Endnervig

Ich bin recht häufig bei Facebook bzw. es läuft im Hintergrund, weil ich es standardmäßig morgens auch aufmache. Meist, um zu posten, was es bei FabForties neues gibt. Manchmal gibt es Nachrichten von Bekannten und Freunden (auch die gibt es bei Facebook!) und dann schaue ich meist noch bei den wenigen Gruppen vorbei, bei denen ich Mitglied bin. Meine liebste Gruppe ist übrigens „Du bist Andernacher, wenn…“. Ich würde zwar freiwillig nie wieder dorthin ziehen, bin aber in den letzten Jahren immer lieber zu Besuch dort. Man kann halt die rheinischen Wurzeln auf Dauer nicht verleugnen… aber darüber wollte ich nicht schreiben – sondern über endnervige Facebook-Posts.

Das geht los mit endlosen Katzen- und Hundephotos. Muss das wirklich sein? Ich habe die Mitteilungen von den betreffendenPersonen jetzt abgeschaltet. Ich finde Hunde an sich fürchterlich und Katzen, die ich nicht persönlich kenne, interessieren mich auch nicht.

Abgeschaltet habe ich auch den Strom der Tierfreunde, die mir das Leben als Vegetarier oder gar als Veganer schmackhaft machen wollen, meist mit deutlich geschmacklosen Photos. Nein, ich esse gerne Fleisch und Wurst und Schinken und Fisch. Butter und Sahne mag ich auch. Und ich trage auch keine Plastikschuhe.

Noch schlimmer sind die Photos mit Sinnsprüchen aller Art. Jüngstes Beispiel ein Photo mit ein paar Kabinettsmitgliedern inkl. Frau Merkel und untendrunter die schöne Aussage: „Warum wir so grinsen? Weil wir nicht mit 1000 Euro im Monat klar kommen müssen und weil unsere Rente wirklich sicher ist, obwohl wir keine Beiträge zahlen müssen…“ usw usw. Leider waren nicht nur Rechtschreibfehler im Text, die Grammatik war ein Alptraum. Mein erster Reflex war eine Antwort nach dem Motto „wenn Sie in der Schule aufgepasst hätten, wären es auch mehr als 1000 Euro im Monat“ , aber das ist politisch höchst unkorrekt. Das gilt allerdings auch für Neiddebatten dieser Couleur. Abgeschaltet.

Auch schön finde ich diverse Sinnsprüche von verflossenen Lieben, Freunden, Liebesbeziehungen, Vertrauen bla bla bla, die an Schwülstigkeit kaum zu übertreffen sind. Jüngstes Beispiel: „Manchmal muss man Menschen aufgeben. Nicht weil sie dir egal sind, sondern weil du es ihnen bist.“ Das hat schon das Niveau von Sprüchen im Poesiealbum. Glaubt das wirklich jemand?

Trägt Facebook irgendwie zur Verdummung der Menschheit bei? Das wäre doch mal ein schönes Promotionsthema… da muss man im Gegensatz zur vielgescholtenen Frau Dr. Merkel auch nicht langweilige Physikthemen durchdringen und die Forschung vorantreiben, nein, da kann man wunderbar einfach mal so daher labern.

  • Ich bin nicht bei Facebook …zum „Entsetzen“ mancher Freunde, mit denen ich lieber real zu tun habe… und wenn ich Deinen Artikel lese, weiß ich auch wieder, warum ich nicht dabei bin.

    FB hat sicher seine guten Seiten und ist für viele eine Bereicherung, das ist aber wie beim TV…. man kann es gut nutzen oder schlecht… und ja, auch wie da trägt es sicherlich zur latenten Verblödung bei manchen Personen bei. Das gilt aber für viele Medien.
    Positiv finde ich – soweit ich dies als Außenstehende beurteilen kann – die Möglichkeit, Interessengruppen zu bilden; sich mit Familienmitliedern oder Freunden in aller Welt auszutauschen und eben die Kommunikation grenzüberschreitend zu fördern (hochtrabend am frühen Morgen ausgedrückt). Es geht aber auch gut ohne…

    Als Promotionsthema sicher schön, aber da wird die dahinterstehende Firma ein Wörtle mitreden wollen…..über den Wert und Unsinn von Netzwerken online gibts sowas bestimmt schon. Unsere Tagespresse berichtet öfter mal, wie IT und Netzwerke angeblich wirken, jedes Mal steht was anderes dran…. Hat für mich persönlich ungefähr den gleichen Nährwert wie die Studie über das Liebesverhalten der Stubenfliege….. sprich: ist da, wirkt …hat aber begrenzten „Hoch-Zeiten“, vermehrt sich dann schnell und fliegt davon. Gut, daß ich ohne Facebook an die FAB FORTIES komme!!!
    😉
    Liebe Grüße!

  • Mich würde aber einmal interessieren, wieviele Menschen es tatsächlich beruflich nutzen?

  • @regina: kann ich voll unterschreiben.
    ich würde mich zwar auch eher den „digital-natives“ zuordnen, da ich schon immer technische neuerungen toll fand, ohne internet nicht mehr auskommen möchte und ich mich recht gut mit dem kram auskenne.
    trotzdem ignoriere ich facebook weitestgehend!

    ich investiere lieber etwas mehr zeit in gespräche per telefon. beim email schreiben gibt man sich auch mehr mühe als mal eben einen post abzusetzten, und auf gewissen foren/blogs/sites kann man ja auch oft seinen senf dazu geben, nicht wahr?
    alles andere halte ich für latenten voyeurismus (exhibitionismus auf der anderen seite). warum muss ich immerzu wissen was meine freunde gerade treiben/denken/fühlen? zu viel information kann auch ganz schnell mal „entzaubern“. oder gipfelt das ganze dann doch darin, dass wir uns alle bei der all-morgendlichen sitzung auf dem klo fotografieren und es freudestrahlend posten…“hach, was war ich heute morgen schon erfolgreich, LOL!“ uaaahhhh!

    und beruflich nutzen es ja tatsächlich viele personaler, die ihre bewerber im voraus checken. ich gebs zu, ich würde es womöglich auch machen. aber mir persönlich orwell-t es dabei ein wenig zu heftig!

    insgesamt gesehen halte ich es mit facebook wie mit vielen anderen dingen: „die dosis macht das gift“, oder wie meine omma immer sagte, wenn sie mich mit ner ganzen tafel schokolade erwischt hat: „allzuviel ist ungesund!“

  • …übrigens….die zwei „sinnsprüche“ am ende konnte ich mir echt nicht verkneifen! 😉

  • Was mich an Facebook noch mehr nervt, sind diese Leute, die so sinnfreie Sachen posten wie „Oh Gott!“. Ende. Weiter kommt nichts. Machen die das, damit man nachfragt, oder was soll das bringen?

  • Es ist doch jedem überlassen wessen Kommentare und Post’s man liest bzw. man angezeigt bekommt. Grundsätzlich finde ich auch, dass oft viel seichter Mist in FB gepostet wird…aaaaber wieviele Menschen würden auch Post’s über Kosmetik usw.seicht und unnötig finden ? Ich für meine Person finde Bilder von Hunden eher supersüß als fürchterlich ;), liegt mit Sicherheit daran, dass ich einen Hund habe und diese Bilder mich oft einfach zum Schmunzeln bringen. Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht…man muss es ja nicht lesen ;)….Natürlich trifft man auf viel Mist, aber den kann man überall lesen.

  • Einfach zum gähnen sind auch die Aufforderungen, Kettenbriefe zu posten und das durch Erwachsene.

  • Du sprichst mir aus der Seele!!!
    Und ich habe gerade beschlossen auch alles, in diese Richtung gehende, abzuschalten!

  • Ich finde es auch echt schlimm, wenn einem ständig ungefragt diese schrecklichen Tierquälerbilder vor die Nase gehalten werden…

  • und die sind meistens nicht mal unscharf 😉

  • Ich fühle mich verstanden! Ich mag auch keine Hunde oder Katzen oder Kaninchen in meiner Timeline, weder süße noch gequälte. Die Poesiealbumsprüche hasse ich auch auf den Tod, so wie den Großteil der witzigen Sprüche – bitte aber immer als schlecht gemachte Grafik eingestellt und den Text voller Fehler. Die Kettendings hasse ich auch, insbesondere die Warnungen vor Kinderfängern und Bussen sowie vermisste Menschen. Bitte aber bloß nie selbst etwas ausdenken und schreiben. Es gibt einige Menschen, wo ich die Freundschaft auf Facebook noch aufrechterhalte, obwohl ich ihre Postings nicht gerne lese, um sie nicht vor den Kopf zu stellen, aber ihre Nachrichten habe ich abgestellt. Ich hätte auch gerne, dass einige meiner Freunde meine Postings nicht mehr automatisch in ihrem Stream sehen, damit sie nicht mehr ihre gedankenlosen gefällt mirs drunter setzen können – bzw., mir fehlt einfach das Nehmen und Geben.

    Puh, was für ein Stoßseufzer! *lach*

  • Die Kettendinger hatte ich ganz vergessen, die sind auch ganz schrecklich. Vor allem dieses ständige „ich wette, dass 95% aller Leser dies nicht teilen“. Genau, damit möchte ich nicht in Verbindung gebracht werden 🙂

  • Und mich nerven solche Dinge wie „poste oder like das, wenn Du auch stolz auf Deine (wahlweise einsetzbar Tochter, Familie, Söhne, uswusf“ – so hat jeder wohl etwas.
    Wie man allerdings die Augen schließt vor den Grausamkeiten und Wahrheiten des Lebens und dass auch noch mit „jetzt erst recht“ und pseudo-liebralen Statements wie „mal in der Schule aufgepasst“ reagiert, werde ich wohl nie verstehen. Und das macht mich betroffener als die hier aufgeführten, angeblichen Facebook-Nervereien; sie tun in der Regel keinem weh, im Gegensatz zu solchen Äußerungen. Meine Meinung…

  • Ich fühle mich gerade sehr bestätigt, dass ich keinen FB-Account habe….

  • ich verstehe diese „pseudo- liberalen“ Statements sehr gut….. Das Leben kann grausam sein, aber vieles hat man selbst in der Hand. Ich rede jetzt nicht von der Alleinerziehenden mit 4 Kindern, sondern von jungen Menschen, die ganz genau wissen, was sie eigentlich bekommen müssten, aber man die Indikatoren für die Anspruchshaltung im Lebenslauf vergeblich sucht. Ich weiß, das deutsche Schulsystem vermag es nicht, einzelne, auch begabte Kinder mit mistigem Elternhaus aufzufangen, da weiß man schon nach der 2. Klasse mitunter, dass das nichts mehr wird. Fürchterlich! Aber spätestens wenn man erwachsen ist, sollte irgendwann die Erkenntniss kommen! Spannend ist es u.a., unter der DAA zu arbeiten. Die Zigarettenpausen sind spannend: Beschwerde eines jungen Erwachsenen, dass er nicht das 75 Praktikum machen kann. Frage des Lehrers „Wieso“? “ Antwort: „Stress in der Schule. Fing alles mit dem Werken-Lehrer an. Der hat mich BELEIDIGT. Ich hab auf dem Tisch geschlafen und dann hat er mich BELEIDIGT.“ Und was hat der arme junge Erwachsene gemacht? Na das was jeder machen würde: Einen Hammer auf den Lehrer werfen. Der DAA- Lehrer fand das scheinbar nicht

  • …weiter verwunderlich (irgendwie waren die letzten Worte weg…)

  • Es gibt eine sehr einfache Methode, bei Facebook nicht zu verblöden: sich auch dort mit den richtigen Menschen „anfreunden“. 🙂 Dann hat man den oben genannten Unsinn nämlich nicht auf der Timeline. Oder zumindest sehr selten.

    Im realen Leben umgebe ich mich ja auch nicht mit Menschen, die nur Schwachsinn von sich geben. Bei Facebook auch nicht.

    Und schon hat sich das Problem gelöst! 😀

    PS: Selbstbestimmung rules. Auch bei Facebook.

  • PSS: Letztlich ist Facebook ein bisschen wie ein Blog-Feed. Und ebenso wie man nicht jedes Blog abonniert, das einem irgendwann und irgendwo im Netz begegnet, sollte man auch bei Facebook sich nicht mit jedem Menschen anfreunden. Ihr macht euer eigenes Facebook – nicht Facebook für euch!

    Nicht missverstehen: Hier steht kein leidenschaftlicher Facebook-Fan – aber man muss die Dinge schon mal so sehen wie sie sind! Meine Timeline besteht zum Beispiel aus businesslastigen Shares, SpOn- und ZEIT-Artikeln und interessanten Blog-Artikeln. Auch Catcontent und andere Fotos, aber doch moderat. Weil ich eben entsprechend vernetzt bin.

    Kettenbriefler würde ich sofort entfreunden.

  • susi aka texterella du sprichst mir aus der seele, ich kann nicht ganz nachvollziehen warum sich darüber aufgeregt wird wenn es doch selbst bestimmen kann was man „gepostete“ bekommt und was nicht…ich finde selbst auch vieles nicht so toll aber dann blockiere ich es eben und bekomme solche dinge gar nicht mehr zu lesen..ist wie im fernsehen..da kann man abschalten wenn es einem nicht gefällt 😀

  • HI,

    ich sehe es wie Renate und Susi….. auf FB will ich nicht mehr verzichten und jeder hat nunmal andere Interessen und Bilder die ihn interessieren. Ich z.B. schaue gerne Hundefotos an ;), denn sie gehören zu meinem Leben.Diese Sprüchefotos usw. nerven mich aber auch :).
    Gruß Sabine

  • Susi, Renate, Sabine – so einfach ist es nun auch nicht. Es gibt durchaus Menschen, die neben dem Schrott auch für mich sehr Informatives posten – halt leider nur nicht ausschließlich. Ich habe auch nicht das Bestreben, mich mit Hinz und Kunz zu befreunden – aber wenn man einmal auf Facebook befreundet war, finde ich es auch nicht so schön, wenn man jemanden wieder rausschmeisst. Und leider sind ja viele Facebook-Nutzer so paranoid, dass sie nicht öffentlich posten, so dass ich vor der Freundschaftsanfrage nicht sehe, was sie so vom Stapel lassen.

    Facebook ist für mich auch so etwas wie ein multimedialer RSS-Stream aus vielen Quellen, aber halt nicht nur – es hat doch auch etwas mit sozialem Umgang zu tun.

  • ich habe noch etwas vergessen: Einladungen zu Spielen. Erstens spiele ich nicht gern und zweitens habe ich dafür auch keien Zeit (wann soll ich denn dann bloggen?)

    Ansonsten: ihr habt natürlich recht, ich kann es einfach abstellen und habe das ja dann auch gemacht. Ich vermute, wo der eine Hundephotos mag, habe ich halt andere Sachen, die wiederum für einige total uninteressant sind.

    Das mit den Freundschaftsanfragen finde ich schwierig. Es sollte eine Unterscheidung in Bekannte und Freunde geben… aber an sich tut es nicht weh, die Meldungen einiger Leute abzuschalten und andererseits ist die Freundesliste ja auch eine Kontaktliste, die man ab und an braucht. z.B. bei alten Schulfreunden

    schwieriges Thema, man merkt: wir sind da noch ganz am Anfang

  • Aber Süße, das kann man doch einstellen. Ich bekomme das gar nicht mehr, Einladung zu Spielen.

  • Die Einladungen zu Spielen nerven mich nicht, die kann ich ja gezielt abstellen. Aber es gibt halt noch keinen Filter zwischen „Hier kommt ein Youtube-Link von einem meiner Lieblingsmusiker“ und „Das ist eine Platitüde in schlechtem Deutsch mit drei Rechtschreibfehlern“ 😉

  • Oh, jetzt bin ich aber froh, dass sich durch meine Randbemerkung hier niemand auf den Schlips getreten gefühlt hat. 🙂

    Spieleanfragen kann man blockieren und auch sonst bietet Facebook jede Menge an Filtermöglichkeiten, so dass auf der Timeline nur noch das landet, was interessiert. Oder zumindest nicht mehr zu viel Müll.

    Es gibt übrigens auch die Möglichkeit des Abonnements: Damit können „fremde Menschen“ öffentliche Postings lesen, sonst aber nichts. Man muss also nicht jeden anfreunden oder sich anfreunden lassen. Mir ist es auch schon passiert, dass ich eine Freundschaftsanfrage an jemanden gestellt habe – und der sie nicht bestätigt hat. Weil er mich nicht kannte. Und ich habe Nerver auch schon entfreundet, ja.

    Klingt jetzt so, als wäre Facebook „mein Leben“, ne?? ;-)) Isses aber wirklich nicht. Als Freelancerin im Homeoffice ist es aber eine schöne Möglichkeit zum virtuellen Kaffeeklatsch. Oder zu digitalen Teeküche, in der man KollegInnen trifft. Deshalb mag und nutze ich Facebook, Twitter oder auch andere soziale Netzwerke.

  • Ich denke gerade ernsthaft drueber nach, warum ich bei Facebook bin! Ich glaub i, ich mache eine Pro und Contra-Liste. Danke fuer die Denkanstoesse!

  • Hahaaa…. Ihr sprecht mir aus der Seele!
    Auch toll sind immer diese Anfragen nach Eintragungen in irgendwelche Kalender und die bescheuerten Daueranstubser, die man glücklicherweise mittlerweile nicht mehr wirklich mitbekommt…. *würg*

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