Nein, so einfach ist das nicht oder

warum zur Verwirrung der Mitmenschen Gegensätze ohne weiteres nebeneinander bestehen können. Zum Glück sind wir Frauen nicht eindimensional, das wäre ja auch langweilig, oder? Zum Beispiel kaufe ich Biolebensmittel und versuche gesund und nahrhaft zu kochen – trotzdem esse ich von Zeit zur Zeit *flüster* eine ganze Tüte Kartoffelchips auf einen Sitz auf oder eine Tafel Lindt-Schokolade mit Waffeln.

Einerseits arbeite ich gerne und viel in einem anregenden und anspruchsvollen Beruf, der die Lektüre von Fachzeitschriften zur Weiterbildung erfordert. Andererseits kann ich sehr unangenehm werden, wenn ich meine Gala und/oder meine Intouch am Donnerstag nicht bekomme. Auch steht die regelmäßige Lektüre einer Tageszeitung (taz) und einer Wochenzeitschrift (Spiegel) meiner zeitweisen Sucht nach Shopaholic-Büchern und der Lust an High-heels-no-brain-Soaps nicht entgegen.

Ich mache viel Sport und habe Lust an Bewegung, kann aber auch im Gespräch mit einem lieben Menschen auf dem Sofa festwachsen. Und mein Interesse an Naturheilkunde, Yoga und einem selbstbestimmten Leben steht einigen Genusszigaretten und dem Konsum von Weißwein über das von der WHO empfohlene Maß hinaus nicht entgegen. Neben meinem Bett macht sich das makeup-manual von Bobbi Brown wunderbar als Unterlage meines jeweiligen Romans.

Das alles verwundert mich nicht, denn ich erlebe es bei meinen Freundinnen in ähnlicher Weise. Wundern tut mich vielmehr sogar sehr, dass ich immer wieder auf Menschen treffe, die völlig verblüfft feststellen, dass ich Klatschzeitschriften konsumiere, wo ich doch sonst so ganz andere Dinge mache undsoweiterundsofort…

Ich finde es wunderbar, wenn Menschen Ecken und Kanten sowie überraschende Seiten haben und bin regelmäßig entzückt, wenn ich das erleben darf. Denn solche Überraschungen sind doch das Salz der Erde, langweilig und teilweise vorhersehbar  ist das Leben an vielen Ecken und Enden doch von ganz alleine. Deswegen freue ich mich auch immer so, wenn ich meinen unbewussten Eindruck von jemandem relativieren muss! So wie neulich, als aus der Handtasche einer von mir eher als konservativ eingeschätzten Kollegin doch tatsächlich der Absatz eines goldfarbenen Highheels herausschaute!!

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