Fremdschämen

Wir sind seit mehreren Jahren der jüdischen Gemeinde in Dortmund verbunden: unsere Kinder waren im jüdischen Kindergarten, heute sind sie neben der „normalen“ Grundschule in der jüdischen Tagesschule und wir nehmen auch am Gemeindeleben teil.

Das geschieht nicht aus religiösen Gründen (wir waren mal evangelisch und sind heute wohl am ehesten als Atheisten zu bezeichnen), sondern es hat sich halt aufgrund der Kinder so ergeben. Ich fand es immer schön, wie freundlich wir aufgenommen wurden. Erfreulicherweise gab es keine Missionierungsversuche (naja, hätte ich mal vorher nachgelesen, hätte ich gewusst, dass Juden nicht missionieren) und auch ansonsten war es einfach immer schön. Mal abgesehen von Peinlichkeiten meinerseits wie dem orthodoxen Rabbi freundlich die Hand zu reichen, der außer seiner Frau keine andere anfassen darf.

Lange Rede, kurzer Sinn: nette Leute, freundliches Umfeld.

Umso erschreckender finde ich dann Berichte wie diese. Da schämt man sich fremd für Rechtsradikalinskis und Spinner aller Art. Pfui.

Videobeitrag WDR

  • Vielleicht sollten die, die Religion immer als Privatsache darstellen, mal darüber nachdenken, dass dadurch ein Klima entsteht, in dem man seine Religionszugehörigkeit nicht mehr offen zugeben darf. Selbst bekennende Christen haben es heute nicht mehr sehr leicht. Wie schwer muss es denn dann erst für bekennende Juden sein?

  • Ich denke, dass die merkwürdige anti-israelische Berichterstattung derartige Abartigkeiten unterstützt. Sympathie mit Hamas ist wohl irgendwie salonfähiger als offene Bekundung zu Israel und den Juden. Schlimm.

  • Danke für diesen Beitrag. Toll, dass Ihr diesen Kontakt zu den jüdischen Mitmenschen habt. Die verzerrte Berichterstattung in den Medien finde ich auch furchtbar – ich habe gute Freunde in Israel und bin immer wieder entsetzt darüber, wie die Israelische Armee dargestellt wird.

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