Schade, tolles Buch ergibt wirklich schlechten Film, oder

Russendisko, ein verschwendeter Abend! Ich liebe Wladimir Kaminer so sehr, dass ich sogar schon auf zwei Lesungen von ihm war. Besonders Russendisko habe ich gerne gelesen, und er ist ja mittlerweile Berliner, also ist es auch ein bisschen Lokalpatriotismus, ihn gut zu finden.

Und ich war sogar mal mit meiner damaligen, aus Moldawien stammenden Kinderfrau, im Café Burger zur Russendisko und dort schwer beeindruckt von dem Enthusiasmus der Anwesenden, es wurde unfassbar laut, fröhlich und der Musik gegenüber kritiklos getanzt, gefeiert und getrunken.

Also habe ich die mittelmäßigen bis schlechten Kritiken ignoriert, schließlich spielte auch Matthias Schweighöfer mit, dessen ergebener Fan ich trotz aller mittelmäßigen Leistungen zwischendurch seit seinem grandiosen „Roten Baron“ bin, das musste doch lustig sein.

OK, das Gute zuerst: Der Film zwar zwischendurch auch ein bisschen lustig, auf so eine klamaukige Art. Der Film war auch ein bisschen rührend, was große Liebe, Zusammenhalt zwischen Jugendfreunden und Eltern-Sohn-Verhältnis angeht. ABER er war vor allem echt langweilig, hatte weit mehr Längen als kurzweilige Szenen (die guten schneide ich euch auf acht Minuten zusammen, der Film hatte hundert davon) und war einfach enttäuschend.

OK, das Lokalkolorit der neunziger Jahre war nett, aber meine Güte, das hatten wir ja nicht zum ersten Mal. So, jetzt ist mir fair sein auch Schluss: Spart die Lebenszeit und geht lieber in einen guten Film. Das Gute an dem Abend war, dass wir lange nicht gesehene Freunde wiedergetroffen haben und mit ihnen hinterher noch in der Victoria-Bar waren, einem meiern Lieblingsläden in Berlin: echt coole reelle Cocktails und kein Rauchverbot, I love it on saturdays!!

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