Es wird kalt – winterfeste Gesichtspflege

Die kalte Jahreszeit kommt bestimmt und bei mir hat das von Jahr zu Jahr größere Auswirkungen. Früher habe ich davon praktisch nichts bemerkt, ich habe einfach immer dieselbe Pflege benutzt. Heute habe ich dank Heizungsluft manchmal morgens das Gefühl, ich habe zu wenig Haut im Gesicht. außerdem juckt die Kopfhaut, die Schienbeine sehen aus wie Pergamentpapaier usw. Da der Zustand nicht mehr so ganz neu ist, „sammele“ ich jedes Jahr ab September schon mal die Kandidaten für trockene Haut.

Da es dieses Jahr noch nicht so richtig kalt war, kann ich bisher nur eingeschränkte Testergebnisse bzw. erste Eindrücke schildern.

Kandidat Nr. 1 kommt von Kiehl’s und heißt passenderweise Rosa Arctica (50 ml kosten 52 Euro).

Der Name hat natürlich nichts mit meinem Einsatz als winterliche Pflegecreme zu tun, sondern mit dem Extrakt aus der Pflanze namens Rosa Arctica (bzw. Haberlea Rhodopensis). Die Pflanze hat eine bemerkenswerte Eigenschaft: sie kommt bis zu 31 Monate ohne Feuchtigkeit aus und kann sich bei besseren Bedingungen regenerieren. Die Wirkung wurde bisher nur bei in-vitro-Studien belegt, sie bezieht sich auf die Vitalität der Zellen (d.h. weniger Zellen sterben ab) und deren Gesundheit.

Meine Bewertung hierzu: die Wirkung ist nicht durch weitere Studien belegt, was aber im Umkehrschluss auch bedeutet, dass die Unwirksamkeit daraus nicht geschlossen werden kann. Wir reden hier also über persönliche Überzeugung.

Ganz objektiv kann ich aber die wunderbare Konsistenz der Creme beurteilen: sie ist sehr fest im Tiegel und man braucht nur relativ wenig. Beim ersten Auftragen dachte ich, hm, was ist das und habe erstmal erneut in den Cremetopf gelangt – war natürlich viel zu viel. Diese Creme ist mehr wie ein Balsam und sehr ergiebig.

Und das allerschönste: sie ist nicht fettig-speckig-glänzend auf der Haut, sondern hinterlässt trotz excellenter Hautversorgung ein fast mattes Finish. Finde ich klasse und habe ich so bei noch keiner Creme für trockene Haut erlebt. Sehr gut.

Biotherm Aquasource Baume (50 ml kosten 39 Euro) ist Kandidat Nr. 2.

Biotherm hat für diesen Winter einige Ergänzungsprodukte zu den bekannten Linien herausgebracht und alle Produkte sind für trockene bis sehr trockene Haut gedacht, so auch dieser Baume. Der Name verrät es schon: wir reden hier über REICHHALTIG. Und zwar sowohl in Sachen Feuchtigkeit (dafür sind die Aquasource Cremes ja bekannt) als auch bei der Fettversorgung. Letzteres wird durch Sheabutter und Bienenwachs bewirkt, der Baume enthält weder Paraffin noch Mineralöl (wobei ich persönlich beides nicht schlimm finde und sehr gut vertrage).

Bei dieser Creme reden wir von wirklich trockener Haut, ich werde den Einsatz für Temperaturen unterhalb -5 Grad (Celsius :-)) erwägen, ansonsten ist das für eine leicht trockene Mischhaut zu viel. Meine Töchter fanden den Cremetopf (rosa!) schön und haben auch angetestet – einhelliger Kommentar: „Das ist eine Schneecreme“. Ok, solange muss sie warten.

Nun soll es ja Frauen geben, die partout nicht von ihrem gewohnten Pflegeritual abrücken wollen. Kann ich auch verstehen, es ist doch aufwändig, eine gute Produktkombination zu finden, die einerseits die gewünschte Wirkung hat (Antioxidantien, Retinol/Peptide, Exfoliation, Pflegekomponente…) und andererseits gut verträglich ist.

Da bietet es sich natürlich an, die Pflege an kalten Tagen einfach um ein Produkt zu erweitern. Ein Öl ist da immer eine gute Idee, aber allzu fettig sollte es auch nicht sein.

Ich mag das Soothing Massage Oil von Snowberry (30 ml kosten 32 Euro). Es hat nämlich nicht nur eine „unfettige“ Konsistenz, sondern die Inhaltsstoffen können sich auch sehen lassen. Die Ölmischung enthält Azulen (ein Kamillenextrakt), Inca Inchi, Passionsblume und Hagebutte. Allesamt haben entzündungshemmende Eigenschaften  und sind reich an Omega-Fettsäuren und Vitamin C. Zusätzlich ist Granatapfelölextrakt (Antioxidanz) sowie Bisabolol und Ingwerextrakt gegen Hautreizungen enthalten.

Es heißt natürlich nicht umsonst Massageöl, man sollte sich dann schon ein Minütchen nehmen und das Öl in aller Ruhe in die Haut einmassieren – tut dieser auch gut.

Das Massage Öl ist gerade bei Mischhaut ein schöne Winterergänzung, es riecht ein bisschen nach Zitrone und einem Hauch von Zimt. Es zieht nicht sofort ein, bleibt aber auch nicht auf der Haut stehen, bei mir ist nach 20-30 Sekunden „Gesichtsmassage für Anfänger“ alles verschwunden und zurück bleibt weiche Haut. Ich verwende es VOR der Pflegecreme bzw. dem Sonnenschutz.

So, ich weise nochmal auf meinen Artikel vom letzten Jahr hin, gesagtes gilt unverändert. Und ich stelle gerade fest, dass ich eine Winter-Kiehl’s-Vorliebe habe…

(Quelle Bildmaterial: Kiehl’s, Biotherm, Snowberry, die Produkte wurden zur Verfügung gestellt)

 

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