Augencreme oder welche Versicherung für die Zukunft ist vernünftig?

Abgesehen davon, dass es natürlich auch Frauen gibt, die überhaupt nichts davon halten, sich dem Alterungsprozess entgegen zu stemmen – aber das sind wohl kaum die Leserinnen eines Blogs für fabelhafte Frauen über 40! Ich habe die erste Augencreme gekauft, als ich zwanzig geworden bin.

Ich weiß es noch wie heute, ich lebte in Heidelberg und wurde 20 – das zweite Mal eine Null in dem Lebensalter und das erste Mal, das ich es als Alter verstanden habe (als ich zehn war, freute ich mich auf das Gymnasium und die Erlaubnis, endlich alleine mit dem Fahrrad in die Stadt fahren zu dürfen!!). Also überlegte ich, was ich wohl dafür tun könnte, auch in zwanzig Jahren noch gut auszusehen und verfiel auf den Gedanken, mir eine Augencreme zu kaufen. Kosmetik hatte sich bislang hauptsächlich in dem Bereich abgespielt, dass ich gegen Pickel arbeitete, mit Clearasil, Margaret Astor and so on.

Und ich weiß auch noch ganz genau, dass es Biotherm war, ein kleines Töpfchen für damals *flüster* DM 20,00. Was eine Menge Geld war für einen Hotelfachlehrling. Trotzdem weiß ich auch noch genau, dass ich es gut angelegt fand. Und seitdem habe ich ununterbrochen immer Augencreme benutzt, wobei sich die Bedürfnisse meiner nunmehr 47jährigen Haut um die Augen natürlich im Laufe der Jahre verändert haben.

Früher habe ich tags und nachts die gleiche Augencreme benutzt, der von Biotherm folgte Clinique (damals noch Linique genannt), Hildegard Braukmann, Shiseido, Lancome, SBT, MBR, Bobbi Brown und was da noch alles so war. Heute (eigentlich seit zehn Jahren würde ich sagen) brauche ich mehr Pflege um die Augen, was unter anderem daran liegt, dass die zarte Haut um die Augen nicht viel Talg produziert und daher mit meiner Mischhaut nicht mithalten kann.

Ich benutze also keine Gelcremes mehr, seit eine von mir sehr geschätzte Visagistin sagte, das sei nichts mehr für „uns“ (Alte, meinte sie). Paula Begoun, eine von mir sehr geschätzte Kosmetikkritikerin, vertritt die Auffassung, frau brauche überhaupt keine besonderen Augencremes, es reiche, die normale Creme zu verwenden. Dem kann ich mich nicht vollumfänglich anschließen.

Vermutlich hat sie insofern recht, als der exorbitante Preis für Augencremes nicht gerechtfertigt ist, weil sie sich von normalen Cremes nicht so unterscheiden, dass 15 ml Augencreme mindestens soviel kosten müssen wie 50 ml Gesichtscreme. Aber es stimmt nicht, dass die Gesichtscreme für die Augen reicht, zumindest nicht, wenn man wie ich Mischhaut hat, die eher leichte Cremes braucht. Und es stimmt nicht, dass jede reichhaltige Creme für die Augenumgebung geeignet ist, was jede bestätigen wird, die schon mal eine sich ausbreitende, sprich „kriechende“ Creme in den Kontaktlinsen hatte.

Meine Empfehlung ist ein reichhaltiges Serum (ich nehme dieses) morgens und abends um die Augen, dann morgens unter die Augen eine reichhaltige Pflege (für mich ungeschlagen) zart eingeklopft, abends die gleiche in größerer Menge aufgetragen, und schon sieht meine Augenpartie erholt und gut gepolstert aus!

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