Noch mehr Routine und Beobachtungen aus dem Leben

Kürzlich bin ich wegen anderer Termine zu einem unüblichen Zeitpunkt zum Training gegangen. Zur Erklärung: ich trainiere auf der Powerplate, meist zu zweit (weil da zwei nebeneinander stehen) mit der Trainerin. Also hatte ich nicht meine gewohnte Trainingspartnerin (wink zu Hanna!), sondern eine andere. Eine nette Frau, Ende 40 (oder Anfang 50, man weiß es nicht). Nach einer halben Stunde schweißtreibenden Trainings gingen wir in die Umkleide.

Sie meinte, sie brauche etwas länger. Ich dusche immer nur kurz und zwirbele meine Haare zusammen, stört mich auch nicht, wenn sich derzeit jemand in dem kleinen Bad schminkt. Ich bin in Schwimmbad Gruppenumkleiden groß geworden…

Bei mir sieht das nach dem Sport so aus: Sportsachen ausziehen, mit einem feuchten Tuch von Balea (Waschlappen von Babylove) Reste der Foundation entfernen (Augen Makeup bleibt dran), duschen, abtrocknen, Deo, Caudalie Eau Fraiche, Puderfoundation, Blush, Haare kämmen oder hochstecken, fertig – 10 Minuten und dann wieder ins Büro.

Ich war schon geduscht, da war gerade mal das Equipment ausgepackt. Ich bin beautyverrückt, aber ich staunte. Ich war wieder fertig angezogen, da war sie noch mit der Fönrundbürste beschäftigt. Noch nicht geschminkt, geduscht oder sonst etwas. Ich staunte noch mehr. Nun ist das jedermanns persönliche Sache, wie lange man sich nach dem Sport bürofertig macht.

Aber ich kam dann doch ins Nachdenken, ab welchem Zeitpunkt im Leben weniger dann doch mehr ist. Besonders im Sommer finde ich Makeup ganz schwierig. Das sieht bei strahlendem Sonnenschein ganz schnell overdone aus. Ich habe es derzeit nicht mit viel Schminke – eine Phase – wenn ich mich beeile, bin ich in ein paar Minuten fertig. Derzeitiges Programm: Puderfoundation, Augenbrauen (ach, da habe ich übrigens noch etwas geniales entdeckt), Gel Eyeliner auf die obere Wasserlinie (BB Caviar Ink), brauner Lidschatten unten, Wimperntusche, Contouring (Nyx Taupe), Blush (wechselnd) und Highlighter (MAC Pro Emphasize) – fertig. Selbst das finde ich manchmal schon zu viel, besonders meine Vorliebe für VIEL Mascara.

Ähnlich bei den Haaren. Irgendwann sieht allzu blond oder allzu schwarz nicht mehr gut aus. Selbst bei Frauen, die von Natur sehr dunkle Haare haben, sieht hellbraun ab Mitte 40 einfach besser aus. Blond ist unterschiedlich, Frauen mit sehr hellgrauen oder weißen Haaren sehen in hellblond meist gut aus. Wer mittel- bis dunkelblond ist und auf platinblond macht, sieht meist einfach nur alt aus. Gilt auch für rot. Ich finde strahlend Kupfer klasse, aber musste einsehen, dass ein gedämpfterer Ton sich dann doch besser macht.

Ich denke, wir kennen alle die Frauen um die 40 oder 50, bei denen es einfach zu viel ist. Ich habe noch nicht herausgefunden, woran es eigentlich liegt, aber dezenter sieht einfach besser aus. Nicht jünger, sondern besser. Mal wieder eine Umstellungsphase, es sind halt Wechseljahre. Ein Neubeginn, wie schön.

14 Kommentare

  • Liebe Irit. Ich kann dir nur zustimmen, denn das ist genau meine Devise. Weniger ist mehr, gerade über 40. Und doch sieht es jünger aus und auch frischer. Zu viel Make-Up erschlägt uns, drückt auf die Augen. Ich nehme jetzt im Sommer kein Make-Up, aber auch keine Puder. Die Haut muss atmen. Ganz wenig werden die Augen geschminkt, mit Mascara, natürlichem Lidschatten, Gel-Eyeliner. Dann noch etwas Sheer Blush. Eher noch Lippenstift, hier gerne auch mal knalliges Rot oder Pink. Aber das ist dann auch das höchste der Schmink-Gefühle.
    Liebe Gruß, Cla

  • Gerade bei diesem Wetter ist alles schnell zuviel! Und ab 50 sowieso!

  • Ich bin zwar erst Mitte 30..aber mein Motto war schon immer weniger ist mehr und wird es demnach auch immer bleiben;)
    Derzeit benutze ich z.B. wenn überhaupt Mascara und evtl. ein bisschen Rouge..das wars dann schon;)
    Liebe Grüße
    Marion

  • Mir nicht:)! Gut, auf die ganz harten Sachen( knallpinkem eyeshadow) verzichte ich mittlerweile ! Aber sonst : volles Programm, hihi!

  • Entschuldigt meine Schreibfehler: mein iphone ist schlecht drauf, grrrr:(.

  • Genau so isses. In München rennen ja jede Menge dieser … ich nenn sie immer „Zahnarztgattinen“ rum: Zaundürr, solariumbraun, blonde, gesträhnt, halblange Haare. Rouge! Lippenkonturenstift!! Schrecklich. Und vor allem: zu viel von allem.

  • Hello – ich bin ganz Deiner Meinung – im Sommer ist tagsüber weniger mehr. Aber am Abend darf es bei mir gern ein bisschen Make-up sein. So richtig viel, benutze ich davon eh nicht. Und bei den Haaren bin ich auch ganz bei Dir – natürlich kommt das immer ein bisschen auf den Typ an – aber ich bin der Meinung – je natürlicher desto besser… 🙂 Schönes Wochenende, lieber Gruß Conny

  • @ Susi: die gibt’s nicht nur in München, sondern bspw. Auch am Rhein …..
    Wußte gar nicht, dass dieser Begriff o diese Bezeichnung allgemein gültig ist, musste deshalb grinsen
    und antworten.

  • @Julia: Du meinst den Begriff „Zahnarztgattinnen“?? Verwendest du den auch?? 😀

  • In Hburg auch !

  • Gerne auch „Zahnarztfrau“ genannt… wir erinnern uns an die Werbung für eine Zahnpasta

    In Düsseldorf laufen die in hellen Scharen über die Kö – sehr zum Amusement von Nanna und mir, wenn wir dort im Sommer abends sitzen und Eis essen

  • @ Susi: YES!
    Und wie dieser Begriff passt. Und das beste: ein paar davon, die man so kennt, sind wirklich Zahnarztgattinnen 🙂

  • Auch wenn ich den Begriff in dieser Bedeutung noch nicht kannte – er passt ! 😀
    Meiner Erfahrung nach kommt es weniger auf die Mengen oder Farben des Make up etc. an, sondern wie künstlich die Trägerin damit aussieht. Je künstlicher, desto eher stößt sich unser ästhetisches Empfinden daran. Und was bei einer jungen Frau/ jungem Mädchen als individuell und evtl. gewollt artifiziell herüberkommt, sieht bei einer nicht mehr so jungen Frau eben nur noch nach „gewollt, aber nicht gekonnt“ aus.
    Ich selbst trage auch mit Ü40 gut Farbe, gern auch grünen / Türkisen Lidstrich, pink-rosa Lippenstift und Pink / Fuchsia Nagellack. Naja, nicht alles zusammen und nur wenn es passt und nicht mit dem jeweiligen Anlass kollidiert. Aber meine „Eigenfarben“ schlucken einfach viel Farbe, naturell sehe ich sonst einfach nur etwas fade aus.

  • Exilberlinerin

    Im Sommer ist zu viel Make up in der Tat nicht schön. Ich schminke immer die Augen, weil ich sonst meine, ich seh aus wie ein Grottenolm (also nicht zu Hause und um Brot kaufen zu gehen, aber im Büro), und halt leider auch immer meine Couperose nebst Puder.
    Die Dame aus Deinem Training macht vielleicht gar nicht soooo viel sondern ist schlecht organisiert, prusselt zu viel hier und da und tüdelt mit verschiedenen Sachen ganz ineffiezient herum. Aber vielleicht hat sie ja sonst nichts zu tun. Ich kann mich wenn nötig in 5 Minuten schminken.

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