Scheidende „First Ladies“, oder was geht mich das an?

Ich bin verblüfft, in den letzten Tagen habe ich ungelogen mindestens zehn Artikel darüber gelesen, dass und wie Carla Bruni nun ihren Job als First Lady verloren hat, was sie nun plant und wie das wohl wird. Das Gleiche neulich, als die Wulffs sich endlich wieder dorthin aufgemacht haben (mit Bettina am Steuer des Familienvans), wo sie hin gehören (Großburgwedel!). Und was ich den Gipfel fand, über Stephanie zu Guttenberg, die ja noch nicht mal Frau eines Staatsoberhauptes, sondern nur eines versierten Abschreibers und Selbstdarstellers war. Aber zurück dazu, dass Carla ihren Job „verloren“ hat.

Erstens ist das ja wohl kein Job, sondern mehr eine Tätigkeit als „in Begl.“, wie ich das immer nenne nach dem netten Aufdruck auf offiziellen Einladungskarten, die da immer heiß „Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Schlagmichtot, wir freuen uns, Sie einladen zu dürfen rhabarberschwatz“ und unten in der Ecke steht klein „in Begl.“ – das ist dann die Frau. Sehr nett und so zeitgemäß.

Nun, ich will nicht in Abrede stellen, dass Bruni und Konsorten sicher viel wichtige Arbeit leisten, die Begleiterinnen der wichtigen Gesprächspartner ihrer Männer bespaßen und karitativ tätig sind. Aber vermutlich beschäftigen sie sich auch viel mit ihrem Aussehen und ihrem Image in der Öffentlichkeit. Zweitens hat Carla Bruni nicht verloren, sondern der absatzschuhtragende hektische Zwerg neben ihr.

Und sie hat Tränen vergosse, als das klar wurde. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht Freudentränen waren, dass sie aus ihrem komischen Käfig, begrenzt durch Etikette, politische Interessen ihres Mannes und die Öffentlichkeit herauskann. Sie hat ja anders als Bettina Wulff aufgrund ihrer Herkunft aus einer reichen Industriellenfamilie keine finanziellen Sorgen, ihr gehört eine durchaus ausreichende Villa in Paris und sie sagte, sie freue sich darauf, ihren Mann mal anders zu erleben. Ich frage mich, ob sie damit meint, von hinten? Oder kann sich irgendeine von euch vorstellen, dass sie bei ihm bleibt, wenn er nicht mehr Präsident ist? Dazu erschien sie mir immer zu schön, zu wild, zu groß und zu ungezähmt. Wir werden sehen, lassen wir uns überraschen!

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