Abnehmen, Sport usw – Teil 2

Nach meinen länglichen Ausführungen über Sport im einzelnen und allgemeinen kommen wir heute mal zu Abnehmen.

Ich hatte gestern schon ausgeführt, dass ich Diäten ziemlich grauenhaft finde. Verzicht auf leckeres Essen, Wein, Schokolade, Chips, das ist nicht mein Ding. Die Frage ist: warum eigentlich?

Ich empfehle zum Reinschnuppern dieses Interview mit Andreas Winter zu der Thematik. Diesen Blogpost fand ich auch interessant, wobei ich nicht alle Ansichten teile. Seine These ist, dass wir Stress mit Essen bekämpfen oder mit Essen „gute Gefühle“ erzeugen. Der Körper reagiert darauf im ersten Fall mit der Ausschüttung von Cortisol, im zweiten Fall mit „Festhalten“. So in kurzen Worten die These.

Das Buch liest sich interessant, die Beispiele auch, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es ganz so einfach nicht ist. Ich habe übrigens auch ein Coaching bei Andreas Winter gemacht, das mir bei einer anderen Sache (dem frühen Tod meines Vaters) sehr geholfen hat.

Derzeitiger Stand ist der: in den letzten zwei Jahren habe ich 15 kg abgenommen und zwar „einfach so“. Zumindest was die Vorgabe von Essgewohnheiten angeht. Ich nehme auch nicht zu, ich esse einfach, wie ich mag und was ich mag. Ansonsten war es weit entfernt von „einfach so“. Man ist gezwungen, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und sich der einen oder andern unschönen Sache zu stellen. Das Verhältnis zu den Eltern oder zur Familie, die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und ähnliche Schwergewichte. Es gibt auch bestimmte Schlüsselsituationen, meist in der Kindheit, die wieder hochkommen. Als Erwachsener beurteilt man diese anders bzw. kann sie in die richtige Relation setzen.

Aber es ist nicht einfach. Ich nehme mir schon seit Monaten vor, wieder die Coaching CD zu hören. Praktisch auf dem iPod, ich müsste nur eine Stunde abpassen, in der ich allein zu Hause bin, mich aufs Bett legen und los geht es. So einfach ist es aber nicht. Ich drücke mich, weiß ich auch, aber auch das ist ein Teil des Lernprozesses. Man kann nichts erzwingen.

Noch ein paar Worte zum Effekt: ich habe nicht mehr das Gefühl, etwas zu verpassen – esstechnisch gesehen. Es ist nur Essen, gibt es immer wieder und ist jederzeit verfügbar. Ich verhungere auch nicht, wenn ich mich nicht vollstopfe. Ganz im Gegenteil, es geht mir gut. Und zwar nicht durch Selbst-auf-die -Schulter-klopfen und Glückwünschen zum Verzicht, sondern weil ich es nicht BRAUCHE, um mich gut zu fühlen.

Das derzeit noch ungelöste Thema bei mir ist Stress. Teils nicht änderbar (Kinder SIND anstrengend), teils selbstgemacht. Zu dem Thema habe ich dann kürzlich noch eine interessante Theorie namens Selfish Brain entdeckt. Kurzgesagt reagieren die Dünnen auf Stress anders als die Dicken, die einen werden eben dick, die anderen haben ein kürzeres Leben. Ich habe mich noch nicht ausführlich damit befasst, aber wer mag, kann ja mal googeln.

Auf jeden Fall habe ich für mich beschlossen, mich mal ausführlicher mit dem Thema Meditation zu beschäftigen und gelassener zu werden. Dann wird das auch noch etwas mit den noch verbleibenden 100 Butterpäckchen. Ich finde Kilos als Maß zum Abnehmen so technokratisch, ich stelle mir das lieber als Butterpäckchen vor.

8 Kommentare

  • Autogenes Training oder Meditation wäre gar nicht für mich. Ich bewundere jeden der das handhaben kann. Ich kann mich bei so was nicht konzentrieren, meine Gedanken schweifen ab.
    Da verlasse ich mich lieber auf meinem Willen. Ein Spruch aus meinem Fitness-Studio. „Zwischen dir und deinem Ziel steht nur einer, DU“ Passt auf viele Lebenssituationen.

  • Ach, weißt du, Meditation ist ja gerade für die, deren Gedanken immer abschweifen… Ich meditiere täglich und es wird immer mehr, das bereichert mein Leben ungemein. Und was machst du, wenn du Dinge erlebst, die du mit dem Willen nicht beeinflussen kannst?

  • Gelassener zu werden, in mir zu ruhen, das ist eins meiner persönlichen Ziele, das ich erreichen will.

  • Ganz früh heute habe ich bereits Dein Statement gelesen, Irit und irgendwie habe ich tagsüber sehr oft daran gedacht..So wundervoll offen sprichst Du über Dich, das was schwierig ist und letztlich auch das Schicksalhafte, was uns zu dem Mensch macht, der wir eben sind..dass wir unsere Themen nicht andauernd „bearbeiten“ wollen, liegt wohl auch in der Natur des Menschen..Ich habe soo tolle Meditations-CD’s, aber die Zeit dafür nehme ich mit einfach NIE..In jedem Fall übe ich mich auch in größerer Gelassenheit mir selbst und meinen Ansprüchen gegenüber, bin neugierig, wann das wohl klappt.

  • Ich stifte zur Verlosung 5 Exemplare meines nagelneuen Pocket-Buches „Abnehmen ist leichter als Zunehmen“, damit sich Deine Leser selbst überzeugen können. In diesem Buch ist diesmal keine CD, weil es Menschen gibt, die sich besser fühlen, wenn sie alles „alleine und ohne Hilfe schaffen“. Schließlich zählt ja das Ergebnis und nicht der Weg dorthin
    Liebe Grüße aus Iserlohn, Andreas Winter

  • Hallo Andreas, das ist ja nett 🙂 Janne ist die Tage ja da – vielleicht klärt ihr das Procedere?

  • Dieses Buch würde mich seeehr interessieren. Ich war immer vom Gegenteil überzeugt.

  • Oh, ja, wäre das etwas, was mir endlich helfen könnte?!
    Ich gebe gerade wieder fürchterlich viel Geld für eine Sanguinum-Kur aus und kann das Futtern trotzdem nicht lassen.
    Ich würde auch gerne an der verlosung teilnehmen.

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