Wenn das Schlachten vorbei ist, oder

der Titel des neuen Buches des von mir heißverehrten T.C. Boyle spricht für sich. Er meint allerdings keine Schlacht zwischen Menschen oder Völkern, sondern diesmal geht es um den Umgang mit der Natur und mit den Tieren insgesamt.

Wie wir es von dem Meister kennen, ist sein Zugang historisch und er bereitet das Thema an zweihundert Jahren Geschichte einer Inselgruppe vor der amerikanischen Küste auf. Ohne zu bewerten, stellt er die Probleme dar, die sich durch den Einbruch versehentlich (Ratten schwimmen nach einem Schiffbruch auf eine Insel, die bislang Nagetiere nicht kannte) oder absichtlich (Schafe werden auf den unberührten Inseln von Menschen gezüchtet) auf die Inseln gebrachter, dort vorher nicht heimischer Tierarten für Flora und Fauna, ja das gesamte Ökosystem ergeben.

So trocken sich das anhört, so spannend bringt Boyle es herüber, meisterhaft eben, so wie ich von ihm auch schon über die Schwierigkeiten beim Cannabisanbau (Grün ist die Hoffnung) und die nahezu aussichtslose Situation illegaler mexikanischer Einwanderer in den USA (America) oder die Geschichte des Sexualforschers McKinsey (Dr. Sex) gelernt und mich jeweils dabei bestens amüsiert habe. Auch hier hängt Boyle die verschiedenen historischen Phasen an den Schicksalen Einzelner auf, die er in dem ihm eigenen Feuerwerk jeweils inneren Geschehens der einzelnen Protagonisten lebendig werden lässt.

Ja, und er beantwortet die Frage, was denn bleibt, wenn das Schlachten vorbei ist, auf kompromisslose Art und Weise, aber das kann ich hier noch nicht verraten. Sonst wäre es ja langweilig für euch!

Ich kann nur sagen: Kaufen und lesen, es wäre schade, das zu verpassen!

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