Warum bin ich bloß nicht mit dem Auto gefahren oder

verdammt noch eins, warum klappt bei der Bahn nie etwas? Ich bin theoretisch eine begeisterte Bahnfahrerin, denn ich bin ja ökomäßig gebildet und finde es daher grundsätzlich sehr richtig, die Umwelt zu entlasten, meine persönliche CO2-Bilanz sauber zu halten und daher NICHT mit meinen schicken kleinen schokobraunmetallicfarbenen Mini Cooper Cabrio mit den vielen schönen PS über die Autobahn von Berlin nach Iserlohn zu donnern.

Ich buchte also schon Wochen vor meiner Fortbildung eine Zugverbindung erster Klasse  und reservierte kostenpflichtig schöne Fensterplätze. Nun ja, es fing nicht gut an und es ging noch schlechter weiter, von wegen Reisen Sie entspannt in der 1.Klasse!! Erst hatte schon der erste Zug 10 Minuten Verspätung, der Anschluss-ICE fuhr aber schon zehn Minuten später ab.

Nun ja, ein freundlicher und kompetenter (das hat sich geändert, das muss man der Bahn lassen) Zugbegleiter ermittelte umgehend per Handy, dass der Anschlusszug auch Verspätung hatte. Was ein Glück für mich, was für ein Armutszeugnis für die Bahn. Er hatte nicht zehn, nicht zwanzig, nein fast vierzig Minuten Verspätung. Und er erschien nur zur Hälfte, was bedeutete, dass er pickepackevoll war und alle diejenigen, die in der nicht erschienenen Hälfte reserviert hatten, gingen leer aus. Kein Sitzplatz, jedenfalls keine Reservierung. Ich war alleine und hatte Glück, so dass ich noch einen Platz an einem Tisch mit Stromversorgung für mein notebook ergattern konnte, sonst könnte ich das hier jetzt auch nicht schreiben, aber die Familien mit Kindern hatten ein Problem.

Jetzt, wo ich hier sitze, fällt mir auch wieder ein, dass ich mir beim letzten Mal Bahnfahren geschworen habe, dass ich das nie wieder mache. Da saß ich auf der Hinfahrt auf meinem reservierten Platz mitten in einer ausgelassenen Schulklasse auf Klassenreise. Leider ohne Ohropax. Und auf der Rückfahrt war auch eine Zughälfte nicht erschienen – zwar befand sich damals mein reservierter Platz in dem vorhandenen Zugteil, aber gemütlich geht anders, als wenn die ganzen anderen Menschen ohne Platz einem quasi auf dem Schoß sitzen und die ganze Zeit ihrem Ärger mit hektischem Telefonieren Luft machen.

Und das vorletzte Mal war noch besser, da habe ich mit anderthalb Stunden Verspätung nach einer schweißtreibenden Fahrt in einem aufgrund von zwei ausgefallenen Vorzügen mit der dreifachen Menge besetzten Zug als allerletzte für den letzten Flug nach Hause an diesem Tag eingecheckt. Warum nur hatte ich das wieder vergessen? Was ist daran so schlimm, in einem todschicken Auto durch Deutschland zu rasen, mein Gepäck NICHT zu schleppen und gemütlich Radio zu hören?? Im Moment denke ich: GAR NICHTS!!

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