Lästerrunde: Sonnenschutz ist nicht so einfach…

Neulich in der Provence: entspannt sitze ich auf der Terrasse im Schatten, auf dem Tisch eisgekühlten Verveinetee mit Zitronenscheiben, die Kinder planschen friedlich im Pool (=Ausnahmezustand) und für Unterhaltung ist auch gesorgt, die Augustausgabe der InStyle wartet darauf, gelesen zu werden. Bis ich zu den Beautyseiten kam, war so weit alles normal, die Looks zum größten Teil, naja, sagen wir mal gewöhnungsbedürftig bis scheußlich. Heidi Klum per Photoshop kaum zu erkennen, dafür aber faltenlos usw.

Und dann kam der Artikel über den UV-CODE. Abgebildet war eine Flasche Anthelios XL Fluide Extreme von La Roche Posay von vorne und hinten und die entscheidenden Inhaltsstoffe extra gekennzeichnet. Das sind dann Titanium Dioxid (physikalischer Filter, der für sofortigen Schutz sorgt) und Butyl Methoxydibenzoylmethan oder Avobenzone (chemischer Filter).

Ganz ehrlich: wenn ich der verantwortliche PR-Mensch bei La Roche Posay wäre, hätte ich akuten Brechreiz. L’oreal hat mit vermutlich großem finanziellen Aufwand einen wunderbaren chemischen Filter namens Mexoryl entwickelt, der nicht nur im UVA-Bereich wirksam ist, sondern auch – Achtung! – photostabil ist. Sprich: im Gegensatz zu Avobenzone, bei dessen Einsatz beständig nachgecremt werden muss, ist Mexoryl einfach „besser“.

Und ausgerechnet dieser entscheidende Wirkstoff wird nicht erwähnt.

Und noch schlimmer: so ziemlich jeder Sonnenschutz aus Aldi, DM und Co enthält genau die beiden erwähnten Filter. Da fragt man sich dann als Konsument ja doch mal, was so besonderes an teurem Sonnenschutz ist. Sollte es doch Mexoryl sein?

(for the records: der dritte im Bunde ist Tinosorb, ebenfalls patentiert und auch sehr empfehlenswert).

Für alle Nachleser: Sonnenschutzbasics

 

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