Neulich auf der Kö

Ich war zu einem Bloggerevent von Biotherm in Düsseldorf eingeladen und bin dann nachmittags noch in die Stadt, ein wenig bummeln, shoppen (ich habe wunderbaren blau-violetten Eyeliner für den Sommer erstanden) und habe dann eine sehr amüsante Stunde auf der Kö bei Starbucks verbracht.

Ich habe in den letzten zwei Jahren viel Zeit damit verbracht, über meine Kleidung und die damit verbundene Aussage nachzudenken. Ergebnis war ein praktisch komplett neu gefüllter Kleiderschrank und ein durchdachtes Konzept in den Kategorien Beruf – Freizeit – spielplatz/einkaufen gehen/usw.

Und jetzt sitze ich auf der Kö bei Starbucks und beobachte ein wenig fassungslos, was so alles vorbei läuft. Hosen in gelb, pink, grün und blau. Ich bezweifele, dass es irgendjemanden über 20 gibt, dem die stehen (diese Aussage korrigiere ich – meine Trainingspartnerin Hanna sieht als Ü50 in ihren grünen Hosen super aus, sie ist allerdings auch richtig dünn und kombiniert geschmackvoll…). Leggins, unter denen man die Unterwäsche sieht, die aber eher niemand sehen möchte. Überhaupt ist die Neigung zu Kleidung, die eine Nummer zu klein ist, sehr ausgeprägt.

Ein Lichtblick: eine ältere Dame im schwarzen Kostüm mit Schottenkarostrümpfen in pink und lila und weißem Pagenkopf. Der zugehörige Ehemann ist auch gut gekleidet. Vermutlich lesen die Advanced Style.

Ansonsten sollte man auch den einen oder anderen Friseur verklagen. Pfiffige Frisuren, gerne in künstlichen Rottönen oder zwei- bis dreifarbig, oh Graus. Gelbliches Blond, merkwürdige Dauerwellen (ich wusste nicht, dass es die noch gibt) – das Schreckenskabinett ist vollständig angetreten.

Und last but not least: Frauen in High Heels, die eindeutig nicht damit laufen können und durch die Gegend wackeln. Inklusive schief getretene Absätze.

Ich brauche einen neuen Blog: „what not to wear on the Kö“ oder so ähnlich.

  • Liebe Irit, du hast ja Recht, man sieht schon manchmal Gestalten, ABER…..
    Ist das wirklich so schlimm? Und wer sagt, dass der eigene Geschmack, das eigene Empfinden letztendlich maßgeblich ist? Vielleicht sind da andere Sorgen, Existenzängste, die keinen Raum lassen, darüber nachzudenken, wie man aussieht, ob alles passt, der Haarton wirklich perfekt ist, oder man gar seinen Kleiderschrank komplett neu befüllen kann. Bitte verstehe mich nicht falsch, ich lästere auch zu gern. Aber vielleicht sollte man sich angewöhnen, alles mit mehr Wohlwollen zu betrachten und vielleicht auch über sich selbst nachdenken. Könnte es sein, dass du auf andere etwas konservativ wirkst? Vielleicht sagen einige deiner Bekannten: Etwas Farbe wäre bei ihr auch nicht schlecht.
    Ich versuche es jedenfalls mit mehr Toleranz (ist noch ein langer Weg bei mir), es gelingt nicht immer, aber ich versuche es. In diesem Sinne, alles Liebe, Heike

  • Liebe Heike, glaub mir, bei mir denkt keiner, ich bräuchte mehr Farbe… ich bin die Frau mit den roten Schuhen und dem lauten Lachen. Hm, konservativ, ich glaube, Janne kann sich gerade vor Lachen kaum noch halten 🙂

    Meinethalben kann jeder rumlaufen wie er mag – ich kenne die Leute nicht und es ist mir eigentlich egal. Aber es macht so viel Spaß rum zu lästern…

  • Liebe Irit, ich wollte dir nicht unterstellen, konservativ zu sein. Das kam so rüber, weil ich den Beitrag möglichst kurz halten wollte und das ging auf Kosten der Verständlichkeit. Ich meinte das nur im Zusammenhang mit dem Nachdenken über sich selbst. Wenn man denkt, bunte Hosen ab einem gewissen Alter sind nicht angemessen, vielleicht (!!) ist man dann selbst zu konservativ? Vielleicht haben die entsprechenden Beispiele aber auch nur absolut schlecht kombiniert.
    Oder ebenfalls eine interessante Theorie: man lästert am meisten über das, was neidisch macht. Neidisch auf diese Kleidung, diese Farben, könnte man sagen? Sicher nicht. Aber vielleicht auf die Lässigkeit, sich zu kleiden, ohne darüber nachzudenken, nur nach Bequemlichkeit zu gehen? Vielleicht. Und ich meine auf keinen Fall dich persönlich, sondern es ist ganz allgemein ein Gedankenspiel, was wirklich, wenn man es konsequent durchführt, auch einige Erkenntnisse über sich selbst bringt. Und ja, lästern macht Spass. Mir auch. Heike (P.S. man sollte konservativ nicht mit negativ gleichstellen ;-))

  • Als Düsseldorferin kann ich Dir, liebe Irit, nur zustimmen. Auf der Kö sitzen ist besser als Kino! Man sieht die unfassbarsten Outfits – im Guten wie im Negativen, und es macht soooo Spaß, darüber ein bisschen zu berichten und ggf. abzulästern.

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