Anna Prohaska: Sirene

Sängerinnen gibt es viele, die meisten eher so lala, ich habe ein Faible für Sopranistinnen. Neben (für mich) herausragenden Gestalten wie Maria Callas, Jessey Norman oder Edita Gruberova gibt es dann noch die Glamourstars wie Frau Netrebko – die ich persönlich jetzt nicht so richtig überragend finde. Anna Prohaska ist die Neuentdeckung des letzten Jahres für mich – eine junge und wirklich außergewöhnliche Sängerin.

Sie debütierte mit gerade mal 19 Jahren an der Komischen Oper in Berlin in Benjamins Brittens „The Turn of the Screw“. Derzeit ist sie unter Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper Unter den Linden als Ensemblemitglied engagiert. Daneben tritt sie seit 2008 bei den Salzburger Festspielen auf.

Daneben arbeitet Anna Prohaska seit 2007 mit den Berliner Philharmonikern zusammen. Neben einigen Uraufführungen hat sie Orchesterlieder von Webern unter Leitung von Sir Simon Rattle gesungen.

Man sieht: ein aufgehender Stern!

Mein Mann hat mir ihre letzte CD „Sirene“ (Link) geschenkt. Ich hatte vorher das eine oder andere über Anna Prohaska gelesen und es passt zur ihr, nicht eine Best-of-Koloratursopran-Arien als Debüt zu bringen, sondern lieber ungewöhnlich zu bleiben.

Sirenen, die mythischen Fabelwesen, die durch verführerischen Gesang vorbeifahrende Schiffer anlocken und töten, sind in zahlreichen Liedern verewigt. Anna Prohaska hat Lieder aus vier Jahrhunderten und von den verschiedensten Komponisten – Purcell, Haydn, Schubert und Debussy, um nur die bekanntesten zu nennen – zusammengestellt und das Ergebnis ist eine wunderbare CD. Keine Frühstückshintergrundgedudel, da muss man zuhören. Und genießen.

Noch ein Tipp für Lied-Liebhaber: ein All-Time-Favorit von mir sind die „Vier letzte Lieder“ von Richard Strauss, gesungen von Jessey Norman. Strauss kann erheblich mehr als Zarathustra und dazu noch Jessey Norman – sehr kaufenswert (Link).

  • Liebe Irit, vielen Dank für diesen Tipp.
    Ich mag ja auch Soprane sehr gerne und ausser der Callas und Renée Fleming, die ich beide sehr schätze, ist Anna Prohaska nun eine Neuentdeckung für mich. Ich glaube, die muss ich mir mal live und in Farbe anschauen bzw. anhören.

  • naja, Du sitzt ja an der Quelle 🙁

  • Stimmt, an der Quelle sitze ich. Dummerweise ist der „Don Giovanni“ mit ihr im Juni/Juli bereits ausverkauft:(. Die Netrebko singt halt auch mit und die ist ja ein Kassenmagnet. Außerdem spielen die Aufführungen von der Staatsoper ja für längere Zeit noch im deutlich kleineren Schiller-Theater(ca. 300 Plätze weniger), was dazu führt, dass eine Vorstellung noch schneller ausverkauft ist. Schade. Ich mag „Don Giovanni“. Aber die neue Saison kommt ganz bestimmt :o)!!

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