Geschenke, die die Welt nicht braucht, von geliebten Menschen oder

Hilfe, was soll ich denn jetzt machen? Da kommt meine jüngste Tochter, mein kleiner Augenstern, und hat mir zu Weihnachten aus Speckstein einen monströsen Apfel geschnitzt, den ich an einem hellblauen Plastikband um den Hals tragen soll. Nein, nicht nur einmal, um mich zu bedanken, am besten täglich und vor allem zur Arbeit.

Abgesehen davon, dass das Teil hart und schwer auf mein Brustbein schlägt, passt es ungefähr so gut zu meinen Klamotten und zu mir wie eine Jeansjacke mit Fuchsschwanz und herausguckendem Kamm. Mit anderen Worten gar nicht. Ich das Ding also erstmal aus den Augen, aus dem Sinn, im Schlafzimmer verstaut. Das half ein paar Monate, aber unweigerlich fällt der Blick des geliebten Kindes auf diese Kette und mit vorwurfsvollen Augen fragt es, warum ich diese wunderschöne Kette, mit der sie sich soviel Mühe gegeben habe, nicht tragen würde.

Nun ja, mittlerweile – Ende gut, alles gut – habe ich sie versehentlich (echt!) heruntergeworfen, was dem schweren Anhänger nicht bekommen ist, der ist nämlich zerbrochen, und zwar genau an dem Loch, so dass ich auch kein Apfelteil mehr tragen muss, pardon, kann.

Sie hat mir versprochen, dass sie mir bald zu Weihnachten oder so noch mal so eine schöne Kette macht. Aber das weiß ich zu verhindern. Da sie das ja nicht alleine, sondern nur in Gesellschaft ihres Vaters bewerkstelligen konnte (einer musste sie ja zur Werkstatt fahren und dort auch bezahlen), konnte ich meinem Mann versprechen, ihm den schönsten Gürtel der Welt basteln zu lassen, wenn er sich auch nur ein einziges Mal in die Nähe einer derartigen Werkstatt begibt. Ich glaube, er hat mich verstanden.

Zumal meine Tochter gleich äußerst kreative Ideen hatte, wie sie den Gürtel verschönern wollte – Glitzersterne waren noch die unauffälligste Idee. Mal sehen, ich denke noch darüber nach, ob ich diese bezaubernde Idee nicht auf jeden Fall weiterverfolgen sollte, denn schließlich war das mit der Kette doch auch nicht nett – ich bin mir sicher, man hätte die Phantasie meiner Tochter auch auf eine geschmackvolle Idee lenken können… Obwohl…?

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