Barfuß auf Nacktschnecken oder ein durchwachsener Film

war das: Einerseits wunderschöne Bilder – andererseits besonders gegen Ende hin echte Längen. Einerseits großartige Schauspieler – andererseits nicht nachvollziehbare Handlungsentwicklungen.

Ich spreche von dem neuen französischen Film mit Diane Krüger. Ihr stehe ich eher zwiespältig gegenüber, ich kenne sie hauptsächlich aus den Klatschzeitschriften, in denen sie oft und gerne in Chanel abgebildet ist. Und wie das deutsche Fräulein schlechthin aussieht, eigentlich wie Maria Furtwängler in jünger und hübscher, wobei sie beide das Problem der teilweise fehlenden Lippenfülle haben. Und das deutsche Fräulein bot sie ja auch in Inglorious Bastards, da sogar ganz großartig, ich möchte sagen, so großartig, dass es einem beim Zusehen ganz anders wurde und man sie nicht besonders mochte dafür *räusper*.

Hier nun spielt sie die angepasste große Schwester der kleinen verrückten Schwester, die bislang ihren skurrilen Hobbies (aus toten Tieren Fellpuschen machen, tote Tiere im Gefrierschrank aufbewahren, Nacktschnecken über die Arme kriechen lassen, den Nachbarsjungen verführen) in aller Ruhe auf dem Land unter Aufsicht der nunmehr plötzlich verstorbenen gemeinsamen Mutter nachgegangen ist. Nun ist sie alleine und die ersten Lösungsansätze funktionieren nicht: weder kann sie alleine sein noch in Paris bei der großen Schwester leben. Es bleibt also nur die Lösung, dass die Schwestern zusammen auf dem Land leben mit lauter zunächst unschönen, aber dann doch befreienden Auswirkungen auf die bisherige Lebensgestaltung der tüchtigen Schwester.

Ein schön anzusehender Film, wunderbare Aufnahmen, eine bewegende Darstellung der kleinen Schwester – nicht ganz so gelungen fand ich die Darstellung der Entwicklung der großen Schwester. Hier bleibt im Dunklen, was sie fühlt, warum sie sich gegen ihre Ehe und für ihre Schwester entscheidet und vor allem, wie es ihr damit geht. Schade, das hätte mich nämlich sehr interessiert.

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