Frauen, Frauen – 2

Neben der derzeit omnipräsenten Diskussion über Frauenquoten aller Art kam mal wieder im Zusammenhang mit der „Herdprämie“ das Thema Lebensmodelle von Frauen bzw. Müttern hoch. Und wird derzeit überall diskutiert, man schlägt keine Zeitung oder Zeitschrift mehr auf ohne auf mehr oder minder qualifizierte Beiträge zu stoßen.

Ich habe dazu eine sehr eindeutige Meinung. Wer gerne als potentielle Hartz 4-Empfängerin leben möchte, kann das gerne tun. Letzten Endes zahle ich das zwar mit meinen Steuergeldern, aber nun ja.

Betrachtet man die heutige Situation in Deutschland, sieht es doch so aus: die Ehe ist kein lebenslängliches Versorgungswerk, sind die Kinder über 3, ist man verpflichtet, voll zu arbeiten. Tut man das nicht – aus welchen Gründen auch immer – ist man sehr schnell bei Hartz 4. Wer lange zu Hause bleibt, findet auch nur schwerlich einen guten Job, Qualifikation hin oder her. Ich würde ehrlich gesagt auch niemanden einstellen, der jahrelang nicht gearbeitet hat.

Ja, jetzt bricht der Sturm der Entrüstung los, man hat zu Hause gearbeitet, sich gekümmert, Haushalt und so weiter. Also all die Dinge, die berufstätige Mütter nebenher erledigen. Es tut mir leid, aber das hat für mich nichts mit z.B. einem Job im Büro zu tun. Der im Normalfall fremdgesteuert ist, festen Regeln folgt und ganz andere Anforderungen stellt.

Es ist nun mal so, dass der Staat seine Bürger dazu anhält, wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen. Und das trifft auf Hausfrauen und Mütter nun mal nicht zu. Punkt.

Es mag sein, dass ein Teil der männlichen Bevölkerung diesen abhängigen Zustand für wünschenswert hält. Ist auch praktisch. Die Frage ist nur, für wen. Verlierer sind aus meiner Sicht immer die Frauen.

Kleine Anekdote am Rande: ich habe in letzter Zeit dieses Thema häufig mit meinem Mann diskutiert. Der meinte heute zu mir, er wäre froh, dass ich auch viel arbeite. Ich hätte Verständnis dafür, dass er abends auf dem Sofa niemanden mehr bespaßen möchte, sondern einfach nur relaxen will. Weil es mir genauso geht.

Ich stelle es mir grauenhaft vor, nach einem langen Arbeitstag nach Hause zu kommen, noch Zeit mit den Kindern zu verbringen (was dann Spaß macht), um dann anschließend noch den unausgelasteten Ehegatten zu bekümmern, dessen spannendstes Tageserlebnis in übergekochter Milch bestand. Wie halten Männer das aus? Nicht gut, wenn man sich Scheidungsquoten anschaut.

Und demnächst kommt dann Teil 3, 4, 5… mit noch mehr aus der feministischen Ecke. Ich bin in Schreiblaune.

  • Super, es gibt noch mehr Frauen, die so denken wie ich. Mir schwillt jedesmal der Kamm, wenn ich die Forderung nach Hausfrauenbezahlung und dem Aufzählen der vielen Tätigkeiten, die eine Hausfrau so leistet (einschliesslich 24-Stunden-rund-um-die-Uhr-Dienst) höre. Leider gibt es immer noch Frauen, die ausschliesslich nach einem Dasein zwischen Küche und Kindern streben und ihrer beruflichen Tätigkeit nur unwillig, unorganisiert und lustlos nachgehen. In vielen Fällen läuft der Familienbetrieb aber dann ebenso unorganisiert ab.

  • Bin ganz deiner Meinung und freue mich auf deine nächsten Beiträge zum Thema.

  • Ambra d'Oro

    @Hermine, auch schön sind die Äußerungen von manch schwangeren Frauen „endlich kann ich bald aufhören zu arbeiten, hat mir eh nie Spaß gemacht“. Da gehen mir die Nackenhaare hoch. Da frag ich mich dann wirklich warum man nicht gleich nach dem Schulabschluß geheiratet hat und schwanger geworden ist anstatt sich noch lästigerweise mit dem Verdienen des eigenen Lebensunterhaltes zu beschäftigen.
    Ich find es auch okay daß die Ehe kein lebenslanges Versorgungswerk mehr ist. Das ist out und das schon länger.

  • Danke – ich dachte schon, Janne und ich wären die einzigen auf der Welt…

Deine Meinung?