Der 100%-Ansatz

Urlaubsvorbereitungen. Mittlerweile sind wir schlauer als früher und machen uns keinen Stress, d.h. außer bei festen Terminen wie Flugreisen fahren wir eben einen Tag später los und können dafür gemütlich die Sachen zusammenpacken und starten entspannt in den Urlaub. So auch in den Osterferien (Anmerkung: das hier habe ich schon vor längerer Zeit geschrieben und irgendwie in der Entwurfszone vergessen…). Sonntag noch gewaschen, Montag war ich in München (Bloggerevent :-)), Dienstagmorgen packen. Dazu gehörte dann auch noch Wäsche abhängen etc.

Dabei fiel mir dann der kleine, aber entscheidende Unterschied zum Rest meiner Familie auf. Ich erledige eine Aufgabe zu 100%. Und zwar gleich. D.h. ich hänge nicht 95% der Wäsche ab, lege sie zusammen und lassen dann den Wäscheständer mit drei Socken drauf stehen. Nein, Socken runter, Wäscheständer wegräumen. Wenn ich aufräume, räume ich alles weg. Keine Häufchen von übrig gebliebenen Dingen, nein, alles hat seinen Platz. Wenn ich spüle (kommt selten vor), ist es fertig, wenn die Töpfe im Schrank stehen und nicht zum Abtropfen auf der Spüle.

Da ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum es bei vielen Leuten so unordentlich aussieht. Sie räumen nur 90 oder 95% der Sachen auf, es bleibt immer ein Restbestand. Dabei braucht der nicht mehr viel Energie, man muss es halt machen.

Ähnliches kann man auch an anderen Stellen beobachten. Tolles Outfit, aber leider sind die Schuhe schmutzig – 95%. Wunderbares Makeup, aber die Foundation nicht aus den Augenbrauen gebürstet – 95%. Prima IT-Projekt, aber leider noch fünf Fehler Fehlerklasse 2 übrig – 95%.

Ich kann das nicht ertragen, ich mache 100% und zwar immer. Eher fange ich eine Aufgabe nicht an, als dass ich sie nur in Teilen erledige. Ich schreibe gerade auf meinem neuen Airbook. Ich muss noch meine alten Daten herüberziehen, Photos, iTunes und für das Mailarchiv muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Ich habe derzeit keine Lust dazu, also lasse ich es, bis ich Zeit und Lust habe. Aber nicht in Teilen erledigen und den Rest liegen lassen. Dann wandert es eben auf die ToDo-Liste.

 Edit: zwischenzeitlich Mailarchiv und Photos erledigt, iTunes wird im Urlaub gemacht. Es wird…

Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen, ich bin ein Anhänger des Pareto-Prinzips, aber von den 20 Prozentpunkten werden dann eben 100% erledigt und nicht 95%…

6 Kommentare

  • Ich kann Deine Einstellung sehr gut nachvollziehen. und wer räumt die restlichen 5 Prozent Deiner Familie weg, die oder Du?

  • Bewundernswert, Irit!
    Inzwischen lasse ich auch einmal etwas liegen. Staub gegenüber habe ich eine hohe Toleranz entwickelt;-). Und ist das Wetter einmal schön, unternehme ich nach der Arbeit lieber etwas mit meiner Tochter oder treffe mich mit Freunden, egal ob noch Wäsche auf der Leine hängt oder nicht. Das habe ich von meinem verstorbenen Mann gelernt, denn leider kann das Leben so plötzlich vorbei sein…
    Einen schönen Urlaub wünsche ich Dir und Deiner Familie! Gute Erholung!

  • Haha, ich dachte, es geht ums Haarefärben… Ich bin auch ein 100-%-Typ. alles andere ist doch unsinnig. Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.

  • Oh ja, ich weiß wovon Du sprichst. In unserer Familie heißen die 95% auch „Erst mal..“. Mein Mann: „Das Geschirr hab ich erst mal eingeweicht.“ Mein Sohn: „Die Schulsachen habe ich zum Sortieren erst mal auf dem Fußboden ausgekippt, bin dann aber leider 2 Tage beim chillen hängengeblieben“. Den Rest zu erledigen bringt mich auf die Palme. Dabei sind das laut den anderen doch nur noch „Kleinigkeiten“. Den Großteil haben sie ja schon mal erledigt.. Im Büro heißt das, sich bei nicht zu Ende erledigten Aufgaben in den Gedankenberg anderer einzuarbeiten, was dann quasi einen Erledigungsaufwand von 95% plus 100% bedeutet. Reine Zeitverschwendung also diese 95%-Methode. 100% oder gar nicht! Einen schönen Urlaub 🙂

  • Immer alles fertig machen – aber ein Posting bei den Entwürfen vergessen?! Tstststs … :-)))))

    Ansonsten: Gratulation! Denn ich bin genauso eine, die immer nur 95 Prozent macht (außer im Business). Aber Gott sei dank eine sehr fähige Haushaltshilfe hat. Und ein Auge, das hinweg sehen kann … 😀

  • die restlichen 5% meistenteils ich… außer, wenn ich wie am Sonntagmorgen einen Wutanfall bekomme, sofortigen Auszug androhe (die Restfamilie weiß: ich mache das) und laut herumbrülle

    Ich bin da auch wieder etwas gelassener geworden, aber wenn dann WOCHENLANG die Sessel mit Spielzeug überhäuft sind, ist es irgendwann vorbei

    hier sind es übrigens 37 Grad, der Pool ist angenehm,der Himmel blau und Essen+Wein gut (schon wieder der nächste Urlaub… Wohnung ist übrigens tipptopp aufgeräumt)

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