachschub.

Was mir auch noch ausgesprochen gut gefällt: wir haben SEHR viele Bücher, die meisten (z.B: Krimis) werde ich wohl nie mehr lesen. Wäre schon praktisch, die einfach als Datei zu haben. Oder vielleicht ist das auch nur eine Verkleinerung des Problems. Genau wie meine Science Fiction-Sammlung. Da hat sich mein Geschmack sehr geändert, ich lese nicht mehr viel davon. Aber ich kann doch meine mühselig zusammengesuchte Sammlung nicht einfach weggeben. Wäre als Datei schon praktischer… und platzsparender, ich mag leere Räume.

Hm, ist die Vereinfachung des Lebens durch moderne Technik so einfach? Man sammelt Dateien und wenn man denn mal stirbt, können die werten Erben die Datei einfach löschen oder den Datenträger entsorgen. Viel einfacher und schneller als Bücher weg zu werfen. Seltsamer Aspekt.

8 Kommentare

  • Habe einen Kobo und Hunderte von Büchern zu Hause 🙂
    Gehe ins Internet und zum Hugendubel stöbern. Ergänzt sich alles wunderbar.
    Kindle war mir übrigens zu sehr an Amazon gebunden, bin mit Kobo viel freier und kann auch noch in der Stadtbibliothek (Onleihe) ePub Bücher ausleihen. Genial!

  • Vorletztes Weihnachten bekam ich von meinem Mann den Kindle und dachte erst „toll, keine Handtasche?“ Seitdem lese ich wesentlich mehr als vorher. Ja, man kann einfach schnell ein Buch runterladen und der Kindle ist schön leicht und handlich. Für mich auch perfekt 🙂

  • Ich liebe meinen Kindle auch sehr. Vor allem im Urlaub ist er genial und im Koffer mehr Platz. Klasse finde ich, genau wie Du, dass ich spannende Buchempfehlungen sofort zur Verfügung habe. Auch die Leseproben sind toll. Trotzdem- ich komme aus der Verlagsbranche – liebe ich Bücher und kaufe sie auch noch, d.h. Mainstream für den Kindle und „schöne und wichtige“ Bücher kommen dann doch körperlich nach dem Lesen ins Regal.
    Damit relativiet sich auch der Erben Aspekt!
    Einen schönen Sonntag!

  • Ja, Irit, nun hast du es geschafft, dass ich mir auch einen gekauft habe – und ich wollte das gar nicht. Niemals. Wie du liebe ich Bücher, wobei ich schon mehrere interessante Wege gefunden habe, sie auch wieder los zu werden. Wie du liebe ich Bücherstapel in Ferienwohnungen. ABER wie du nerven sie mich teils auch, manchmal sind es zu viele, letztes Mal waren es zu wenig (Österreich hat zum Glück auch Buchläden…). Und nun will ich sehen, wie es mit dem Kindle geht. Vielleicht verkaufe ich ihn ja auch wieder…

  • oh, das finde ich aber klasse. Da müssen wir uns dann mal über die passende Zubehör-Software austauschen…

  • Also ich liebe meinen kindle schon lange.Ich bin froh im Urlaub nicht mehr kiloweise Bücher rumschleppen zu müssen und ehrlich gesagt, ich mag auch die Tonnen von Bücher zuhause nicht mehr. Als wir vor drei Jahren umgezogen sind, habe ich schon kistenweise Bücher an hephata verschenkt . Der Geschmack ändert sich ja mit dem Alter ganz gewaltig und ich empfinde diese Tonnen von Bücher nur als Ballast.Etliche habe ich inzwischen im Keller rumliegen.Die müssen auch noch weg und trotzdem stehen im Wohnzimmermmer noch genug rum.Also wie gesagt, ich liebe meinen Kindle.Ich habe nur das Problem, dass inzwischen so schöne neue Modelle rausgekommen sind. Ich habe den ganz einfachen Kindle.
    Was ich auch noch toll finde, dass ich die Bücher gleichzeitig auf meinem Handy, meinem i pad und meinem Computer lesen kann. Besser geht’s nicht:)
    liebe Grüsse Claudia

  • Es gibt ja auch eine Kindle App für das IPad….

  • Ich war immer absolut gegen einen eReader, ich höre mich noch sagen „Nichts geht über ein richtiges Buch!“ Nachdem ich mal kiloweise Bücher aus dem Urlaub wieder ungelesen mit zurück genommen habe, habe ich mir einen Sony-Reader zugelegt (mag amazon nicht besonders). Seit über einem Jahr habe ihn nun und kann gar nicht mehr ohne. Ich leihe sehr viel und habe immer ausreichend Urlaubslektüre dabei (genauso in Bus, Bahn, Wartezimmer, Friseur, ….). Einfach genial. Keine Platzsorgen mehr zu Hause, die nach dem Umzug gar nicht mehr ausgepackten englischen Taschenbücher werden auch noch verschenkt und nur noch die absoluten Lieblinge werden behalten.
    Hatte ihn eigentlich nur für Urlaube angeschafft, mittlerweile lese ich bis auf ganz wenige Ausnahmen nur noch elektronisch. Bin total begeistert und habe meine Umgebung auch schon total angesteckt.

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