Verblüffend einfache Antworten auf die schwierigen Fragen des Lebens,

oder was kann ich ändern, um selbstbestimmt zu leben? Dieser Frage ist der Autor Curt Fredriksson in seinem wunderbaren Buch „Ermächtigung“ nachgegangen, und zwar auf höchst eigenwillige Art mit beeindruckendem Ergebnis. Er macht sich nämlich vermutlich im Alter der klassischen midlife-crisis auf, um den Charakter des Bösen zu erforschen, ursprünglich mit der Intention, in Abgrenzung zu dem dann bekannten Bösen das Gute zu leben.

Das findet in einem Dialog statt, den Frederiksson in direkter Rede wiedergibt. Zunächst hat der Leser den Eindruck, der Autor habe den Teufel aufgesucht, der allerdings von Anfang an als kultivierter, ja asketischer und von Ruhe geprägter Mensch geschildert wird, was auch den Autor nicht wenig irritiert. Der Gastgeber kocht Kaffee, serviert wohlschmeckendes Wasser in angenehmer Umgebung und hört den Fragen des Autors gelassen zu. Seine Antworten erfolgen ebenfalls ruhig, sind aber von ungeahnter Sprengkraft für die selbstverständlichen Annahmen des Autors.

So wird die gedankenlos dahingeworfene Idee, der Teufel könne Menschen unterstützen, um im Gegenzug deren Seele und Gefolgschaft und in der Folge die „Weltherrschaft“ zu erlangen, mit wenigen  Sätzen pulverisiert: „Die Menschen widmen Ihnen das eigene Leben, ohne es zu beherrschen. Sie versprechen Ihnen ihre Seele, ohne zu wissen, wovon sie reden… Wie ich das sehe, würden Sie über ein Heer von Möchtegernbetrügern, Mitläufern, Heuchlern und Scheinheiligen regieren…Welche Qualität hat die Macht, die Ihnen die Ohnmächtigen verliehen haben?…Können Sie sich vorstellen, wie sich eine solche Macht für Sie persönlich anfühlen würde?“ (Die Ermächtigung, Seite 47 f).

In der Folge bearbeitet der Befragte viele weitere Glaubenssätze des Autors in ähnlicher Art und Weise, bis der Autor schließlich (vereinfacht) erkennt, dass Gut und Böse nicht außerhalb von ihm selbst existieren und dass er (ebenfalls vereinfacht) selbst die Verantwortung für sein Leben trägt. Getragen von dieser befreienden Erkenntnis nimmt der Autor sein weiteres Leben in einer spirituellen Übung, die er als Kriegermanagement bezeichnet, entlastet von überkommenen Verhaltensmustern und Glaubenssätzen in die Hand. Wie das gehen soll? Ja, das habe ich mich auch gefragt – wer weiter gehen will, sollte neben der hier empfohlenen Lektüre das Arbeitsbuch zu den Prinzipien des Kriegermanagement mit dem (irreführenden) Titel „In mir ist ein tiefes Glück“ lesen und damit arbeiten.

Für mich ist die Arbeit von Frederiksson erstmal eine beglückende theoretisch-intellektuelle „Untermauerung“ der Arbeit von Andreas Winter, über die ich hier schon berichtet habe. Ich bin gespannt, wohin mich die Arbeit damit noch führt – einziger Wermutstropfen ist die Bezeichnung der Praxis, ich hätte Heldinnenarbeit natürlich besser gefunden!

Weiterführendes noch unter kriegermanagement.de, wobei ich darauf hinweise, dass derzeit keine Seminare angeboten werden.

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