Couragierte Frauen Teil 2

Nach meinem Bericht gestern über die diesjährige Veranstaltung zum „Prix Courage“ komme ich dann endlich mal zu der Sache, die mich wirklich nachhaltig und tief beeindruckt hat. Alle Preisträgerinnen waren anwesend und die Projekte wurden jeweils nochmals kurz vorgestellt. Man mag teilweise kaum glauben, wie Kinder in Deutschland leben.

Die Liste der bisherigen Preisträgerinnen:

Preisträgerin 2004

Die Schauspielerin Jutta Speidel für ihr Projekt „Horizont e.V.– Initiative für obdachlose Kinder und deren Mütter in München“. Heute finden 25 Frauen und 40 Kinder dort ein vorläufiges Zuhause.

Preisträgerin 2005

Gina Graichen, Erste Kriminalhauptkommissarin des Dezernats für „Delikte an Schutzbefohlenen“ beim Landeskriminalamt in Berlin, für ihr Engagement gegen Kindesmisshandlung und Kinderverwahrlosung innerhalb der eigenen Familien.

Preisträgerin 2006

Ursula Nölle, Hamburg, für ihren Verein „Afghanistan-Schulen“. Unerschrocken baut sie seit mehr als 30 Jahren in dem von Kriegen zerrütteten Land Schulen mit dem Ziel „Bildung für alle, Mädchen und Jungen“, auch mit Kursen zu handwerklichen Berufen für ältere Kinder.

Preisträgerin 2007

Tina Witkowski für ihren Verein „KAHUZA e.V.“, der Kindern in Halle an der Saale, die bei ihren Eltern kaum Interesse, keine Geborgenheit, Liebe und Betreuung finden und verwahrlost aufwachsen, ein Zuhause bietet mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Kleidung, Lernmaterialien und Freizeitaktivitäten.

Preisträgerin 2008

Rose Volz-Schmidt für ihr Projekt „wellcome“, das Müttern und ihren Babys schnell und unbürokratisch Hilfe zu Hause anbietet. Ehrenamtliche Helferinnen schließen die Lücke im Kinderschutz und verhindern Katastrophen wegen Überforderung.

Preisträgerin 2009

Dagmar Riedel-Breidenstein für ihr Projekt „Heroes“. Junge Männer aus Migrantenfamilien werden ausgebildet, ihre Landsleute zu einer anderen Haltung Mädchen und Frauen gegenüber anzuleiten. Damit wirkt Heroes gegen Unterdrückung, sexuellen Missbrauch, Autorität und Gewalt bei Jugendlichen.

So, genug der Berichtung.

Worüber ich eigentlich schreiben wollte, ist diese Frau:

Ursula Nölle war die Preisträgerin 2006 und die Frau ist 87 Jahre alt. Sie ist fit und toll und munter und engagiert und spricht von ihrer nächsten Reise nach Afghanistan im Frühling. Ich war tief beeindruckt, nicht so sehr wegen des Projekts, sondern viel mehr von ihrer Energie und Lebensfreude.

Ich wünsche mir, dass ich in gut vierzig Jahren auch noch so gut drauf bin und eine Aufgabe habe, die mich nach vorn treibt. Hut ab! Da können wir uns alle ein Beispiel nehmen.

  • über Ursula Nölle war neulich auch ein Artikel in der Emma, und ich war ebenso beeindruckt wie du, Irit, dass jemand in dem Alter so dermaßen fit sein kann!!

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