Halt den Mund, hör auf zu heulen, und

fang endlich an zu leben! Das ist nicht mein Spruch zum Tage, sondern der Titel eines durchaus lesenswerten Buches (danke für einen weiteren Supertip, Andreas!) – der Autor mag weder Selbstmitleid noch Jammern, sondern fordert seine Leser auf, die Verantwortung für ihr Leben zu erkennen, zu bejahen und ihr Leben selbst zu gestalten, statt sich als Opfer zu verstehen und sich darüber zu definieren.

Er schreibt erfrischend direkt, etwa, dass es ihn nicht interessiere, wenn mir das Buch nicht gefiele, schließlich kenne er mich gar nicht, also solle ich ihm bitte auch keine schlechte Kritik oder sonstiges Gefasel (Gejammer!) schreiben. Über positive Anmerkungen freue er sich allerdings jederzeit. Er stellt elementare Weisheiten fest (Jeder Mensch lebt selbstbestimmt, aber nur die Erfolgreichen geben es zu!), versperrt die allgegenwärtigen Ausreden (man wird vom Essen dick, nicht von körperlichen Störungen) und lädt ein, die Verantwortung zu genießen (wenn du Mist gebaut hast, gib es zu, entschuldige dich und bring es wieder in Ordnung!) und verkündet nebenbei große Wahrheiten ganz gelassen (Vergebung ist sinnvoll, nicht weil der andere es verdient, sondern weil ich es verdiene, all diese negativen Gefühle loszulassen).

Alles in allem hat mir das Buch, auch wenn es mir teilweise bezüglich des spirituellen Unterbaus zu kurz greift, viel Spaß gemacht. Es ist ja immer wieder frappierend, wie sich alles fügt, wenn es passt – seit ich mich mit Coaching beschäftige, lief mir sowohl die Ermächtigung von Fredriksson über den Weg als auch deses Buch von Larry Winget, und es geht natürlich immer um das Kernthema selbstbestimmtes Leben. Wer sich auch dafür interessiert und bei der Lektüre sich abwechselnd beschämt an die eigene Nase greifen (deine Kinder sind deine Schuld!) und laut lachen will, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt!

  • Das sind ja mal herzerfrischende Aussagen und die gefallen mir wesentlich besser als das „Sich- Gefallen“ in Selbstmitleid und entschuldigenden Ausreden sowie ständig „Bedauert-werden-wollen“. Obwohl es nicht wenige zu geben scheint (schaut man in entsprechende Foren), die das nicht ohne fremde Hilfe schaffen (oder nicht wollen ?, leiden unter zu wenig Aufmerksamkeit ?keine Ahnung)
    Da es aber kein Rezept gibt, dass für alle gleich gilt, wird das nur einen Teil Betroffener ansprechen ?!
    ICH würde mich ganz bestimmt nicht als Couch für Lebensfragen eignen. Bei mir würden alle gleich nach diesem „Prinzip“ gecoucht werden und somit hätte ich wenig oder kaum Klienten :-):-(

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