Die Bearbeitung der schwersten Aufgabe im Leben, Nachlese, oder

ich hatte ja versprochen zu berichten, wie es weitergegangen ist. Nach dem gebrochenen Fuß, der Erkenntnis, dass ich zu viele Aufgaben in dieser Familie habe und dem Versuch, diese überschüssigen Aufgaben gerechter auf die anderen Familienmitglieder zu verteilen (nachzulesen im Archiv unter „die schwerste Aufgabe im Leben“  und „Bearbeitung der schwersten Aufgabe im Leben“).

Nun, wie alles im Leben hat auch diese Erfahrung zwei Seiten. Die eine ist, dass es unglaublich mühsam und zäh war und mir auch nicht in dem Maße gelungen ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Bei einer weiteren Familienkonferenz einige Monate nach der Aufgabenverteilung stellte sich heraus, dass mein Mann teilweise, die Kinder gar nicht und nur eine Person alle ihre Aufgaben erledigt hatte. Letztere war natürlich ich – zuzüglich all der Aufgaben der anderen, die sie nicht gemacht hatten. Das hat mich zunächst ganz schön deprimiert. Aber es  hatte etwas Gutes: ich bin dann auch mal etwas ärgerlich geworden, und dieser Ärger hat mir geholfen. Denn ich dachte mir dann, wenn alle so gut loslassen können, was ihre Pflichten angeht, dann kann ich das ja vielleicht auch lernen.

Und siehe da: herausgekommen ist, dass mein Mann sich nun des öfteren über meinen „Egoismus“ beschwert. Immer dann, wenn ich einfach mal irgendetwas genauso liegen lasse wie alle anderen. Ich gewichte jetzt einfach danach, was mich persönlich stört und mir wichtig ist. Das mache ich. Alles andere kann warten/wird gestrichen. Warum soll ich Hemden bügeln, die ich nicht anziehe, wenn die Haushaltshilfe ausfällt? Warum soll ich kochen, wenn ich keinen Hunger habe? Warum soll ich Ecken aufräumen, die ich nie sehe und die mich deswegen nicht nerven? Warum soll ich Wäsche in die Schränke der Kinder räumen, wenn ich sie auch davor legen kann?

Und stellt euch vor: Die Welt ist nicht untergegangen davon! Sehr empfehlenswerte Taktik, ich perfektioniere sie noch!!

  • Herta-Anna

    Hallo Janne,

    So, oder so ähnlich lief es bei mir auch.
    Jetzt halte ich es auch so wie du,obwohl es immer Überwindung kostet, weg zu schauen.
    Ich arbeite daran , es ist ein immer währender Lernprozess.
    Weiter so.
    Wünsche allen ein gesundes Neues Jahr 2013.
    LG
    Herta-Anna

  • Das ist die richtige Einstellung: Liegenlassen (ich muss das allerdings nicht üben 😉 ) – weiter so, Janne.

  • Leider bin ich noch nicht so weit…..vielleicht wirds aber noch. 🙂

  • Klar, jeden Tag dran arbeiten – und sich an der Lässigkeit der weiteren Beteiligten mal ein Beispiel nehmen.

  • Lässigkeit ist auch was, das ich noch lernen muss.

  • kann ich auch nicht, ich laufe schreiend durch die Wohnung und maule alle an, wenn nciht aufgeräumt ist. Ich HASSE herumliegende Sachen…

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