Die Kunst, wunderbare Geschichten zu erzählen, oder

der letzte Geschlechtsverkehr und andere Geschichten über das Alter haben mich begeistert. Die Filmemacherin und Autorin Helke Sander hat dieses leise, aber gerade darin beeindruckende Buch, erschienen in dem kleinen, aber feinen Kunstmann-Verlag, geschrieben.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich es gekauft habe, weil es entweder in der Brigitte oder in dem Spiegel empfohlen worden ist (mit diesen Empfehlungen fahre ich in der Regel recht gut, schließlich schaue ich mir die Bücher auch noch mal an, und das gereichte gerade dem hier besprochenen kleinen Buch sehr zum Vorteil, denn es ist wunderhübsch gebunden und hat einen entzückenden Schutzumschlag, der an viel ältere Bücher gemahnt, ohne tatsächlich altmodisch zu sein).

Aber ich war aufrichtig gefesselt schon von den ersten Worten und habe es buchstäblich nur zweimal kurz aus der Hand gelegt, bis ich es durchgelesen hatte. Diese Geschichten sind wie Erzählungen einer vertrauten älteren Freundin, sie unterhalten und berichten sanft davon, wie es ist, älter zu werden. Es ist in letzter Zeit, seit die geburtenstärkeren Jahrgänge auch schon älter sind, interessant geworden, über das Alter zu berichten, und ganz ehrlich: Das ist oft weder schön noch unterhaltsam. Dieses Buch ist anders, es ist weder so indiskret, dass man beim Lesen denkt, diese Informationen seien nun wirklich zu viel, noch ist es deprimierend. Ganz im Gegenteil – wenn das so wird, habe ich keine Sorge davor.

Ich gebe weiter ehrlich zu, dass ich vor der Lektüre nicht wusste, dass Helke Sander auch Autorin ist, ich kannte sie nur als Filmemacherin. Ihr Klappenbild ist wunderschön, ich würde sofort mit ihr Kaffee trinken gehen, wenn ich das dürfte. Wie sagt Elke Heidenreich immer? Losgehen, kaufen, und dann lesen, lesen, leseen! Viel Spaß garantiere ich!

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