Chanukka Sameach

*Update* ich habe noch ein Video von den gestrigen Segenssprüchen dazugepackt. *Update Ende* Wie es der Zufall so wollte, sind wir Ex-Protestanten im jüdischen Kindergarten gelandet und da der nicht nur der beste Kindergarten der Stadt ist, sondern auch noch fest integriert ins jüdische Leben in Dortmund, gehören wir jetzt auch ein bisschen dazu, sozusagen eingemeindet. Unsere Töchter besuchen derzeit die jüdische Tagesschule und natürlich beteiligen wir uns auch an den diversen Festen in der Gemeinde. Und für mich das Schönste ist Chanukka, das Lichterfest.

Das heute anfängt und acht Tage dauert. Da sind jüdische Kinder zu beneiden, es gibt nämlich jeden Tag ein Geschenk. Wie immer bei jüdischen Festen gibt es ein passendes historisches Ereignis und das war die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.).

Die Menora (der siebenarmige Leuchter, der sich in jeder Synagoge und in jedem jüdischen Haushalt findet) soll im Tempel niemals erlöschen. Nun gab es aber nur noch einen Krug geweihtes Öl, die Menge für einen Tag. Die Herstellung neuen Öls dauert jedoch acht Tage und die Gefahr bestand, das der Leuchter ausging. Das Wunder passierte und der Krug Öl reichte für acht Tag.

Daher gibt es speziell zum Lichterfest die Chanukkia mit neun Armen, acht für die acht Tage des Fests. An jedem Abend wird eine Kerze oder Öllampe mehr angezündet. Das neunte Licht ist der sog. Schamasch (Diener), nur mit diesem dürfen die anderen Lichter entzündet werden.

Rabbiner Apel beim Chanukkasegen

Und warum schreibe ich das alles? Ganz einfach, zum einen ist heute ein Festtag für die 105.000 Juden in Deutschland und denen wünsche ich Chanukka Sameach. Und zum anderen finde ich es schade, dass es aufgrund der Geschichte große Berührungsängste gibt. Ist nicht nötig, den Holocaust hat es gegeben und er ist auch allgegenwärtig, ist aber kein tägliches Thema. Ich glaube, ich hatte da mehr Probleme als die eigentlich Betroffenen.

Und wer mal in Berlin ist: unbedingt die schöne Synagoge am Prenzlauer Berg besuchen! Allerdings nicht ab Freitagnachmittag, denn dann heißt es: Schabbat schalom.

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