Erfolg als Blogger oder was ist eigentlich wichtig?

Ich habe gestern abend noch einen Artikel über das Bloggerevent von Biotherm geschrieben und bei der Gelegenheit auch nochmal intensiv über meine persönliche Zielsetzung beim Bloggen nachgedacht. Auslöser war meine Beobachtung, dass es bei Bloggern genauso zugeht wie im Rest der Welt.

Es gibt erfolgreiche Blogger (gemessen an der Größe der Seite) und die anderen. Und das merkt man auch ganz deutlich – es ist nicht anders als im Beruf, ab einem gewissen Karrierelevel geht es einfach anders zu.

Nachdenkenswert fand ich dann zwei Punkte. Zum einen natürlich die Frage, ob man das Geschäftsleben wirklich 1:1 übertragen muss. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das zwangsläufig der Fall ist. Denn zum einen lebt die eine oder andere tatsächlich vom Bloggen (bzw. den resultierenden Werbeeinnahmen etc), zum anderen ist das mittlerweile einfach ein Geschäft, bei dem man sich im Haifischbecken der Kosmetikkonzerne tummelt. Warum männliche Strategien aber in einem extrem weiblich geprägten Business unbedingt übernommen werden müssen, erschließt sich mir nicht so ganz. Vermutlich wird der Wettkampf einfach durch den Zickenkrieg ersetzt.

Zum zweiten habe ich mich natürlich zwangsläufig gefragt, wie ich mich aufstellen möchte und das Thema auch schon oft mit Janne diskutiert. Wir sind beide in der komfortablen Situation der anderweitig beruflich Erfolgreichen. Möchten wir eine zweite Karriere im Netz aufbauen? Nein, wollen wir nicht. Wir haben hier unseren ganz privaten Spaß und unser persönliches Forum für die Kommunikation der Themen, die uns interessieren. Leserinnen und Diskussion ausdrücklich erwünscht. Wir überlegen derzeit, das Themenspektrum zu erweitern – noch weiter weg vom Beautyblog, hin zu größerer Bandbreite.

Eine unmittelbare Folge dieses Selbstverständnisses ist ein komplett werbefreier Blog. Keine blinkenden Banner, keine bezahlten Links, keine Goodwill-Reviews. In Sachen Beauty stellen wir vor, was wir für gut halten. Wir verstehen uns auch nicht als Nachrichtenportal mit den letzten Neuigkeiten.

Insgesamt macht uns das unabhängig und frei. Finden wir schön. Und damit definiert sich Erfolg ganz anders.

Natürlich freuen wir uns über viele Leserinnen. Ist ja schön, wenn andere Leute interessiert, was man so von sich gibt. Natürlich bekommen wir gerne Produkte von Kosmetikfirmen. Aber nur die, die wir interessant finden und die wir testen WOLLEN.

Erfolg ist, wenn wir jeden Tag Spaß mit unserem Blog haben und gerne schreiben. Nicht mehr. Und das ist sehr viel.

Ein aktuelles Thema beschäftigt mich derzeit noch – sozusagen die Gretchenfrage im Internetzeitalter: wie hältst du es mit Facebook und Twitter? Derzeit habe ich nicht sehr viel Spaß daran. Facebook ist privat ja eine nette Sache, aber die „Blogwerbung“ überdenke ich derzeit doch.

  • Ein sehr sympathischer Beitrag. Ich bin keine Beauty-, sondern Buchbloggerin und kenne das Thema im kleinen Rahmen. Habe mich komplett gegen Werbung auf meinem Blog entschieden denn zum einen ist das meine Party, dieser Blog: da mache ich, was ich will und wann ich will.

    Und zum anderen arbeite ich selbst in der Werbung und brauche keinen schlecht bezahlten (wenn überhaupt) Zweitjob.

    Und dann ärgern mich, ehrlich gesagt, diese Anfragen, die ich bekomme. Wie kommt zum Beispiel jemand auf die Idee, dass ich als Buchbloggerin einen schlecht kaschierten Werbeartikel für ein Casino schreiben möchte? Mit der großzügigen Möglichkeit, das Ganze an einer Buchbesprechung aufzuhängen, damit die Leser es nicht merken. Möchte ich nicht. Ich will unabhängig bleiben. Und ich freu mich immer, wenn andere sich ebenfalls so entscheiden.

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