Wer mal wieder nette Musik hören will, hier entlang oder

drei neue Platten (sagt man das in den Zeiten von itunes überhaupt noch?), die ich empfehlen kann.

Zuerst die schon seit ein paar Wochen veröffentlichte neue Platte (ich sag das jetzt einfach mal so) von Ina Müller. Sie ist jetzt nicht absolut spektakulär gut (die anderen beiden auch nicht, sage ich gleich), aber doch nett und lustig. Ina Müller hören ist für mich immer ein bisschen wie mit einer Freundin sitzen und reden. Ich mag ihre Stimme, ich mag ihren Humor, in der Regel jedenfalls, weil dieses Antigleichberechtigungslied fand ich nicht witzig. Auch wenn mir alle versichert haben, das sei ironisch gemeint, kann ich es ernsthaft nicht gutheißen, gegen die Qualifikation von Frauen auf diese dumme Art und Weise anzusingen. Dazu haben wir hier auch schon einiges geschrieben, und solange wir keine echte Gleichberechtigung erreicht haben, mache ich jedenfalls darüber keine Witze und will auch von anderen Frauen keine hören (Link).

Dann die neue von Annett Louisan (Link). Früher war sie blond und frech – wer erinnert sich nicht noch an „ich will nur spielen“ und „eve“ und „siezgelegenheit“? Heute ist sie dunkelhaarig und – ja, irgendwie nicht mehr so richtig frech. Es war zu lesen, dass sie sich von ihrem Partner getrennt habe und diese Trennung nun mit der neuen Platte verarbeitet habe. Nun ja, das war auch nicht wirklich zu merken. Es ist eine angenehme Platte, die Lieder sind recht abwechslungsreich und teilweise auch gelungen gehaucht (ich mag ihre Stimme ja sehr), sie lässt sich hören.

Und dann Herbert Grönemeyer: positiv überrascht war ich davon, dass ich die Texte überwiegend verstanden habe. Das war früher nicht so, von mir aus hätte er auch finnisch singen können, denn genausoviel habe ich beim ersten Hören verstanden. Durch Dauerhören in richtig laut erschlossen sich die Texte mit der Zeit, jedenfalls zum größten Teil. Manche Passagen verstehe ich bis heute nicht. Aber ich stehe auf Herbert, denn ich finde es erstens faszinierend, dass jemand, der überhaupt nicht singen kann im klassischen Sinne und noch nicht mal wirklich cool aussieht, der erfolgreichste deutsche Rockmusiker ist. Und zweitens liebe ich seine rotzigen Lieder wie „was soll das“ oder „Vollmond“ ebenso wie die traurig-schönen nach dem Tod seiner Frau. Die neue Platte gefällt mir sehr. „Fernweh“ ist mitreißend, „Schiffsverkehr“ finde ich auch gut, und dann gibt es noch ein paar mit diesen esoterisch angehauchten Texten, die muss ich mir noch ein paar Mal anhören, da bin ich nicht sicher, ob ich sie schon verstanden habe, also, was er damit sagen will, wenn er überhaupt etwas damit sagen wollte. Ach ja, „lass es uns nicht regnen“ ist auch schön (Link).

Deine Meinung?