Woody Allen „Midnight in Paris“

Pünktlich zu unserem 23. Jahrestag (ja, das gibt es) waren mein Mann und ich kinderfrei und wir waren im Kino. In dem Programmkino, dass wir schon seit 23 Jahren gerne aufsuchen und was könnte passender sein als ein Woody Allen-Film? Die Kritiken waren sehr gemischt von „romantisch“ bis „flach“, ich fand die Auswahl der Schauspieler erstaunlich, aber wann passiert es schon mal, dass alle einen Woody-Allen-Film mögen? Eben.

Ich fand ihn wunderbar. Mein Mann auch. Paris zeigt sich von der allerbesten und allerschönsten Seite (woraufhin wir beschlossen haben, im Oktober ein Wochenende hin zu fahren), so richtig französisch-charmant. Und die Story selbst ist einfach auch charmant. Diese Zeitreisegeschichten haben ja einen ganz eigenen Zauber, wer hat nicht schon mal davon geträumt, zumindest kurzzeitig in einer anderen Zeit zu leben. Und die Roaring Twenties in Paris – ohlala. Hemingway und Fitzgerald, Picasso und Dali und als krönender Höhepunkt Getrude Stein – ganz ehrlich: da wäre ich auch mal gerne dabei gewesen.

Nicht zu vergessen: Woody Allen lebt einfach in Manhattan und seine deftigen Seitenhiebe gegen die Tea-Party-Bewegung und pseudointellektuelle Amerikaner sind einfach köstlich. Die Verlobte ist sooo amerikanisch blond und blöd, die künftigen Schwiegereltern völlig ignorant (ehrlicherweise fühlte ich mich erwischt, so stelle ich mir US-Amerikaner, die nicht gerade in Manhattan leben, auch immer vor). Der beste Spruch des Films kommt von der Schwiegermutter: der Hauptdarsteller möchte keine Holzstühle (zum günstigen Preis von 18.000 Euro das Stück) für das noch nicht vorhandene Haus kaufen. Daraufhin sie: „Billig bleibt billig“. Dior-Tüten schwenkend….

Ein schöner Film.

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