Das Glück in den Bergen, oder wunderbare Unberechenbarkeit

kennzeichnet den Skiurlaub. Wetterberichte scheinen in den Bergen eine Art Wette zu sein. Stimmen taten in den letzten Tagen jedenfalls weder die sonst von mir sehr geschätzte bergfex-Vorhersage noch alles, was uns im Hotel erzählt wurde. Als es schön sein sollte, schneite es den ganzen Tag, als es schneien sollte, strahlte gestern die Sonne vom Himmel.

Heute nun sollte es schneien, das tat es auch, allerdings derart massiv, dass die Passstraße gesperrt werden musste, weil etliche Urlauber ohne Schneeketten oder  mit Sommerreifen schlicht liegen geblieben waren und erst mal wieder hinunter geschafft werden mussten (die Passstraße reicht knapp für zwei Autos, die sich begegnen). Das dauerte vierzig Minuten, was uns aber insofern nicht störte, als diese Zeit meinem Mann und dem Freund meiner Tochter ermöglichte, die Schneeketten aufzuziehen. Ja, klar geht das normalerweise schneller.

Aber auch nur dann, wenn man weiß, wie es geht. Wer das nicht weiß, vor allem auch noch nie ausprobiert hat und sich weigert, die sinnvollerweise gummierte Gebrauchsanleitung zu lesen (das tut ein Mann nicht, ebensowenig wie er nach dem Weg fragt, oder Gott bewahre, auf seine Frau hört). Nun, sie waren dann drauf, wobei die Herren darauf beharrten, es seien nicht richtig passende Schneeketten gewesen, nur deswegen sei das so langwierig aufzuziehen.

Nun, wir fuhren dann recht nett und zügig die 10km ins Skigebiet hoch. Unterwegs sahen wir etliche aufgegebene (?) Wagen, die da einfach standen, ohne dass Menschen weit und breit zu sehen waren. Und es hatte sich eine Wagenschlange gebildet, weil vier eifrige Ungarn versuchten, ihr Auto den Pass hinaufzuschieben. Nicht etwa die letzten 100 m vor dem Ende, sondern sechs Kilometer. Oben gab es dann die Möglichkeit des Blindflugs (Schneetreiben in den tiefhängenden Wolken) oder des umgehenden Hüttenbesuchs. Wir haben beides getan, zwei Stunden gefahren und dann heiße Schokolade getrunken. Und ich bin dann sehr gerne etwas vor der Zeit mit einem Freund wieder ins Hotel gefahren, denn morgen soll es strahlende Sonne und damit einen wunderbaren Skitag geben. Wait and see – it´s a hard life in the mountains…

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