Anrufe, die die Welt nicht braucht, oder

das ist es, was kinderlose Frauen niemals verstehen werden. Wie das ist, wenn das Telefon klingelt und die Schulsekretärin dran ist, um dich in die Schule zu bitten, weil dein Kind schwer auf den Arm gestürzt ist. Nun, zum Glück habe ich ja schon 22 (in Worten zweiundzwanzig) Jahre Kinder, so dass das nicht der erste Anruf dieser Art war.

Ich habe also erstmal mit dem Kind gesprochen, es schluchzte nicht haltlos, so dass ich mich auch nicht akut aufregen musste. Aber natürlich sofort ins Auto, dabei denke ich dann so alberne Sachen wie „GottseiDank, dass ich nicht im Büro bin, dann hätten sie jetzt eine dreiviertel Stunde warten müssen“, und zur Schule. Da dann das nun bei meinem Anblick haltlos schluchzende Kind in den Arm genommen, vorsichtig ins Auto expediert und zum Krankenhaus.

Da kennen sie uns schon gut, die Kleine hatte vorletztes Jahr den doppelten Armbruch, ich letztes Jahr den Fuß gebrochen – mein Mann befürchtet, als Schläger angesehen zu werden, wenn er noch mal eine von uns in die Ambulanz bringen muss. In der Notaufnahme warten, warten, warten. Warten auf die aufnehmende Schwester. Warten auf den Arzt. Warten vor dem Röntgen. Warten auf den Arzt. Warten auf die Schwester für die Schiene. Gebrochen ist schon mal nichts, aber morgen muss sie noch ins MRT, um die Bänder im Gelenk anzuschauen. Sie sieht nicht mehr so blass aus und vermutlich war es das dann auch.

Aber solche Anrufe kosten Nerven, vor allem, weil mir dann auch immer klar wird, dass immerzu irgendetwas Schlimmes passieren könnte. Was es heute ja zum Glück nicht ist. Und auch überhaupt noch nicht. Aber ich fühle mich verletztlich. Und das ist es, was kinderlose Menschen vermutlich nicht wirklich nachvollziehen können.

  • Ist jetzt aber arg pauschalisiert, das mit den Kinderlosen. Ich glaube, wir Mütter haben nicht als einzige den Anspruch auf Verletzlichkeit. Wenn man jemanden liebt, sei es ein Kind oder eine andere Person, ist die Verletzlichkeit immer da. Kann sein, dass ein schutzloses Kind, das wir sicher in dieser Welt durchbringen müssen, dies noch steigert. Mein Sohn ist 2, ein Anruf aus der Krippe würde mir einen Herzstillstand bescheren. Aber ich würde auch sehr blass werden, wenn das Krankenhaus anruft und sagt, meinem Mann ist etwas passiert.
    Es ist vermutlich schon so, dass nichts die Gefühle zu einem Kind „toppen“ kann, aber ich würde den Kinderlosen nicht gleich alles absprechen.

  • Ehrlich gesagt verstehe ich den Beitrag nun gar nicht, was hat Verletzlichkeit mit Kinderlosigkeit zu tun. Hat eine kinderlose Frau auf deine Reaktion mit Unverstädnis reagiert? Das ist meiner Meinung nach ein Beitrag den die Welt nun nicht braucht.

  • Janne, den letzten Satz verstehe ich auch gar nicht.
    Kannst du denn verstehen, dass es auch bei kinderlosen Situationen gibt, bei denen ihnen das Herz stehen bleibt? Wir haben auch Menschen, die wir lieben.

  • Diesen Beitrag finde ich unheimlich seltsam…….

  • Also ich verstehe schon, was Janne meint. Die Angriffsfläche ist mit Familie einfach größer. Verstehen werden das bestimmt auch kinderlose 😉 Aber das Gefühl an sich entgeht einem.

  • janne – als mutter von drei kindern verstehe ich genau, was du sagen willst.
    erst als mutter weiß ich, wie verwundbar man wirklich ist; kinder bringen ganz neue, sehr fragile seiten in einem zum klingen.
    nicht umsonst gibt es den spruch „ein mann geht von der seite – ein kind vom herzen“.
    ich zumindes habe deine gedanken nicht als abwertung kinderloser verstanden. es gibt dinge, die kann man erst nachfühlen, wenn man selbst in dieser situation ist.
    würde meinem mann etwas zustoßen, wäre ich schwerst angeschlagen, aber das leben ginge weiter. wären meine kinder, gestern alle im gleichen flieger, abgestürzt, wäre mein leben vorbei. wörtlich. genauso denkt übrigens auch mein mann.

  • Ich lese Euren Blog wirklich sehr gerne, aber diese Seitenhiebe auf Kinderlose finde ich absolut daneben! Hattest Du grad eine schlechte Erfahrung mit Kinderlosen oder was genau soll das? Ich habe keine Kinder, aber meine Schwester, und wenn denen was passieren würde, würde auch für mich eine Welt zusammenbrechen. Natürlich ist es nicht dasselbe, aber nachvollziehen können wir Kinderlose das sehr wohl. Den letzten Satz hättest Du Dir wirklich sparen können.

  • ah, wir haben einen kontroversen Beitrag 🙂

    Ich hatte kürzlich in nächster Umgebung das Unglück, dass ein Kind viel zu früh geboren wurde und nach einem Tag starb. Ich war zutiefst berührt und sehr traurig darüber, aber selbst mit den eigenen Kindern konnte ich den Schmerz nicht nachvollziehen. Kinder sind einfach etwas besonderes für Mütter und Väter (zumindest wenn nichts völlig schief läuft) und diese Verbundenheit ist auch etwas besonderes. Ich habe Jannes Artikel vorher gelesen und mir auch so meine Gedanken gemacht. Diese plötzliche Erkenntnis des Unvermögens, trotz aller Lebenserfahrung, Bildung, Erfolg usw das eigene Kind nicht beschützen zu können, ist einfach nicht simulierbar. Natürlich tat mir Jannes Tochter leid, aber, seien wir ehrlich, ganz so schlimm war es ja jetzt auch nicht. Waren meine Gedanken. Bis zwei Stunden später die Tagesschule anrief, sie könnten meine Kleine nicht finden. Ich war kurz vor Herzstillstand und saß 500 km weiter südlich im Büro. Ich glaube nicht, dass man das nachempfinden kann.

    Aber um den Gedanken von Elissar aufzugreifen: warum hältst du das auf einen Seitenhieb gegen Kinderlose? Kinderlosigkeit ist nichts schlimmes oder schlechtes, sondern einfach ein Faktum. Warum fühlen sich Kinderlose angegriffen, wenn man über die Gefühle zu den eigenen Kindern spricht? Mich würden eure Meinungen wirklich interessieren.

  • Vielleicht liegt es einfach an der Art wie Janne ihre Verzweiflung, Aufregung und Verletzlichkeit hier zum Ausdruck bringt. Sie schreibt was ihr alles durch den Kopf geht, was sie macht und tut aber so richtig kommt diese Verletzlichkeit nicht rüber. Zitat: ‚Aber solche Anrufe kosten Nerven, vor allem, weil mir dann auch immer klar wird, dass immerzu irgendetwas Schlimmes passieren könnte. Was es heute ja zum Glück nicht ist. Und auch überhaupt noch nicht. Aber ich fühle mich verletztlich.‘

    => bisher sehe ich hier nicht was das mit Kinderlosigkeit zu tun haben soll, diese Gefühle haben auch Kinderlose.

    Bsp: Ich habe letztes Jahr am WE einen Anruf vom Krankenhaus bekommen, das meine alleinstehende, alleinlebende über 80-jährige Mutter im Garten gestürzt ist, dort eine halbe Stunde lag, bis Nachbarn sie gefunden haben und den Krankenwagen gerufen habe. Ich selber war 200 km entfernt und sonst keiner in der Nähe der etwas machen konnte. Ich
    war in diesem Moment auch verzeifelt, aufgeregt usw..
    Meine Mutter lag weinend im Krankenhaus und war genauso hilflos wie ein kleines Kind.
    Ich sehe einfach nicht den Grund wieso einem Kinderlosen dies Gefühl abgesprochen wird.

    Dieser Anruf hat mich auch Nerven gekostet.

  • Oh, so viele Kommentare, leider komme ich erst jetzt ins Internet. Ich wollte niemandem Gefühle, Verletzlichkeit oder gar Bindungen absprechen, um Himmels willen. Ich hatte dabei eher im Kopf, dass kinderlose Freundinnen oft nicht verstehen, was es bedeutet, zu arbeiten und sich um Kinder zu kümmern. Sie können weder nachvollziehen, dass ich fast immer in Eile bin oder vielmehr war, denn nun sind die Kinder ja größer. weil ich ja auch Zeit mit meinen Kindern verbringen will, noch, dass alle Planung eben immer nur ein Versuch ist, weil immer etwas dazwischen kommen kann. So wie dieser Anruf. Es ist ein ganz anderes Leben, und natürlich passieren auch kinderlosen Menschen erschreckende Dinge – bei Kindern passieren sie aber oft und hinterlassen eben dieses Gefühl der Unsicherheit und Fragilität. Ich hoffe, ich habe mich verständlicher gemacht und nicht alles noch schlimmer, Ihr Lieben!

  • Ich weiß genau, was Janne meint. Als man mich neulich fragte, was sich aendert, wenn man Mutter wird , war meine spontane Antwort:“Man wird so verletzlich“! Damit meinte ich nicht , dass ich vorher unverletztbar war , aber es ist eine andere Form der Angst und Angriffsflaeche.Diese Duennhaeutigkeit hoert auch nie auf, die aeussere Nabelschnur ist trennbar, die innere nicht. Noch heute, meine Kinder sind 25,24 und 22 Jahre alt und trotzdem kenne ich immer noch diese Anrufe und meine Reaktion darauf .

  • Also: nicht alle Frauen sind gewollt kinderlos. Die einen können keine Kinder bekommen, die anderen haben keinen oder keinen wollenden Mann oder wasweißich. Und denen tun solche unbedachten Sätze im Herzen weh.

    Weil Formulierungen wie „das könnt Ihr Kinderlosen nicht verstehen“ implizieren, dass den Kinderlosen irgendwie ein Stück Persönlichkeit oder Erfahrungswert fehlt. Dass sie keine „vollständigen“ Menschen sind. Es klingt einfach von oben herab. AUCH wenn es nicht so gemeint war. Und zwei Mal in einem Posting diese Aussage zu bringen, ist einfach unnötig.

    Und Irit: Kinderlose fühlen sich nicht angegriffen, wenn man über die Gefühle zu den eigenen Kindern spricht. Aber das ist hier nicht der Fall, hier wird ein unnötiger Vergleich gezogen, der wie oben beschrieben, anderen Frauen durchaus sehr weh tun kann. Man kann prima über die Gefühle zum eigenen Kind sprechen, ohne „die Kinderlosen“ aufs Tapet zu bringen.

  • Ich bin ungewollt Kinderlos, ich treffe immer wieder auf plumpe Aussagen und Anfeindungen. Ich behaupte, ich bin sensibel genug um zu verstehen, wie sehr man sich um die Kleinen sorgen kann ! ( ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich mir das vorstelle) . Toleranz und Feingefühl von beiden Seiten wäre angesagt !
    Und nun wünsche ich allen, ob mit oder ohne Kind, ein wunderschönes WE !

    LG, Milli

  • @liz: ich glaube nicht, dass Irit oder Janne von oben herab sind! Wenn ich zu einem Mann sage, dass er Regelschmerzen nicht nachvollziehen kann, meine ich ja nicht, dass er keine Schmerzen hat oder nachvollziehen kann, aber eben nicht diesen speziellen Schmerz!!!!!

  • Also ich bin gewollt kinderlos und damit sehr glücklich. Auf so unnötige Diskussionen wie diese hier kann ich aber sehr gut verzichten und entferne nun mein Lesezeichen von dieser Seite.

  • liebe janne!
    auch ich bin kinderlos und ein mann.
    gleich zwei komponenten, die mich in dieser diskussion für so manchen sicherlich inkompetent erscheinen lassen.
    aber lass mich kurz folgendes sagen: die beziehung zwischen einem kind und der mutter ist die tiefste und innigste, die es gibt. und auch später werden wir niemals einen menschen so gut „kennen“ wie unsere mutter. es ist die erste person, die wir kennen lernen, die wir hören, die wir spüren und schmecken.
    im laufe der zeit entwickelt sich ein ur-vertrauen, welches bedeutet, das beschützende mütter zu löwinnen werden können, und dass selbst mütter von mördern die liebe zu ihrem kind nicht verlieren.

    dass dieses band zwischen mutter und kind, sollte es in gefahr sein, an den nerven der mutter reisst und zerrt, ist für jeden nachvollziehbar.

    aber wenn, wie oben auch schon von sunshine beschrieben, die eigenen eltern gebrechlich werden, im körperlichen und geistigen, man auf sie acht gibt, man anfängt sie zu pflegen, sie wieder zu kindern werden, muss man auch den umkehrschluss zulassen.
    der zeitpunkt kommt, wo man sich ausmalen muss, was als nächstes geplant werden wird (testamente, wünsche für ein würdiges sterben, beerdigung). schlimme themen, die man gerne weit weg schiebt und denen man sich trotzdem zu stellen hat.
    die frage, kommt ein heim in betracht, oder kann ich es noch alleine bewältigen meinen eltern zu helfen? jederzeit die möglichkeit einen schlimmen anruf zu bekommen.
    ebenfalls weiterhin die arbeit gut zu verrichten, den haushalt, freundschaften nicht einschlafen lassen, die eigene gesundheit nicht vernachlässigen…

    ich als sohn habe auch schreckliche angst.
    angst vor dem tag wenn meine mutter mal stürzt, hilflos irgenwo liegt oder es ganz vorbei ist! der mensch, den ich am längsten und am besten auf dieser welt kenne, wird dann nicht mehr da sein.
    das macht mich auch sehr verletzlich, und es führt mir die eigene vergänglichkeit vor augen.

    ich denke auch, janne wollte niemanden verletzen. aber ich glaube, dass beide seiten nicht beurteilen können, ob jemand etwas nicht (oder eben doch) nachvollziehen kann.
    das zauberwort hier wäre „empathie“. wie die alten griechen schon richtig erkannten, ein empathischer mensch „leidet mit“. das menschliche gehirn ist dazu befähigt!
    in unserer gesellschaft ist das heutzutage nicht mehr so angesagt, wird uns teilweise ab-erzogen. aber es wäre der schlüssel zu verstehen, dass auch kinderlose, blinde, taube, fdp-wähler und sogar männer mitfühlen können was es bedeutet angst um sein liebstes zu haben!

  • @pjotr das hast du wunderschön geschrieben und ich gebe dir vollkommen recht

    @Janne deinem Kind wünsche ich gute Besserung und viel Glück das nichts schlimmes ist

    @all wünsche allen ein schönes Wochenende

  • Ja, Pjotr, das kann ich auch sehr gut nachvollziehen – ich habe das schon bei meinen Großmüttern mit bekommen!

  • ja, ich kann das auch sehr gut nachvollziehen- ich hab mit 23 Jahren meine Krebskranke Mutter gepflegt, bis sie dann starb. Lebenslange Verlustängste sind die Folge. So viel zum “ Niemals verstehen “ !!

  • Es ist schon alles gesagt.
    Nur eines noch: wie kommst du darauf, Janne, dass „Kinderlose“ Angst und Sorge nicht nach nachvollziehen können ? Natürlich nicht genau die gleichen Gefühle haben (das hat eh nur die Betroffene), aber intellektuell und mit-fühlend sind sie sehr wohl in der Lage, eine Situation wie deine zu verstehen.
    Ich glaube nicht, dass der Beitrag so gemeint war, aber er ist in der Wahl der Worte missverständlich und auch ein wenig kränkend.

    @pjotr: gut und treffend gesagt. Und …. auch FDP- Wähler und Männer ? 🙂 🙂 Echt jetzt? 🙂

  • Vielleicht sollte jeder (sich betroffen und/oder angegriffen fühlende) Kritiker den Beitrag von Janne mal kurz differenzierter und vor allem distanzierter betrachten. Es ging ihr bestimmt nicht darum, Kinderlose zu diskreditieren oder als sorglose Gefühlskrüppel darzustellen. Im Grunde lauert auf jeden Menschen täglich, stündlich, ja sogar minütlich irgendein Gefahrenherd. Und natürlich machen sich die Menschen Gedanken/Sorgen um andere Menschen, insbesondere wenn es sich um nahestehende Menschen handelt. Bei Kindern ist das Gefühl noch stärker und intensiver, weil sie klassischerweise in der Erwachsenenwelt hilflos, ausgeliefert, ja auch ein bisschen machtlos erscheinen und es auch sind. Wird ein Kind aus dem Leben gerissen, wird es von der Bevölkerung schlimmer aufgenommen, als wenn ein Erwachsener aus dem Leben gerissen wird (verstärkt durch die Medien). Eventuell wollte Janne auch nur instinktiv das Gefühl beschreiben, wie es ist, wenn das Telefon klingelt und sich (außerplanmäßig) ein Schutzbefohlener meldet. In den ersten Sekunden: Ungewissheit. Jedes Wort wird akribisch mitverfolgt. Eigentlich möchte man schnell zum Punkt kommen und dann doch wieder nicht. Einfach auflegen geht auch nicht. Nun neigen einige Menschen gern zu ausschweifenden Einleitungen, Erklärungen und so manch einer hat die verbale Geschwindigkeit weiß Gott nicht erfunden. Und dann…kurz bevor das Gehirn die vollständige Informationsübertragung aufgenommen und verarbeitet hat, noch ein retandierendes Moment und das Nervenkostüm gleicht einem üppigen, facettenreichen Kostümfundus. Und dann denkt man sich: Es ist doch „NUR“ eine Verletzung, die in naher Zeit wieder abheilt. Daher vielleicht auch die subtile Genervtheit in Jannes Beitrag. Beim nächsten Anruf kann es heißen: Ihr Kind ist verschwunden…

  • @ Sabine: Ich glaub, Du hast nicht richtig verstanden, was ich sagen wollte. Regelschmerzen sind ein komplett anderes Thema. Dass ein Mann keine Regelschmerzen nachvollziehen kann und man ihm dies mitteilt, dürfte ihn nicht weiter tangieren.

    Als Frau, die aber womöglich keine Kinder haben kann oder möchte, ist dieser Verweis auf das nicht-nachvollziehen-können eventuell ein schmerzhafter Verweis auf ihre „Unvollständigkeit“ als Frau.

    Noch einmal: ich bin überzeugt, dass Janne keine bösen Absichten hatte, aber mir fehlte bei diesem Beitrag vollkommen das Einfühlungsvermögen in andere weibliche Lebensrealitäten. Wären wir hier in einem Mütterforum, wäre das gar kein Thema, aber hier lesen viele unterschiedliche Frauen mit – da wäre etwas Empathie und Mitdenken angebracht.

    @ Elsa: wie gesagt, es geht nicht darum, dass Frauen nicht über die Gefühle zu ihren Kindern reden sollen – bewahre! Nur kann man das auch fabelhaft tun, ohne die „Kinderlosen“-Keule rauszuholen.

    Und Janne, Du hast nun zwei Mal hier in den Kommentaren geantwortet und mit keinem Wort echtes Bedauern darüber ausgedrückt, dass Du jemanden unfreiwillig verletzt hast. Und dass das geschehen ist, zeigen einige Kommentatorinnen sehr wohl. Mich als ungewollt Kinderlose hast Du ebenfalls getroffen, das dürfte spürbar sein. Ein sich-hineinversetzen in „unsere“ Situation wäre schön gewesen als Reaktion.

  • @liz: ich glaube, dass du mein Beispiel nicht verstanden hast, aber egal. Ich habe auch Freundinnen , die ungewollt kinderlos leben und bin nicht unemphatisch ! Bedenke doch aber bitte, liebe Liz, dass dies ein Blog ist und wenn Irit und Janne bei jedem Artikel, den sie schreiben , Ueberlegen und abwaegen sollen , wer jetzt vllt verletzt werden könnte , oh mein Gott….!ich liebe diesen Blog gerade wegen seiner Spontanitaet und Behandlung von aktuellen Themen- eben kein normaler Schminkuschi-Blog!

  • Ich habe gestern abend lange mit Janne telefoniert und wir haben auch über diesen Artikel gesprochen. Wir finden schon interessant, was sich da so alles wiederspiegelt, allen voran die gesellschaftlichen Konflikte, die auf dem Rücken von Frauen ausgetragen werden. Ich denke, dazu werden wir demnächst noch mehr schreiben. Nur ganz kurz: dieses ewige Streitthema mit den (gefühlten?) Gegensätzen Frauen mit/ohne Kinder oder auch Hausfrauen vs. berufstätige Mütter. Nun ja, wie gesagt, demnächst mehr dazu.

    @Sabine: musste gerade an den Spruch eines ehemaligen Chefs von mir denken. Ich hatte früher immer Schwierigkeiten, bei Konflikten im beruflichen Umfeld meine Meinung auch gegen Widerstände zu vertreten und habe gerne mal „das nette Mädchen“ gemacht. Er sagte dann irgendwann mal zu mir: „Wissen Sie, Ihre Meinungen sind fundiert und gut argumentiert. Warum knicken Sie ein, nur damit Sie jeder mag? Immer dran denken: everybody’s darling is everybody’s Arschloch“.

    Und bevor die nächsten empörten Kommentare kommen: war nur so ein Gedanke….

  • Hihi, der Spruch ist Super Irit, den merk ich mir!
    Ich kann diese Aufregung hier auch gar nicht nachvollziehen….Janne wollte sicher niemanden kränken, verletzen was auch immer. Frau sollte hier nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen!! Die „Kinderlosen-Keule“?? Mein Gott, man kann’s auch übertreiben! Ich bin auch der Meinung, dass Kinderlose (ob nun gewollt oder nicht spielt doch überhaupt keine Rolle in diesem Fall) manche Dinge einfach nicht verstehen / nachvollziehen können. Das ist doch nicht wertend und/oder schlimm, is halt so. So what?
    Meine Tochter würde sagen: jetzt chill mal!

  • Ich habe den Artikel auch gestern früh gelesen und erst mal geschluckt. Ausser Schnikki hatte noch niemeand geschrieben und ich wollte das für mich mal sacken lassen. Bin auch kinderlos, mehr oder minder freiwillig und habe dann über den Tag die Kommentare verfolgt, die dann doch recht zahlreich wurden. Tatsächlich fühlt sich der/die eine oder andere angesprochen und dann ist doch die Frage, warum es „mich“ so trifft. Hier wurde eigentlich schon alles gesagt, dass ich jetzt auch noch sagen könnte, aber ich möchte nur einen Satz ergänzen. „Was hat das mit mir zu tun?“ Soll heissen, welche Seite, welcher Punkt in mir wird so angesprochen, dass eine so heftige Reaktion kommt. Ich will nicht allzu esoterisch werden, da ich auch eher der rationale Mensch bin. Aber wir leben alle in Resonanz. Nichts geht ohne das andere und man sollte versuchen den anderen leben zu lassen. Wir haben alle unseren Erfahrungen und somit unsere ureigene Sicht der Dinge. Unseren Schmerz, unsere Freude usw. die ein anderer nicht nachfühlen kann. Obige Frage „Was hat das mit mir zu tun?“ kann, wenn man sie mal in Ruhe zulässt, ganz schön weh tun und wütend machen, weil man sich dann auch mal ehrlich fragen sollte, was noch dahinter steckt. Ging mir jedenfalls auch schon so.

    Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und freue mich auf weitere Beiträge hier. Ich lese inzwischen jeden Morgen und auch über den Tag und freue mich, dass ich die Seite vor einem Jahr entdeckt habe. Für mich eine Bereicherung!

  • @Liz PP -> Paranoia und Pedanterie. Wenn Du überzeugt davon bist, dass Janne keine bösen Absichten hatte, warum wirfst Du dann irgendwelche Keulen-Metaphern in die Waagschale? Es ist doch niemand morgens aufgestanden und hat sich gedacht: so also heute werd‘ ich den kinderlosen Frauen mal richtig einen mitgeben, um dann einen pseudobösen Artikel zu lancieren!? Passt nicht so ganz zusammen. Und am besten ist noch die aktive Einforderung „echten Bedauerns“… dagegen sind Mimosen ja furchtlose Söldner! Zudem geht mir die Theatralik in deiner Schilderung leicht auf (jetzt hätte ich fast „die Eierstöcke“ geschrieben aber das lassen wir mal lieber ;)) -> auf’s Gemüt!

  • 🙂

  • Okay, Elsa, jetzt reicht’s mir. Ich bin zu niemandem persönlich geworden, ich habe lediglich meine Ansicht kundgetan. Die ein oder andere konnte das verstehen, und manche eben auch nicht, Kein Grund, beleidigend zu werden. Und ich habe auch nirgends behauptet, Janne hätte eine böse Absicht verfolgt – das sie das nicht tut, ist wohl offensichtlich.

    Wenn ich schreibe „die Kinderlosen-Keule“ meine ich damit, dass man den Ausdruck „Kinderlose werden das nie verstehen“ o.ä. als kinderlose Frau sehr oft in allen möglichen Situationen zu hören bekommt. Und wenn man dann eben ungewollt kinderlos ist (JA, wie ich, ich Mimose!), dann entwickelt man da eine wunde Stelle. Das hat nichts mit böser Absicht zu tun: wenn Dir einer in der Bahn aus Achtlosigkeit auf den Fuß tritt, dann tut Dir das weh, auch wenn er es nicht aus bösem Willen getan hat. Dann hättest Du Dich über weniger Achtlosigkeit halt gefreut. Aber was soll ich Dir das jetzt noch hundertmal erklären, wenn Du’s sowieso ins Lächerliche ziehst. Ups, das war jetzt sicher theatralisch.

    Ein wenig Empathie hätte Dir an dieser Stelle gut getan.

    Und mir hier Paranoia, Pedanterie und Theatralik vorzuwerfen, ist wirklich unter aller Sau. Wenn Du das nun nicht kapierst, kann ich Dir auch nicht helfen.

    Ich bin jetzt hier raus.

  • Liebe Liz,
    vielen Dank, und Dir hätte an dieser Stelle etwas weniger Ernst gut getan. Im Übrigen fahre ich keine Bahn. Alles Gute für Dich.

  • richtig liz! ich muss sagen, elsas (vor)letzter beitrag geht mir ebenfalls auf die eier, und jetzt mal in echt. ( um mal bei dieser vulgären metapher von elsa zu bleiben). ich weiss nicht woher dieser pseudo-distanzierte verdruss kommt?
    ich stehe auch auf irits seite, keiner soll sich verbiegen und jede meinung ist zu akzeptieren. aber im ton sollte man sich nicht vergreifen!
    von „luschen“, „profillosen“ oder „bekloppten“ zu reden (s. blogpost-komm. „everybody´s darling) um sich dann als „massive brücke in der brandung“ hochzustilisieren halte ich für grenzwertig.
    besonders wenn man offenbar gerne dem hang nachgibt das letzte wort haben zu müssen.
    die freiheit eines jeden endet bei der freiheit des anderen, das gilt auch bei meinungsäusserungen!
    in einer gemeinsamen schnittmenge menschlich und vernünftig miteinander umzugehen, das ist die kunst!

  • können wir uns jetzt mal wieder am Riemen reißen? Sonst sperre ich die Kommentare 🙂

  • @Elsa , ich kann nur den Kopf über dich schütteln ! Traurig !

    @ Liz, ich bin ganz deiner Meinung ! Alles Liebe für dich !

    Allen einen schönen Sonntag ! LG

  • Ich denke, hier ist jetzt alles gesagt.