Lancome Teint Miracle

Es ist schon etwas länger auf dem Markt, hat aber endlich auch den Weg in meinen Schminkkoffer gefunden: Lancome Teint Miracle. Die Werbung mit Julia Roberts ist wunderschön – so sähe ich nach Benutzung einer Foundation auch gerne aus. Trifft es nicht so ganz, aber damit stehe ich nicht allein da. Auch bei Frau Roberts ist es wohl nicht ganz sooo faltenfrei und frisch, wie kürzlich bei Spiegel Online zu lesen war. Die Werbung musste im UK zurückgezogen werden, da zu stark bearbeitet.

Ich muss ehrlich sagen: ich kann da die Strategie des L’Oreal-Konzerns nicht verstehen. Warum nicht mal ein paar Fältchen zulassen? Jeder weiß, dass Julia Roberts Fältchen hat, sie ist aber trotzdem eine schöne Frau. Und niemand erwartet von einer Foundation den totalen Bügeleffekt – zumindest ich nicht.

Ich erwarte ein natürliches Aussehen (man soll die Foundation nicht sehen), einen gleichmäßigeren Hautton (natürlich in Maßen, sonst ist es ja wieder zugekleistert) und ein wenig Glow. Gerade letzteres ist aber nicht so einfach, denn es handelt sich um nichts anderes als um Lichtreflektion von glatter, jugendlicher Haut. Und das ist nicht so einfach zu erreichen.

Lancome hat sich mit dem Thema Lichtreflektion ausführlich beschäftigt und das Ergebnis heißt Teint Miracle. Als Laie glaubt man nicht, wie viel Forschungsaufwand bei einer schlichten Foundation betrieben wird, ich war sehr beeindruckt. Um die Ergebnisse kurz zusammen zu fassen: Licht wird nicht nur von der Hautoberfläche reflektiert, sondern auch zum Teil von den tieferen Hautschichten, wobei das Licht von den Farbanteilen her verändert wird. Etwa die Hälfte der Lichteinstrahlung wird von der Haut absorbiert. Dies ist auch einer der Gründe, warum ältere Haut nicht mehr so „strahlt“: der Anteil des absorbierten Lichts steigt.

Was tun? Ganz einfach: mit Hilfe von neuen Pigmenten wird die Lichtreflektion nachgeahmt. Pigmente hört sich für mich immer nach Steinbruch und Mineralien an, hier reden wir aber von Hightech. Um genau zu sein von bioptischen Pigmenten mit mineralischen Kern und organischer Hülle in Rosé und Blau.

Soweit der Ausflug in die Innereien von Teint Miracle.

Das Ganze hatte ich natürlich vor meinen Tests noch nicht gelesen, ich gehe immer gerne unvoreingenommen an ein neues Produkt heran. Bei mir ist die Farbe 2 ganz wunderbar, passt haargenau von Herbst bis Frühling, im Sommer ist es mir ein wenig zu hell.

Für das Auftragen habe ich verschiedenes probiert: Schwämmchen, Pinsel, Finger. Meiner Meinung nach wird es am schönsten mit den Fingern und bitte nur sehr wenig benutzen. Ich finde die Deckkraft eher mittel, daher an Stellen, wo ein wenig mehr nötig ist, lieber noch eine zweite dünne Schicht auftragen.

Das Ergebnis finde ich ehrlich gesagt toll: es sieht extrem natürlich aus, wie die eigene Haut in besser. Man sieht durchaus noch die Spuren des Lebens wie Falten oder etwas unregelmäßige Haut, aber es sieht insgesamt einfach richtig gut aus. Die Foundation ist aber definitiv nichts für Frauen, die es gerne etwas matter mögen – hier glowt es!

Mit ein wenig losem Puder auf der T-Zone und untertägigem Nachpudern hält es bei mir auch um die zehn Stunden, also sehr brauchbar.

Angesichts dieses Ergebnisses kann ich auch nicht verstehen, warum man die Fotos von Frau Roberts so bearbeitet hat, ich wette, mit der Foundation (und dem passenden Visagisten) hätte sie auch ohne Photoshop strahlend gut ausgesehen.

(Bildrechte: Lancome, das Testprodukt wurde von Lancome zur Verfügung gestellt)

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