Couragierte Frauen Teil 1

Ich war hocherfreut, als eine Einladung von Clarins in mein Postfach flatterte, über die diesjährige Verleihung des Prix Courage zu berichten. Ich habe normalerweise keine Zeit, zu Bloggerevents zu fahren (ehrlicherweise bin ich auch nicht so oft eingeladen…), aber nach kleiner Recherche im Internet über den Hintergrund wollte ich mir das gerne anschauen und auch darüber schreiben. Allerdings sehen meine Gedanken dazu etwas anders aus als vorher gedacht.

Die Veranstaltung war natürlich toll. Alles war perfekt organisiert (man hört, dass Jenny, die verantwortlich war, auch wieder unter den Lebenden weilt) und ich habe auch einige Bekannte getroffen und neue Bekanntschaften geschlossen. Und endlich mal wieder „meinen“ Kontakt bei Clarins getroffen, die nette, tolle und professionelle Ines. Ich mag jetzt hier nicht nochmal das wirklich tolle Rahmenprogramm mit sehr guten Künstlern und der Laudation von Peter Maffay beschreiben und verweise auf die schönen Videos beim ZDF. Der Preis wird von Clarins und Mona Lisa verliehen, daher auch das Videomaterial beim ZDF.

Eindrücke

Roger Cicero

Brüder Gerassimez

Die Preisträgerin in diesem Jahr war Bärbel Kannemann, die sich um Mädchen kümmert, die einem „Loverboy“ zum Opfer gefallen sind. Besser als im folgenden Text von Clarins kann ich es nicht schreiben:

Würdest Du mein Leben retten, indem Du für mich anschaffen gehst?“. Sarah war 16, als sie diese SMS bekam von ihrem angeblichen Freund, in den sie sich gerade verliebt hatte. Die Schülerin begriff noch nicht, dass sie in die Fänge eines Loverboys geraten war. Er hatte sie auf dem Schulweg angesprochen, ein gutaussehender 19-Jähriger, der dem Mädchen versprach, wonach es sich so sehnte: Liebe, Aufmerksamkeit, eine gemeinsame Zukunft. Nichts davon bekam sie, im Gegenteil. Schon zwei Tage nach der verhängnisvollen SMS zwingt sie der Loverboy, ihren Körper zu verkaufen, ihm zuliebe, wie er sagt.

Ohne Bärbel Kannemann hätte sie den Ausstieg nie geschafft, sagt die heute 18-Jährige. Die ehem. Kriminalhauptkommissarin im Berliner Wirtschaftsdezernat war die einzige, der sie sich anvertrauen konnte. Die pensionierte 63-Jährige kümmert sich seit Jahren um Mädchen, die Opfer von Loverboys sind. „Die Mädchen, die für einen Loverboy arbeiten müssen, sind Sklaven. Und das Perfide an den Loverboys ist, dass sie mit Gefühlen spielen“, sagt Bärbel Kannemann, „das ist oft schwerer zu verarbeiten als eine Körperverletzung“.

Bärbel Kannemann hat jetzt gemeinsam mit Dirk R., dessen Tochter Opfer eines Loverboys war, den Verein EILO D e. V. gegründet. Sie sind nicht nur für die Mädchen da, sondern auch für Eltern. Die wissen meistens nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen, weil ihnen die Töchter entglitten oder gar völlig verschwunden sind. Sie leisten Aufklärungsarbeit und versuchen zu vermitteln zwischen Eltern und betroffenen Mädchen.

Alles begann vor sieben Jahren mit der Suche nach einer verschwundenen Tochter aus dem Freundeskreis in den Niederlanden, wo das Phänomen Loverboys seit geraumer Zeit bekannt ist. Bärbel Kannemann, selbst Mutter einer Tochter, ist von den Schicksalen der Mädchen zutiefst berührt. Sie hilft dort, Mädchen aus der Zwangsprostitution zu retten, tröstet Eltern, redet mit Politikern, arbeitet eng mit der Polizei zusammen.

Das Leben von Bärbel Kannemann hat sich durch ihre Initiative völlig verändert. Sie hat das kleine Erbe ihrer Mutter fast aufgebraucht, um sich ihr Engagement leisten zu können. Sie weiß, dass das, was sie tut, nicht ungefährlich ist, denn sie pfuscht kriminellen Menschenhändlern ins Handwerk, die die Mädchen sexuell ausbeuten. Deshalb hält sie ihren Wohnsitz geheim.

Fragt man Bärbel Kannemann, warum sie all das tut, dann antwortet sie voller Überzeugung: „Wenn man helfen kann, dann muss man es tun, vor allem als Mutter.

Mehr Informationen findet man bei www.eilod.de

Die Preisträgerinnen bekommen von Clarins natürlich nicht nur einen „Pokal“ überreicht, sondern es gibt auch handfeste finanzielle Hilfen. Bei der Auszeichnung erhält die Preisträgerin 20.000 Euro, in den drei folgenden Jahren 5.000 Euro und ab diesem Jahr erhalten alle übrigen Preisträgerinnen 2.000 Euro jährlich.

Ich sehe schon, das wird hier doch sehr lang, daher kommen meine Gedanken zu der Veranstaltung im zweiten Teil morgen.

(Quelle Bildmaterial: Clarins)

  • Ich bin schon gespannt auf Teil 2. Von einem Phänomen Loverboy habe ich vorher noch nie gehört. Was für eine perfide Masche.

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