Alles hat zwei Seiten, oder

selbst schlechtes Wetter im Skiurlaub hat ganz ungeahnte positive Aspekte: Wir waren eine Woche in St. Anton am Arlberg, worauf wir uns wie verrückt gefreut haben. Nun muss ich dazu sagen, dass wir dort mehrere Jahre lang in der Skiferienwoche jeweils strahlenden Sonnenschein hatten. Das Problem waren dann eher vereiste/abgefahrene Pisten.

Nicht so dieses Jahr. Dies Jahr schneite es am Samstag mit bescheidener Sicht (Nebel und tiefhängende Wolken), so ging es am Sonntag weiter, Montag sah ebenso aus, vom Dienstag will ich schweigen, am Mittwoch gab es anderthalb Stunden Sonne mit perfekter Sicht nach dem Motto „Das hätte Ihr Urlaub sein können, aber Sie haben leider nicht gewonnen!“, denn sofort zog es sich derartig zu, dass ich buchstäblich meine Hand nicht vor Augen sehen konnte. Ich bin, wie die meisten ja hier wissen, eine begeisterte Skifahrerin und muss auch nicht immer nur bestes Wetter haben, aber das hat sogar mich genervt.

Schön waren die Schneemengen zumindest für Mann und Sohn, die unheimlich gerne offpiste durchs Gelände hoppeln, mich haben sie auf der Piste auch nicht so begeistert, denn das ist dann schon ein bisschen wie offpiste, und das kann ich nicht gut. Zumal sich diese nicht richtig gebügelten Schneemengen binnen kurzer Zeit durch das Drüberfahren zu Buckeln auftürmen, die ebenfalls auf meiner persönlichen Skiurlaubs-Hitliste ganz weit unten stehen. Zusammengefasst war das Ganze eine ziemliche Herausforderung, ich habe mich echt angestrengt und die ersten Tage nicht soooo viel Spaß gehabt.

Aber, und jetzt kommt es: Ab dem fünften Tag wurde die Sicht streckenweise etwas besser, und mir fiel etwas auf: Ich hatte durch die zwangsweise präzise Fahrweise der ersten Tage enorm viel besser fahren gelernt: Ich bin sicherer, klarer und kraftvoller gefahren, und noch was: Buckeln zeige ich jetzt, was ich von ihnen halte, anstatt mich von ihnen rumschubsen zu lassen. Und das habe ich dem anhaltend schlechten Wetter zu verdanken, denn so lange und ausdauernd hätte ich meine Technik bei gutem Wetter niemals geübt. Danke, Petrus!!

  • Die gleiche Geschichte habe ich, nur mit anderem Ort, nämlich Saalbach. Und als ich jetzt nochmal ein paar Tage in Italien war (strahlende Sonne), habe ich festgestellt, dass ich so gut Ski Fahrerwertung nie zuvor. Ein großartiges Gefühl!

  • Das ist echt toll, das freut mich, dass es dir auch so geht!!

  • Das ist wirklich ein ganz, ganz tolles Gefühl. Plötzlich ist es da und macht einen glücklich. Skifahren ist einfach wunderbar.

  • Ja, ich bin sogar freiwillig schwarze buckelige Pisten gefahren. Das hab ich früher auch gemacht, wenn es sich nicht vermeiden ließ, aber immer ungerne und mit ein bisschen Angst. Jetzt ist das total cool – komme, was das wolle, ich fahre es!

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