Ich sterbe hier vor Langeweile, oder

Nichtstun wird weit überbewertet. Oder sagen wir es so: Nichtstun ist nur dann schön, wenn man auch etwas tun könnte, wenn man denn wollte. Ich war ja nun die letzten sechs Tage an mein Sofa gefesselt, und ich habe mich derart geödet, das hätte ich niemals gedacht. Schließlich liegt mein notebook auf meinen Knien, ich habe neue Musik zu hören, Filme zu schauen, Bücher zu lesen, aber was soll ich sagen – alles ganz nett für ein, zwei Stunden, aber tagelang???

Nun bin ich auch eher manisch unterwegs, ich springe gerne durch die Gegend, mal schnell noch dies machen, jenes holen, das in den Keller bringen, die Wäsche aufhängen undsoweiterundsofort. Nun ist es schon eine Herausforderung, wenn ich meine Jacke im ersten Stock vergessen habe, denn auf dem Popo die Treppe herauf, auf einem Bein hochstemmen, die Jacke holen, auf dem Popo die Treppe wieder herunter, das ist eine schweißtreibende Unternehmung und höchstens drei Mal am Tag zu machen. Dito die Kellertreppe. Ganz zu schweigen vom zweiten Stock, in dem ich seit dem Unfall nicht mehr war.

Ich sitze also hier, und spätestens mittags habe ich genug gesurft, gelesen, telefoniert (was ja auch langweilig ist, denn ich erlebe ja nichts), mein Highlight ist der Hops zum Briefkasten an die frische Luft zum Zeitung holen sowie der Besuch des Paketboten, der sich aber leider nicht länger mit mir unterhalten wollte, oder konnte, um fair zu sein, schließlich hatte er noch ein paar Pakete und trifft wahrscheinlich ständig einsame und kommunikativ unterversorgte Frauen. Dabei habe ich so oft gesagt, ob ich vielleicht mal meine Ruhe haben könnte, andauernd diese Störungen, nichts kann man mal so lange machen, wie es dauert…

Tja, das alles macht aber nur dann Spaß, wenn ich ebensogut joggen gehen oder kochen könnte. Boah, freue ich mich auf Montag, wenn ich wieder arbeiten gehen darf!

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