Thank God, my job is no work!

Worum es mir heute geht, ist das Thema „berufliche Leidenschaft“. Mit Leidenschaft meine ich: Ich arbeite so, dass ich durch meine Tätigkeit erfüllt bin. Ich arbeite gerne und ich brenne für das, was ich tue. Ich stehe montags morgens gerne auf, weil interessante Aufgaben auf mich warten. Mich begeistert meine Arbeit, sagen die, die ihre Berufung bereits leben und für sie sind viele Arbeitsstunden kein Problem, weil sie in der Aufgabe versinken. Die Forscher nennen das „Flow“, den Zustand aus Selbstvergessenheit und Zufriedenheit.

Doch viele Menschen sind nicht zufrieden mit ihrer Arbeit. Viele halten aus und hoffen, dass die Jahre der Rente bald kommen. Viele meiner Klientinnen fangen ab 40 an, aktiv ihre berufliche Erfüllung finden zu wollen. Oft haben sie lange Jahre Berufe ausgeübt, in denen sie sich von Anfang „nicht wirklich wohl“ gefühlt haben. Oft sind sie elterlichen Ratschlägen gefolgt, habe Studiengänge oder Ausbildungsgänge gemacht, die sie nicht wirklich interessiert haben, die aber „vernünftig“ schienen.

Nun trauen sie sich die Frage zu stellen, was sie beruflich erfüllen würde. Das Gegenteil von: Ich arbeite nur um Geld zu verdienen. „Ist das Berufungsthema nicht ein Luxusproblem? Arbeit ist doch eben kein Vergnügen!“ werde ich von kritischen Geistern manchmal gefragt. Nein, sage ich dann, denn unsere Generation wird noch sehr viel aktive Berufsjahre haben und wer da bis an die 70 Lebensjahre motiviert und möglichst gesund bleiben will, sollte sich im eigenen Interesse umschauen nach einer Arbeit, die als erfüllend und interessant erlebt wird.

Es ist in vielen Studien bewiesen, deutlich, dass Menschen unglücklich und gestresst sind, wenn sie die „falschen“ Aufgaben machen. Was sind die „falschen“ Aufgaben? Vielleicht kennt Ihr das: Eine Aufgabe, zu der Du keinen inneren Bezug herstellen kannst, in der Du keinen Funken Sinn siehst, ist eine Aufgabe, die Dir sehr schwer von der Hand geht. Du leidest im Vorfeld. (Ach, das muss ich jetzt noch machen!) Du leidest dabei (Ich bin gerade dabei, diesen Mist zu machen!) und hinterher fühlst Du Dich auch noch echt erschöpft! (Ich bin so müde von dieser blöden Aufgabe)

Sich auf den Weg nach beruflicher Erfüllung zu machen bedeutet, immer mehr die Aufgaben zu machen, die man von Herzen gerne und mit innerer Beteiligung macht. Manchmal ist das in dem beruflichen Umfeld zu finden, in dem man bereits ist und es geht darum, den Schwerpunkt zu verändern oder anzupassen. Manchmal ist aber auch ein neuer Weg zu gehen, den es erst zu finden und dann zu gehen gilt.

Egal wo Du gerade mit dem Thema stehen: ich möchte Euch Mut machen, sich aktiv für Eure berufliche Leidenschaft und Eure Interessen einzusetzen!

  • Ein Thema, das mich gerade sehr umtreibt. Wobei ich noch mitten in der Ich-will-den-Scheiß-nicht-mehr-machen-Phase stecke, ohne eine neue Richtung gefunden zu haben. Irgendwie kommt dann noch dazu, dass ich in meinem ungeliebten Beruf ein gewisses „Karrierelevel“ erreicht habe, was den Absprung gefühlt nochmal schwieriger macht.

    Ich bin jetzt so knapp Mitte dreißig und ratlos. Aber wenn ich mir vorstelle, ich müsste meinen jetzigen Beruf bis zur Rente machen, dann fühlt sich das einfach nur schrecklich falsch an.

    *Seelenstriptease off*

  • Auch genau mein Thema! Dazu würde ich noch gern mehr lesen – wie kommt man sich wieder auf die Spur und wie steht man die Umorientierung dann durch?

  • @ beautyjagd: Sehr richtig, genau das frage ich mich auch ständig 🙂

  • Da stimme ich voll zu, Mut zur Veränderung. Ich arbeite nur noch 2 Tage pro Woche im Brotjob und lasse mir Zeit für die Umorientierung. Als Single mit einfachem Lebenswandel komme ich gut klar.
    Ein Buch- und Webseiten-Tipp, den ich sehr empfehlen kann:

    http://www.frauencoaching.de/archives/cat_1152474725.html

    lg
    Marion

  • Ich bin jetzt Mitte vierzig, Alleinerziehen mit 2 Kid`s. Nach der Scheidung ist bei mir die Leidenschaft zum Beruf wiedergekommen und zwar doppelt.Ich habe mir zu meinem
    Teilzeitjob /Buchhaltung der mich finanz. absichert noch einen Minijob gesucht, der richtig Spaß macht. Mache eine Schulung nach der anderen voller Begeisterung. Man muß sich nur was zutrauen. Besser geht immer.!!!! Mut zur Veränderung
    lg. Tess

  • Honeypearl

    Liz hat zu 100 % auch meine derzeitige Lage beschrieben. Ich bin 42 Jahre alt und habe eigentlich das, was man einen guten Job nennt – andere waeren bestimmt sehr froh, diesen Posten zu besetzen. Aber warum bin ich nicht zufrieden? Zum einen habe ich keinen Handlungsspielraum etwas in dem sehr traditionellen, konservativen Unternehmen zu veraendern und zum Anderen wollte ich nie nur hinter dem Schreibtisch sitzen und Berge abarbeiten. Schon lange weiß ich, dass mein Beruf nicht meine Berufung ist – unabhängig vom Unternehmen. Daher habe ich mich nebenberuflich weitergebildet, in einem Bereich, der mich schon immer faszinierte – und was mache ich? Aus Feigheit nichts verändern…. das passt doch gar nicht zu mir….

  • Liebe Frauen, es gibt zum Thema Berufung finden zwei Bücher, die ich als Beraterin sehr gerne empfehle
    Petra Bock: Die Kunst seine Berufung zu finden und
    Barbara Sher: Ich könnte alles, wenn ich wüßte, was ich wollte!
    Hier finden sich schonmal gut Hinweise. Die Bücher sind gut lesbar und sind sehr motivierend. Wer dann ernsthaft individuell seine Berufung finden will, sucht sich am besten einen auf Berufungsthemen spezialisierten Coach!

  • Mit meinem Umzug (wg. Liebe) in eine neue Stadt vor 15 Jahren musste ich mich sehr umstellen. Meinen Beruf musste ich wg. Allergien aufgeben und eine Umschulung machen, nicht ganz einfach ein gutes Gebiet zu finden, was mich auch wirklich ausfüllt. Acht Jahre habe ich meine Ausbildung und daraus resultierende Selbstständigkeit gemacht, um festzustellen, das „meine Stadt“ zu klein und nicht passend ist und der neu erlernte Beruf niemals ein würdiges Leben zuläßt. Die ganze Zeit hat mich mein Mann durchgefüttert, was so überhauot nicht zu meiner Erziehung und Einstellung gehörte.
    Inzwischen läuft der Laden prima, aber die Stadt ist doof, die Leute in ihren Gewohnheiten gefangen. Die Jahre in denen ich weder nen Loch in der Wand bezahlen – geschweige denn von Krankenversicherung – werde ich sicherlich nie vergessen. Und, war es toll, was hat es mir gebracht? Schlaflose Nächte ohne Ende und die Gewissheit, daß Fleiß, Intelligenz und Anmut nicht zählen.
    Was möchte ich damit sagen?
    1. Ja, es ist ganz toll von vorn anzufangen, vorrausgesetzt man kann sich auch ohne Geld und Freunde ein schönes Leben vorstellen
    2. Freunde findet man immer, klar, die stehen neben dem Weihnachtsmann
    3. mit mitte vierzig ist man gesucht wie nie
    4. ohne Stütze ist frau so schön frei
    5. Selbstständigkeit ist total toll, da hat man keinen Chef der meckert
    6. etc. etc.
    7. nun mal ernst…no risk, no fun
    Wenn frau bereit ist, wirklich alles, ich meine alles, aufzugeben und auf die Bequemlichkeiten wie Absicherung und persönliches Umfeld bereit ist zu verzichten, dann legt los!
    Dann wird auch der Schnucki mitziehen, wenn nicht, nehmt den nächsten!
    Männer sehen weder Cellulite noch Bindegewerbsverlust, glaubt mir 🙂
    Uns seid bitte nicht so naiv zu glauben, das nur innere Werte (oh wie wertvoll) zählen, ich kanns nicht mehr hören…das wahre Leben sieht anders aus!
    Behandelt Euch selbst und Eure Umwelt wie die allerallerbeste Freundin, das entspannt ungemein und erspart Geschwätz und Wartezeit zum Glück.
    Handelt klug 🙂

  • Charlotte, das finde ich sehr eindimensional. Es gibt ja nicht nur krasse Entscheidungen, sondern auch gemäßigte Veränderungen. Und mir zum Beispiel gefällt meine Selbständigkeit als solche sehr gut, es läuft auch prima, bloß mein Job stimmt so nicht für mich. Jedenfalls nicht als alleiniger Beruf.

    Wieso war es so eine Überraschung für Dich, dass der neu erlernte Beruf kein „würdiges Leben zulässt“? Vielleicht hast Du Dir da auch selbst ein wenig was vorgemacht?

  • Eindimensional klingt so abwertend, wenn es um meine intime, persönliche Entscheidung geht…und erbärmlich nenne ich den Fakt von 800 € netto Vollzeit bei cholerischem Chef leben zu müssen, in dieser Stadt gibts das öfter und gehört zur Ortsmentalität.
    Nö, ich habe mir nichts vorgemacht, hätte nur nicht erwartet, dass so viel Wert auf „mit dem bin ich zur Schule gegangen, zwar zahle ich das doppelte und er ist auch nicht erreichbar und ich muss immer wieder nachhaken bevor war gemacht wird“ so wichtig ist und die Leistung nicht zählt. Is halt nen Dorf hier.
    Nun liegt es hinter mir und das ist gut so.
    Zu Anfang habe ich damals natürlich neben meinem Hauptjob angefangen meine Firma aufzubauen, das Ergebnis siehe Text. Dann beschloß ich eine Möglichkeit zu suchen, die nicht mit meiner direkten Anwesenheit und doch mit meinem Geist und Stempel funktionieren kann, gesucht, gefunden, naja, ein Jahr hats gedauert und ich konnte alle mit Blut und Schweiß erworbenen Kenntnisse einbringen und den Luxus, meinen 12-15 Mitarbeiten – die ich anbete – ein vernünftiges Leben bieten zu können.
    Aber ich habe alles aufgeben müssen.
    Klar, wenn man ne Firma ohne weitere Mitarbeiter machen kann, könnts auch nebenher gehen.
    Aber ich wollte mit der Sache die mich nicht mehr inspirierte nichts mehr zu tun haben und habe einen klaren Cut gemacht, und den empfehle ich auch jedem der wirkliche, echte Veränderung seines Lebens und Bewußtseins möchte.

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