Was mich wirklich nervt oder

die unnötigen Ärgernisse des täglichen Lebens. Abgesehen davon, dass ich natürlich daran arbeite, mich überhaupt nicht mehr zu ärgern, sondern alles mit Gelassenheit zu nehmen, gibt es ein paar Dinge, die brauche ich so nötig wie ein Loch im Kopf.

An allererster Stelle stehen da die ja im Übrigen längst verbotenen unbestellten Werbeanrufe. Am liebsten habe ich es, wenn die Nummer unterdrückt ist (noch verbotener als verboten), und wenn der nassforsche Anrufer sich als Meinungsforscher/ Steuerberater/ Mobilfunkangestellter maskiert, um  mich in ein Gespräch zu locken. Das einzig Gute an diesen Anrufen ist, dass ich da so richtig Dampf ablasse. Ich schäme mich nicht zuzugeben, dass ich je nach Stimmung den Anrufer frage, ob er sich nicht eine zweite Gehirnzelle wachsen lassen wolle, dann könne er doch auch einem anständigen Broterwerb nachgehen und müsse mich nicht belästigen, oder auch Beschwerden und Klagen androhe.

An zweiter Stelle kommt aber gleich danach die Website, die von mir zur Buchung von einem Flug die Eingabe von dreißig Informationen verlangt, um sodann abzustürzen und lapidar mitzuteilen, dass eine Buchung derzeit nicht möglich sei, man aber auch nicht versuchen solle, die Buchung nochmals vorzunehmen. Ich lasse nunmehr alles über mein außerordentlich kompetentes Reisebüro regeln, da passieren mir dann auch nicht so dumme Sachen wie die Eingabe verrutschter Reisedaten, öhem.

Gleichauf liegen die Begegnungen mit Telefonautomaten, wenn ich eine Information brauche oder sonstwie eine Behörde und/oder eine große Firma kontaktieren will. Früher war die beste Taktik, gar keine Zahlen zu drücken, dann wurde ich nach relativ kurzer Zeit zu einem Menschen weitergeleitet. Anscheinend ist das nach dem Aussterben von nicht piependen Tastaturen nicht mehr nötig, oder es haben so viele andere auch gemacht, jedenfalls kommt jetzt bei Nichtreaktion immer die Ansage, man habe mich leider (gelogen) nicht verstanden und wiederhole nunmehr das Auswahlmenü (leider wahr).

Und schließlich empfinde ich es nachgerade als Freiheitsberaubung, in die Warteschleife gehängt zu werden, besser ist nur noch, wenn diese Warteschleife statt mit der üblichen abgenudelten Musik mit Sprachwerbung gefüllt wird, denn die kann man nicht über Lautsprecher in sicherer Entfernung abdudeln lassen, zu groß ist die Gefahr, den Menschen zu verpassen, der sich ja irgendwann dann doch mal meldet. Oder auch nicht, wie neulich bei meinem Mobilfunkanbieter: Nach gefühlten neunzig, aber tatsächlich aufgezeichneten zwölfeinhalb Minuten kam die Ansage, man möge es doch später noch mal versuchen. Ein Segen war der Anruf gebührenfrei – nur leider weiß ich immer noch nicht, wie ich die Zeit einstelle, bis die voicemail an meinem iPhone übernimmt.

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