Warum gibt es die Klamotten aus den Illustrierten nie, oder

machen die das etwa mit Absicht? Drehen Redakteurinnen ihren Leserinnen in Gedanken eine lange Nase nach dem Motto, bisschen Appetit holen dürft ihr euch, aber wie der Esel mit der Karotten könnt ihr den Klamotten dann hinterherlaufen, bekommen tut ihr sie ganz gewiss nicht? Oder ist das alles nur Zufall?

Ihr kennt das alle: In der letzten Gala/Brigitte/wasweißich finde ich eine Jacke aus einem Outfit, das mich begeistert, ausdrücklich unter Kleidungsempfehlungen fürs Büro gelistet. Es steht ein Hersteller und ein angemessener Preis dabei. Ich mache mich frohgemut auf die Onlinesuche und was passiert? Das Teil ist in keinem von fünf Onlineshops zu finden. Es st vermutlich also entweder aus der letzten, nicht mehr erhältlichen Kollektion oder aus der nächsten, noch nicht im Verkauf befindlichen, oder, die letzte Möglichkeit, es gehörte zu dem Teil der Kollektion, der gar nicht erst in die Produktion gegangen ist.

Das gibt es nämlich auch – es wird eine Musterkollektion entworfen und genäht. Diese Teile werden dann an die wichtigen Moderedakteurinnen geschickt und hoffentlich fotografiert (deswegen sind diese Musterkollektionen auch immer nur in den Größen 34/36). Es kann aber gut sein, dass einige Teile aus welchen Gründen auch immer, weil etwa der Stoff teurer ist als gedacht oder gar nicht mehr erhältlich, oder weil das Teil insgesamt schlechte Kritiken bekommen hat, gar nicht erst in die Produktion geht. In dem redaktionellen Teil von Frauenzeitschriften findet es sich trotzdem, wenn es fotografiert worden ist, denn diese Produktionen werden ja in der Regel vor dem Erscheinen der Kollektion konzipiert und produziert.

Daraus resultiert dieses Ärgernis für Leserinnen, dass frau sich in eine Klamotte verliebt und diese dann nicht auftreiben kann. Und ich finde diese Angaben zu den Bezugsadressen oft auch nicht besonders hilfreich, denn was nützt mir die Herstellerin, wenn diese keinen Onlineshop betreibt? Ich möchte daher die Moderedakteurinnen bitten, dieses Problem mal näher in Augenschein zu nehmen und vielleicht mit genaueren Bezugsmöglichkeiten zu reagieren…

9 Kommentare

  • Ich habe mir bisher zwar noch nie etwas gekauft, das ich in einer Zeitschrift entdeckt hätte, aber ständig gibt es Leserbriefe, in denen man verzweifelt schreibt, man hätte sich in Teil x verliebt und das sei nirgendwo.
    Die Standardantwort lautet meist: wir bekommen die Sachen natürlich früher, seien Sie geduldig.
    Oder aber: hier ist die Nummer der PR, dort wird man Ihnen genau sagen, wo Sie das bekommen.

    Alles in allem trotzdem ärgerlich.

    Was mich auch ärgert: Beautyredakteurinnen testen NIE irgendein Produkt selbst. Die stellen jeden Dreck rein und preisen den an, häufig sind das Produkte, zu denen man nur schlechte Reviews findet. Werden die Zeitschriften bezahlt für eine Veröffentlichung?

  • .. ja, ds stimmt und ich finde das auch ärgerlich.

    Gruß Sabine

    • Ich hatte mich mal in einen Mantel von H&M verguckt, halt nicht so ein Investmentstück, aber schön für ein bis zwei Winter. Gab es weder Online noch vor Ort noch sonst irgendwie. Ich finde das doof. Und ich wollte mir dann ja doch mal einen Bikini kaufen, fand einen von Freya sehr schön – man muss nicht glauben, dass es den IRGENDWO gibt

  • Das kann ich genauso unterschreiben. Und da sich alles andere auch irgendwie wiederholt, kaufe ich als Konsequenz keine Zeitschriften mehr. Doch, halt, jüngst eine für die Fahrt in den Urlaubsort. Um mich sofort wieder zu ärgern: die Hauptmodestrecke enhielt genau zwei Teile um die 100 Euro, der Rest (8 Teile) befand sich ab 220 Euro aufwärts. Und das war keine Elle oder Vogue.
    Nö, ich lese lieber ein Buch ;o).
    Gruss,
    claudi

  • aber morgern zumindest mal in der neuen MyWay blättern…. da sind wir drin *strahl*

  • Mir fällt das extrem bei Schuhen auf. Die kriege ich nie. Und bei Kosmetik werden gerne Sachen gebracht, die aus einer LE sind, die längst schon ausgeplündert ist. Einfach nur ärgerlich.

  • Ähmm… ich hatte eigentlich noch nie das Bedürfnis, ein Kleidungsstück aus einer Zeitschrift zu kaufen. Jedenfalls nicht genau das Gezeigte, eher sehe ich sowas als Inspiration, die sich dann nach meinen Vorlieben anpasst. Deshalb habe ich den beschriebenen Effekt nicht bemerkt. Allerdings ist mir bei Schminkkram dasselbe wie Carlotta aufgefallen, häufig LE oder Sachen, die nicht mehr / noch nicht erhältlich sind. Inzwischen sehe ich diese Zeitschriften als nur Unterhaltung, aber selten hilfreich fürs „real life“ an und kaufe sie nur noch sehr wenig.
    Ebenso ärgerlich finde ich die meisten Modezusammenstellungen, wer bitte außerhalb von 20jahrigen, großen, sehr schlanken Frauen mit langen Beinen und aus der Kreativszene soll das im Alltag tragen ? Macht doch bitte mal was mit mittelgroßen, mittelgewichtigen Frauen von 20 bis xxx, und Klamotten für den Alltag von Business, Büro bis Bauernhof, liebe Redaktionen!

  • Sehe in Vogue usw. eh am liebsten die Laufsteg-Trends. Von schönen Ausgaben habe ich sogar noch einzelne Exemplare seit 1992. Einmal vor über 10 Jahren war ich auf der Jagd, sah irgendwo in einem Blatt DEN genialen Schwimmanzug von Comme des Garcons für Speedo. Musste viel recherchieren, aber den habe ich dann in einem englischen Online-Wäscheshop gefunden – und trage ihn heute noch sehr gern. Heute schau ich aber mal, wo es die MyWay gibt 🙂

  • Kenn ich! Für das 30er Jahre-Outfit zu meiner standesamtlichen Trauung letztes Jahr suchte ich DEN EINEN GANZ BESTIMMTEN T-Stripe Pumps und fand IHN in der Donna oder Madame…von Geox… auch ich bekam die redaktionelle Standartantwort. Selbst bei Geox waren die noch nicht soweit. Den Schuh gab es dann lange, lange nach der Trauung auch endlich im Handel. Sowas ist wirklich absolut ärgerlich!

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