Ein verregneter Sommer – soll ich mich da nun ärgern oder

soll ich etwas draus machen? Ja, was soll man denn aus einem verregneten Sommer schon machen, ist doch auf jeden Fall doof! Oder vielleicht doch nicht? Zum Beispiel kann ich mich zunächst mal freuen, dass ich den Garten nicht so oft wässern muss, dass der Rasen nicht vertrocknet, sondern wuchert, und alles wunderbar grün aussieht. OK, dieser Punkt fällt aus, wenn man keinen Garten hat. Hm. Was gibt es da noch?

Die andere Liste fürs Ärgern ist irgendwie leichter: ich kann meine schönen Sommerkleider schon wieder nicht ausführen, die Sandalen verstauben im Keller, keiner sieht meine wunderbare Bräune, die sich vielmehr innen an den Jeans schon wieder abschubbert, da gab es doch mal was mit Draußensitzen an warmen Abenden…

Trotzdem, sollen wir uns nun immerfort ärgern? Ich habe mir eine knallpinke und voll funktionstüchtige Regenjacke gekauft. Wo? Na, in Dänemark auf Langeland, die haben da eine Riesenauswahl, denn das ist der Artikel, den sie an ahnungslose Touristen am häufigsten verticken, gleich vor Gummistiefeln und Kartoffeln.

Das hat meine Laune schon mal entschieden gehoben, weil ich jetzt wenigstens gut aussehe, wenn es regnet, und nicht mehr so nass werde. Für meine anderen Wege in den Job oder abends habe ich mir einen bezaubernden weißblauen Taschenschirm zugelegt. Naja, ok, das ist nicht wirklich toll, aber was sollte ich denn machen, nachdem alles positive Denken („Dahinten sieht es wirklich schon heller aus!“) nichts daran geändert hat, dass meine Haare, Klamotten und vor allem Handtaschen (das andere trocknet ja mehr oder weniger schnell wieder) immer wieder und ordentlich nass wurden.

Aber das beste Rezept gegen Wetterfrust ist es, mit den Kindern zusammen zu sein. Kinder nervt der Regen nicht, die hüpfen durch die Pfützen, singen und freuen sich über dicke Tropfen, die ihnen auf die Nase fallen. Und wenn man dann wieder zu Hause ist und es immer noch so aussieht, als würde es heute nicht mehr aufhören, Bindfäden zu regnen, ist es das Allerbeste, sich mit einen heißen Kakao und einem geliebten Kind auf das Sofa zu kuscheln, einen alten Film herunterzuladen und den zu genießen. Bei uns war es gestern das doppelte Lottchen, hach, was war das schön!

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