Töchter, die groß werden – erster Teil von vermutlich vielen

Erster Urlaubstag, am Abend zuvor spät angekommen, nichts zu Essen im Haus. Wir (= mein Mann und ich) wollen los, provenzalischer Markt mit dieser wunderbaren Mischung aus Oliven, Obst, Honig, Würsten und unsäglicher Kleidung (dieses Jahr übrigens gerne mal in Neon…). Danach noch der Lieblingssupermarkt Carrefour und fertig ist das Ferienglück. Finden unsere Kinder nicht, die wollten gerne allein zu Hause bleiben. Glücklicherweise kam noch der Bäckerwagen durchs Dorf, Baguette für alle und wir fuhren los. Zu zweit.

Ich bin dann doch ins Nachdenken gekommen, nach langen zehn Jahren der 24/7-Dauerbetreuung werden die Kinder allmählich flügge, möchten auch mal allein zu Hause bleiben. Freiräume. Wie schön. Leider sind Freiräume auch immer zunächst mal leer. Ich überlege, wie lange mein großes Kind wohl noch mit der Meerjungfrauenflosse (pink!) durch den Pool schwimmen will und zum schmusen kommt. Nicht mehr lange und ich bin blöd und nerve. Dabei ist die Zeit jetzt so schön. Nicht mehr ständig aufpassen, interessante Gespräche, erwachende Weiblichkeit. Und so schnell vorbei. Glücklicherweise habe ich noch Tochter Nr. 2, aber auch da ist die Nerv-Phase nicht mehr sooo weit weg.

Also wie immer: das Jetzt genießen, keiner weiß, was in Zukunft kommt und irgendwann ist auch alles wieder gut – sagt zumindest Janne, die schon eine erwachsene Tochter hat.

Ich merke gerade, dass das Thema schwierig ist – dachte, ich hätte viel zu sagen, ist nur ein ganz kurzer Beitrag geworden, dabei so ein großes Thema.

10 Kommentare

  • Du beschreibst es wunderschoen ‚

  • Ja das Gefühl kenne ich. Es kommt dann DIE Zeit in der es oft sehr sehr schwierig wird…kostet viel Nerven und Geduld und „Frau“ ist auch oft ratlos 🙂 Ich habe es überstanden und meine Töchter sind 20 und 19 und jetzt ist es wieder gut. Natürlich darf man nicht zu viele Ratschläge geben, denn die Mädels wissen alles schon 😉 Aber ich übe mich noch in Geduld 😀

  • Ach, sieh es nicht so negativ. Die Verbundenheit mit deinen Töchtern verschiebt sich nur auf eine andere Ebene. Das braucht nur etwas Zeit.

  • Aus der Warte einer groß gewordenen Tochter kann ich sagen als erstes grobes Fazit auf die Schnelle: die Nervphase geht vorbei, kann aber länger dauern als erwartet und ja, schön ist dann oft anders.
    DANACH wird’s aber besser und ihr habt noch sooooo viele tolle, wunderbare Phasen vor Euch, auch solche wo sie wieder ganz Tochter sind in allen Facetten. Stärke Dich für die Nervphase, genieße jetzt den Urlaub und bedenke: eine Tochter liebt ihre Mutter, auch wenn sie knurrig und murrig ist, ich weiß wovon ich rede.

  • blackforestgirl

    Ich habe mit meiner Tochter (16) eigentlich gar keine Nervphase gehabt, kann es auch kaum glauben und hoffe das es so bleibt. Aber diese kurzzeitige Leere oder bzw. für mich eher so daß Gefühl: sie brauchen mich nicht mehr, daß mußte ich auch verarbeiten. Eben statt 24H Rundumbetreuung irgendwann mal als Mutter Sehnsucht nach etwas mehr Zusammensein. Aber es liegt auch immer an einem selber wie man damit umgeht. Was sehr schön ist, sind die vertrauten Gespräche auf einer erwachsenen Ebene, gemeinsame Shoppingtrips, gemeinsame Kochevents und blindes Verstehen mit Heiterkeitsausbrüchen…da kannst du dich drauf freuen. Von den negativen Erfahrungen, stundenlagem Wachliegen bis sie heimkommt usw…will ich gar nicht berichten. LG Ela

  • Meine beiden Töchter, 20 und knapp 18, waren auch nicht wirklich schrecklich ;)…. es gab immer wieder Diskussionen, aber meistens darum, wie lange man weg darf usw. Glücklicherweise sind sie relativ normal drauf und somit gibt es da nicht so viele Unstimmigkeiten. Ich finde, meine Große könnte nun mal mehr zu Hause helfen, sie ist nun fertige Erzieherin und „genießt“ den Arbeitsalltag, genau wie ich. Im Moment bügle ich ihre Wäsche nicht, ( böse Mama), das führt nun zu kleinen Unstimmigkeiten ;…
    Ich liebe beide sehr, mit der einen kann man prima shoppen gehen und sie interessiert sich auch mal fürs Kochen und ist schon sehr vernünftig ( meistens)…. mit der kleinen kann ich gut quatschen und wir haben viele gemeinsame INteressen.
    Ich hoffe, es bleibt so schön!!
    Sabine

  • man braucht nicht immer viele Worte um viel zu sagen… Ich finde Deinen post ganz toll – sehr viel Gefühl und ich bin gespannt, wie ich dieses Loch bei mir füllen werde. Lieber Gruß Conny

  • ach, ich glaube (oder besser hoffe), sie werden nicht so schrecklich. Derzeit ist die Große auch nur so richtig zickig, wenn sie Hunger hat (Dann aber kurz vor Adoptionsfreigabe…).

    Ich rätsele immer noch, wie das heutzutage mit dem Weggehen funktioniert. Ich musste mit 16 um 10 da sein, mit 17 um 11 und mit 18 um 12. Keine Ausnahme. Ich habe das dumpfe Gefühl, das lässt sich heutzutage nicht mehr so durchsetzen…

  • Exilberlinerin

    Nee, daraus wird wohl heutzutage nichts mit dem um 10 oder um 11… Lass es auf Dich zukommen.

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