Mal wieder ein Film, dessen Kritiken ich nicht verstehe oder

werde ich doch schneller alt, als wie wahrhaben will? Beginners sollte es gestern abend sein, am Donnerstag erst angelaufen und hochgelobt in allen von mir regelmäßig konsumierten Medien, hier ein Trailer für euch.

Der Film sollte liebevoll, interessant, autobiographisch, anmutig, originell, mit anderen Grafikmedien gekonnt kombiniert, von wunderbaren Schauspielern bevölkert und hoffnungsvoll sein. Nun, um es kurz zu machen, die einzige Hoffnung, die ich in der Zeit hegte, die er dauerte, war die, er möge bald vorbeigehen. Die Geschichte ist schnell erzählt: Der eigentlich ja durchaus attraktive Ewan McGregor spielt den Sohn eines Mannes, der nach 44jähriger Ehe nach dem Tod seiner Ehefrau sein Coming out zelebriert. Ganz im Unterscheid zu dem sonstigen 78jährigen Schwulen hat er danach viel Spaß in Schwulenaktionsgruppen, Schwulenpolitikgruppen, house-Clubs und findet auch ganz problemlos einen ungefähr 30jährigen, ziemlich attraktiven Gefährten. Kaum hat sich sein Leben so wunderbar unrealistisch eingespielt, kommt die schlimme Diagnose Lungenkrebs, und dann stirbt er, alles recht ästhetisch und liebevoll gezeigt.

Soweit, sogut. Der Hauptdarsteller ist von dem Tod seiner Mutter, die recht exzentrisch war und von der ich gerne mehr gesehen hätte, und dem Tod seines Vaters verständlichweise einigermaßen gebeutelt, andererseits habe ich nicht so recht verstanden, warum er eine derart depressive Haltung einnimmt, immerhin sind beide in hohem Alter und  jedenfalls nicht unglücklich verstorben – die Mutter hat die Homosexualität ihres Mannes nicht mehr erleben müssen, der Vater hatte noch fünf gute Jahre, wenn ich die Kritiken richtig in Erinnerung habe.

Der Protagonist, der irgendeinen nicht näher zu ermittelnden Job als Werbegrafiker hat und nachts gerne mit seinem Kumpeln Graffittis sprayen geht, ist schlecht drauf. Richtig prozacmäßig schlecht drauf. Therapiemäßig schlecht drauf. Die einzige Gesellschaft ab von den sporadischen Kumpels nachts ist der Hund von seinem Vater, der echt niedlich ist.

Dann lernt er eine niedliche und lustige junge Frau kennen, verliebt sich, macht viel mit ihr (schöne Bilder), trennt sich ebenso unmotiviert, wie er sich verliebt hat (es sei denn, er habe sich einfach deswegen verliebt, weil sie da war, was natürlich möglich ist) und kommt dann wieder mit ihr zusammen.

Mir war das alles mit seinen Zeitsprüngen zu zusammenhanglos, zu ungeordnet und vor allem war es mangels Aufzeigen der inneren Realitäten der handelnden Personen TOTAL langweilig. Als wir das Kino verließen, sagte ein Mann hinter mir: „Ein Glück, ich dachte, ich schlafe ein!“ – offenbar bin ich nicht die Einzige, die sich danach sofort niederlegte und traumlos, weil unberührt, die Nacht durchschlief!

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